Veganes Glockenspiel!?

Probleme wo es Schorschla nur hinblickt. Herr Trum twittert inzwischen in Großbuchstaben

 

, David Beckham findet alle blöd, weil er nicht den Titel „Sir“ tragen darf, unser Ziel beim European Song Contest, kurz ESC, ist es, in der Ukraine wenigstens nicht wieder Letzter zu werden. Da passt es doch bestens ins Bild, was sich derzeit im sonst so idyllischen Limburg abspielt. Dort störte sich eine Bürgerin am historischen Glockenspiel im Rathausturm, welches insgesamt 33 Liedchen im Wechsel erklingen lässt. Die Dame, anscheinend eine gefährliche Mischung aus gelangweilter Weltverbesserin und streitsüchtiger Veganerin, stieß sich nicht an dem kindlichen Ringelreigen an sich, sondern an der Melodie von "Fuchs, du hast die Gans gestohlen".
Vor allem die Liedzeile "Sonst wird dich der Jäger holen, mit dem Schießgewehr" sei im Jahre 2017 moralisch nicht zu vertreten. Und wie reagierten die Stadtoberen? Bürgermeister Hahn ließ kurzerhand das Stück aus dem Repertoire streichen. Es Schorschla vermutet, weil der gute Mann ohnehin Tag für Tag mit genug irren zu tun hatte und einfach keine Lust auf eine schwachsinnige Diskussion mit einer ohnehin unbelehrbaren Mitbürgerin hatte.

Womit Herr Han aber nicht rechnen konnte und wollte. Diese „Nein“ zum „Fuchs, Du hast die Gans gestohlen“ löste einen Sturm der Entrüstung aus – in Limburg und im World Wide Web.
 
Das Telefon klingele bei ihm permanent, erklärt Pressesprecher Laubach. Die Stadtverwaltung werde von einer beispiellosen Welle des Hasses überrollt, der Limburger Bürgermeister werde in den sozialen Netzwerken massiv angefeindet - "bis hin zu Rücktrittsforderungen". "Die Leute fragen sich, warum wir uns für so etwas überhaupt Zeit nehmen", sagt Laubach, "dabei war das eine Sache von fünf Minuten."


Johannes Laubach kann und will die ganze Angelegenheit nicht wirklich begreifen. Selbst die derzeitigen Kinderporno-Ermittlungen gegen einen Mitarbeiter der Diözese treten völlig in den Hintergrund, das „Lied von Limburg“ bestimmt die Schlagzeilen.

Trotz der ganzen Aufregung hat Bürgermeister Hahn seinen Humor nicht verloren. In einer karnevalistischen Büttenrede nahm er jüngst die Geschichte aufs Korn: "Der Hahn, der Hahn, der ist nicht vegan - und sagt ganz unverhohlen: Der Fuchs, der hat die Gans gestohlen." Außerdem beruhigt der Stadtsprecher die erhitzten Gemüter: „Es war nur eine Geste der Nettigkeit, vorübergehend.“ Die Melodie sei keineswegs komplett aus dem Programm genommen worden und werde in wenigen Wochen turnusgemäß wieder gespielt. "Es gibt hier im Moment keine inhaltliche Debatte über das Lied", so Laubach abschließend, "sondern ein Kopfschütteln über den jetzigen Hype darum." Und es Schorschla fasst ganz kurz zusammen: Wir haben ohne Zweifel einfach zu viele Narren unter uns. Und das leider nicht nur in der fünften Jahreszeit!

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