Die Macht der Schönheit

„Schön ist es auf der Welt zu sein“, sangen Roy Black und die kleine Anita bereits im Jahre 1971

 

. Nach Meinung des Attraktivitätsforscher – ja diesen Beruf gibt es wirklich - Ulrich Rosar müsste man diese Textzeile um vier Worte ergänzen. „Wenn man schön ist“. Denn hübsche Kinder bekommen in der Schule bessere Noten und später – im Erwachsenenalter – auch die höher dotierten Jobs. Seine Forderung: Klassenarbeiten sollten von Lehrern korrigiert werden, die die Kinder nicht kennen - oder vor der Abgabe anonymisiert werden.

Rosar fordert ein grundlegendes Umdenken im Bewertungssystem: "Klassenarbeiten sollten zumindest stichprobenartig von externen Lehrern überprüft werden oder am besten anonym sein." Statt Namen könnten Nummern über den Klassenarbeiten stehen. "An sich eine gute Idee", findet auch Helge Pepperling, Vorstandsvorsitzender der Lehrergewerkschaften Hamburg. "Aber die Nummern müsste dann ein Externer verteilen, damit der Lehrer sie nicht zuordnen kann. Das wäre wieder mit mehr Verwaltungsaufwand verbunden."
Doch damit nicht genug der Probleme. Die Klassenlehrer könnten auch über die Handschrift auf die Schüler schließen. Klassenarbeiten am Computer? Das scheitert schon allein an der fehlenden Ausstattung der Schulen. Außerdem: "Nicht jeder Schüler kann gut am Computer schreiben", so Pepperling.

"Noten sind nie objektiv, egal, wie sehr man eine Leistung anonymisiert", sagt Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands. Das sei auch gut so, findet Stefan Behlau, stellvertretender Vorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung NRW. "Lernen und Lehren findet auch auf der Beziehungsebene statt. Es wäre deshalb falsch, die Bewertung nur auf schriftliche Klassenarbeiten und somit Fakten zu beschränken."

Zurück zur Optik: Gutaussehende Schüler wirken auf Klassenkameraden und Lehrer sozialer und leistungsfähiger, erklärt Rosar. Denn laut einer amerikanischen Studie aus dem Jahr 2001 aktiviert der Anblick eines attraktiven Gesichts das Belohnungssystem im Gehirn des Betrachters. Das verleite zu der einfachen Rechnung "schön ist gleich gut".
Dass diese Merkmale tatsächlich eine Schulnote verändern können, fanden Rosar und seine Kollegen 2012 heraus. Unter dem Titel "Schöne Schüler, schöne Noten?" untersuchten sie die Wirkung des Aussehens auf die Noten von 77 Fünft- und Neuntklässlern eines Gymnasiums in Nordrhein-Westfalen.
Anhand von Porträtfotos bewerteten zwei Dutzend Erwachsene das Aussehen der Kinder, danach machten die Wissenschaftler Leistungstests mit den Schülern, analysierten ihre Zeugnisnoten und führten Gespräche mit den Lehrern. Und tatsächlich: Die hübscheren Schüler bekamen die besseren Bewertungen.
Doch es Schorschla kann an dieser Stelle etwas beruhigen. Denn erst vor wenigen Tagen stellten US-Forscher die seit Jahren vorherrschende These einer "Schönheitsprämie" infrage. Statt Schönheit seien im Berugsalltag Merkmale wie Gesundheit, Intelligenz und günstige Persönlichkeitsfaktoren ausschlaggebend  - bei der Entstellung und als Argumente für eine bessere Bezahlung.

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