Klein, aber oho!?

Das Saarland ist mit 2570 Quadratkilometern das kleinste Flächenland unserer herrlichen

 

Bundesrepublik Deutschland, nur Bremen „besitzt“ noch weniger Einwohner. Im Norden und Osten grenzt das „Ländchen“ an Rheinland-Pfalz, im Süden an die französische Region Grand Est und im Westen an das Großherzogtum Luxemburg. Die Arbeitslosenquote lag im Februar bei 7,2 Prozent, es leben hier 387 Einwohner pro Quadratkilometer, insgesamt sind etwas weniger als eine Million „Saarländer“ gemeldet.
Diese „Nischenvölkchen“ durfte am Sonntag das bundesdeutsche Superwahljahr 2017 eröffnen und so blickten Politikinteressierte und Wahlforscher interessiert in Richtung Saarbrücken. Wobei eines schon vor der Auszählung der Stimmzettel klar war: Die Gewinner werden die Tragweite und Signalwirkung der Abstimmung für ganz Deutschland betonen und überschwänglich feiern, die Verlierer werden auf die Sonderstellung des Saarlandes in den vergangenen 100 Jahren verweisen und das Ergebnis als individuelle Einzelabstimmung klein reden.

Beginnen wir mit dem Positiven. Parteiübergreifend. Die Wahlbeteiligung im Saarland stieg um mehr als acht Prozentpunkte auf annähernd 70 Prozent, von der sprichwörtlichen Wahlverdrossenheit also keine Spur. Eine sehr positive Entwicklung, noch dazu vor dem Hintergrund, dass gerade die großen, unbestreitbar demokratischen Parteien davon profitieren durften. Insgesamt waren 800.000 Bürgerinnen und Bürger zur Wahl aufgerufen, die ihr Kreuzchen nach reiflicher Überlegung oder einfach so aus dem Bauch heraus machten. Was die Wahlforscher natürlich akribisch auswerteten und mit allerlei Fremdwörtern garniert in den Politsendungen am Abend kommentierten.

Fakt ist: Die saarländische Regierungschefin mit dem wunderbaren Doppelnamen Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU)
 durfte mit ihren Unions-Mitgliedern die Korken knallen lassen. "Dass es so deutlich ausfällt, das habe ich mir in den kühnsten Träumen nicht vorstellen können", strahlte sie am Sonntagabend in die Kameras. "Ich habe nicht einmal davon geträumt, sondern ich habe natürlich gehofft, dass es vor allen Dingen ein klares Ergebnis wird. Dass die Saarländerinnen und Saarländer deutlich machen, was sie wollen. Sie wollen eine große Koalition, sie wollen eine Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer." Mehr als 40 Prozent der Wähler stimmten für die bisherige Ministerpräsidentin, 30 Prozent tendierten zur SPD.  

„Der Schulz-Effekt ist verpufft“ erklärten die Experten, die Kanzlerin kommentierte das Ergebnis übertrieben zurückhaltend und mit einem breiten Grinsen. Er war am Sonntagabend erst einmal ein großer Stein vom Herzen gefallen, auch wenn sie diese Erleichterung nicht in den Mittelpunkt ihrer Antworten stellen wollte. Schließlich ging es ja hier nicht ums Kanzleramt, sondern nur um das kleine Saarland.
  
Das Wahljahr beginnt mit einer Schlappe für „100 % Martin“, hörte man immer wieder von vermeintlich neutralen Journalisten. Vielleicht haben sie ja recht. "Die CDU habe eindeutig die Wahl im Saarland gewonnen", erklärte Schulz am Abend. Da gebe es nichts zu beschönigen. Recht hat die neue Lichtgestalt der Genossen.
Es gibt aber auch nichts zu dramatisieren, meint es Schorschla. Denn "Schulz-Effekt" hin oder her – im Saarland ging es wie bei so vielen Landtagswahlen um die Hauptpersonen an der Spitze der Parteien. Und Frau Kramp-Karrenbauer genießt eben ein hohes Ansehen, 40 Prozent der Saarländer sind mit ihrer Arbeit zufrieden oder trauen ihren Bewerben zumindest keine bessere Arbeit zu. Punkt. Darüber wurde am Sonntag abgestimmt. Nicht mehr, nicht weniger. Oder vielleicht doch: Denn die Spekulationen über ein Rot-Rot-(Grünes)-Bündnis wirken offenbar noch immer abschreckend genug, um der CDU-Wähler in die Arme zu treiben.  Natürlich war es „nur“ das Saarland. Aber ein Zusammenschluss aus SPD, Linken und den Bündnis-Grünen ist vielen Suspekt- Saarländern, wie Bundesbürgern.  Von „Schreckgespenst“ war in diesem Zusammenhang bereits die Rede. Ein gewaltiges Problem für Martin Schulz. Es bleibt also spannend. Für die Union. Die Kanzlerin. Die Genossen. Herrn Schulz. Die ganze Nation. Inklusive aller Splittergruppen. Den Rechten. Den Linken. Europa. Die Vereinigten Staaten. Ja, im Grunde für die ganze Welt.

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