„Was für ein Trumpel?“

„Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges

 

und nach der Jagd“. Diese Erkenntnis von Otto von Bismarck galt knapp 150 Jahre lang. Eigentlich bis vergangenen Freitag. Seitdem ist Donald Trump offiziell vereidigt als 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er, der umstrittene Milliardär mit der gewöhnungsbedürftigen Fönwelle, pulverisierte die Lebensweisheit Bismarcks binnen weniger Stunden. Ja, das Team-Trump ließ keine Zeit verstreichen um eines deutlich zu machen: Die Wahrheit spielt ab sofort im Weißen Haus eine eher untergeordnete Rolle. Oder besser und ehrlicher gesagt: Gar keine Rolle mehr!

Auch der deutsche Dramatiker und Lyriker Bertolt Brecht legte Zeit Lebens großen Wert auf Ehrlichkeit. Von ihm ist folgender Satz überliefert: „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher“. Diese Definition trifft nach Meinung vieler US-Politiker, Journalisten und neutraler Augenzeugen auch auf Trumps Pressechef Sean Spicer zu. ES geht um zwei Fotos, die den Publikumsandrang bei der Vereidigung Trumps und der seines Vorgängers Barack Obama vor acht Jahren zeigen - mit einer Fläche, die im Fall Obama dicht bevölkert, bei Trump dagegen fast menschenleer ist. Das Foto zeige absichtlich einen bestimmten Ausschnitt, um die „enorme“ für Trump am Freitag gezeigte Begeisterung zu „minimieren“, erklärt Spice. Derartige Versuche seien „schändlich“ und „falsch“. Es sei das größte Publikum gewesen, das je einer Amtseinführung beigewohnt habe, schimpft Spicer. „Punkt.“
Die „New York Times“ reagierte umgehend. Die Aufnahmen von 2009 und 2017 seien jeweils 45 Minuten vor dem Ablegen des Amtseids aufgenommen worden. „Punkt.“ Andere Aufnahmen vom Freitag scheinen zu bestätigen, dass viele freie Flächen bis zur Ansprache Trumps von Zuschauern besetzt wurden. Das feuchte Wetter könnte dazu beigetragen haben, dass viele Menschen sich erst spät auf den Weg zur Zeremonie gemacht hatten. Unbestritten ist dagegen, dass hunderttausende Teilnehmer, möglicherweise bis zu einer halben Million, am Samstag allein in Washington zu einem Protestmarsch gegen Trump zusammenkamen. Doch darüber verliert Herr Spicer keine Silbe. „Die Strafe des Lügners ist nicht, dass ihm niemand mehr glaubt, sondern dass er selbst niemandem mehr glauben kann“, wusste schon der irische Literatur-Nobelpreisträger


George Bernard Shaw. Eine Tatsache, mit der Donald Trump in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten und vielleicht auch Jahren zu kämpfen haben wird. Es Schorschla hofft ja immer noch, dass diese Amtsperiode die kürzeste eines US-Präidenten sein wird. Aber da ist wohl der Wunsch der Vater des Gedanken. Ja, wir stehen vor ungewissen Zeiten. In Deutschland. In Europa. In Russland. In den USA. Rund um den Globus. Es steht viel auf dem Spiel, wobei die Hauptdarsteller im Moment leider wie selbstherrliche, kindische Witzfiguren wirken. Was aber alles andere als lustig ist. Nein, es Schorschla ist eher nachdenklich gestimmt. Und schließt seinen Artikel heute mit einem Zitat von


Mahatma Gandhi: „Gutes kann niemals aus Lüge und Gewalt entstehen“.

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