Baustellenmanagement wird transparenter

Mehr Verständnis durch bessere Information. „Wir wollen das Baustellenmanagement

 

transparenter machen,“ erklärte Oberbürgermeister Andreas Starke bei der Vorstellung der Verkehrsmaßnahmen 2017 im Rathaus. Auch um Ärger und Unverständnis bei Verkehrsteilnehmern, Anliegern und Gewerbetreibenden weitgehend zu vermeiden, sind noch intensivere Kommunikationmaßnahmen vorgesehen. Für rechtzeitige Information und Transparenz zu sorgen, ist das Ziel des komplett überarbeiteten Baustellenmanagementsystems der Stadt Bamberg. Aus der Vorhabenübersicht in Tabellen und Plänen werden künftig die notwendigen Kommunikationsinstrumente abgeleitet. Von der Pressemitteilung über Anwohner-Flyer und Info-Veranstaltung bis hin zur Online-Präsentation im Internet. Viele Akteure müssen eingebunden werden, um passgenau für die verschiedenen Betroffenen Lösungen zu finden, so Starke. 

Rund zwei Dutzend Baustellen umfasst die Projektliste der Stadt für 2017. Gemessen an den etwa 850 Aufbruchgenehmigungen wenig, aber aufgrund ihrer Lage im Hauptverkehrsnetz und der Dauer besonders bedeutsam für das Verkehrsgeschehen. Dabei sind die Aufgaben des Entsorgungs- und Baubetriebes (EBB) und der Stadtwerke Bamberg vielfältig. Sie reichen vom Straßenbau/-unterhalt, Brückensanierung, barrierefreien Umbau von  Bushaltestellen, Umrüstung von Ampelanlagen, Umgestaltung im Zuge von Städtebauförderungsmaßnahmen, Kanalbau und -erneuerung bis zu Arbeiten am Gas-, Wasser-, Strom-, Fernwärmenetz und der Breitbandversorgung.

Insgesamt rund 267 Kilometer Asphalt- und Pflasterflächen liegen in der Obhut des EBB, der als Straßenbaulastträger verantwortlich für den Zustand der Straßen, Rad- und Gehwege im öffentlichen Raum ist. Aber nicht alle Baustellen sind auch Baustellen der Stadt Bamberg. Staatliches Bauamt, Versorgungsunternehmen, Netzbetreiber, Projektentwickler und Erschließungsunternehmen sowie private und gewerbliche Bauträger – sie alle stehen für vielfältige Vorhaben, die es zu koordinieren gilt. Dazu wurde bereits Ende 2008 eine eigene „Koordinierungsstelle Baustellen“ bei der städtischen Verkehrsbehörde eingerichtet. Optimiert wurde seitdem die interne Abwicklung zwischen Antragsteller und Genehmigungsbehörde. Über eine eigene E-Mail-Adresse gehen elektronische Anträge und Mitteilungen ein und gelangen direkt in ein eigenes EDV-Verfahren, das gleichzeitig eine bessere Übersicht über laufende Maßnahmen ermöglicht.

Regelmäßige Koordinierungsbesprechungen dienen dazu, anstehende Baumaßnahmen zusammenzuführen. Dabei sollten Maßnahmen spätestens zwei Monate vor Baubeginn angemeldet werden. Und die Benachrichtigung der Betroffenen – Anwohner, Gewerbetreibenden und Verkehrsteilnehmer – etwa vier Wochen vor dem Start erfolgen. Oft genug wird der skizzierte Ablaufplan durch kurzfristige Meldungen durchbrochen. Nicht minder entscheidend ist die Einhaltung von Bauzeiten. Dabei kann schon der Beginn einer Maßnahme durch verschiedene Faktoren – logistische Notwendigkeiten seitens der Baufirmen, witterungsbedingt, etc. – verspätet erfolgen.

Dabei ist die frühzeitige Information ein wesentlicher Bestandteil für ein funktionierendes Baustellenmanagement. In diesem Zusammenhang setzt die Stadt verstärkt auf das Internet. Unter der Adresse www.stadt.bamberg.de/baustellen-info gibt es ab sofort einen umfassenden Überblick über alle verkehrsrelevanten Bauvorhaben. Dies in Listenform geordnet in alphabetischer Reihenfolge oder nach Beginn der Maßnahmen sowie als Planvorlage mit Kennzeichnung der jeweiligen Standorte zum Ausdrucken. Oder als interaktive Karte, über die Baustellen aus dem Stadtplan oder einer Straßenliste ausgesucht werden können. Über die Auswahl lassen sich Kurz-Infos oder umfassende Projektbeschreibungen öffnen. Ein Angebot, das ständig aktualisiert wird und bundesweit vorbildlich ist.

Oberbürgermeister Andreas Starke begrüßt die gemeinsame Initiative des EBB und der Stadtwerke: „Bei der neuen Baustellen-Info handelt es sich um einen hervorragenden, neuen Bürger-Service. Gemeinsam unterstützen wir damit ein vorausschauendes Verhalten der Verkehrsteilnehmer. Gleichzeitig schaffen wir so mehr Verständnis hinsichtlich unserer verschiedenen Bauleistungen.“ Dabei soll der Service auch für Maßnahmen so genannter Dritter offen sein. Daher wurden neben Infrastrukturprojekten der Stadt auch laufende und geplante Hochbauvorhaben und Erschließungsmaßnahmen integriert. „Die Stadtgesellschaft unterscheidet nicht nach Vorhabenträgern, sie erwartet größtmögliche Unterstützung hinsichtlich der verschiedenen Mobilitätsansprüche.“

Das optimierte städtische Baustellenmanagement und -informationssystem ist unbestritten „zielführend“, gänzlich vermeiden lassen sich Verkehrsbeeinträchtigungen dadurch aber leider nicht. Dabei werden Straßenbaumaßnahmen ohnehin häufig solange „geschoben“, wie es der Bauzustand erlaubt. Irgendwann sind sie dann aber auch alternativlos. Um die Folgen für den Verkehr zu minimieren, finden die Arbeiten vielfach in verkehrsärmeren Ferienzeiten statt. Eines sollte man sich aber immer bewusst machen: Baustellen bedeuten Sicherung oder Verbesserung der Infrastruktur in der Stadt. Die Alternative wäre Stillstand und Verfall.

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