Einmal Europa hin und zurück…

„Europa befindet sich am Scheideweg“, schimpfen die Pessimisten. Unsere Jugend, das ist die Zukunft Europas“, freuen sich die Optimisten.

Ja, grenzenlose Reisefreiheit, eine europäische Einheitswährung, keine Passkontrollen: All das ist für jüngere Menschen ganz normal. Wie aber kann man Schüler und Studenten für ein geeintes Europa begeistern, wenn in den Nachrichten tagtäglich über korrupte Politiker und eine haarsträubende Überbürokratisierung berichtet wird? Man muss die europäische Einheit erlebbar machen, den Geist Europas zelebrieren, einfach Lust machen auf diese wunderbare Idee eines geeinten Kontinents. Wie? Ganz einfach. Wir verschenken Europa. Diese Idee stammt vom CSU-Europapolitiker Manfred Weber. Warum können nicht die EU-Staaten ihrem „Nachwuchs“ zum 18. Geburtstag ein kostenloses Interrail-Ticket aushändigen, mit welchem sie einige Woche kostenlos durch die Lande reisen können? Freundschaften schließen, neue Länder und Kulturen kennenlernen, einfach Europa unbeschwert genießen. An der französischen Küste mit Einheimischen herumsurfen, in Spanien beim Picknick den wunderbaren Iberico-Schinken mit neuen Freunden genießen, mit Händen und Füßen reden und in der Bar bestellen, in Italien das sprichwörtliche „dolce farniente“, das süße Nichtstun, erleben. 28 Mitgliedsstaaten, von Belgien bis Zypern, ließen sich so mit jugendlichem Überschwang erleben. Ein wunderbarer Gedanke – der aber leider schon jetzt zum Scheitern verurteilt ist.            

ZU TEUER! Heißt es aus der EU-Kommission. Man plane aber ein kleines Programm mit Reisekostenzuschüssen für 5000 bis 7000 Schüler, wie eine Sprecherin mitteilt. Manfred Weber kämpft aber weiter für den EU-Freifahrtschein und möchte keinesfalls klein beigeben. Seine Idee sei "alles andere als tot", erklärt Weber der Deutschen Presse-Agentur.

Es Schorschla hat ein paar Zahlen recherchiert. 1,2 bis 1,6 Milliarden Euro würde der „Webersche Reisegutschein“ kosten. Zur Verfügung stehen aber  nur 2,5 Millionen Euro. Außerdem befürchten die EU-Kommissare einen großen bürokratischen Aufwand für das Gratisticket, da jedes Land ein anderes Buchungssystem hat.


Als kleines Trostpflasterchen möchte die EU-Behörde ein einmaliges Programm anlässlich des 30. Jahrestags des europäischen Studentenaustauschprogramms Erasmus starten. Schüler ab 16 Jahren können bis zu 530 Euro für eine Reise in ein anderes EU-Land bekommen. Um bei diesem Projekt mitmachen zu können, müssen Interessierte soziale Projekte in einem EU-Portal für Lehrer und Schüler einreichen. Die ausgewählten Gewinner könnten dann zwischen August 2017 und Dezember 2018 verreisen - sowohl alleine als auch mit ihrer Klasse, heißt es von offizieller Seite.

Wichtig beim Transport sei zudem das Einhalten bestimmter CO2-Richtwerte. Die Sprecherin, die die Bewerbungsmodalitäten für das Ticket erläuterte, schloss mit der Bemerkung: "Ich hoffe, das war kompliziert genug".
Eben typisch EU: So wird aus einer sensationellen Idee ganz schnell ein Bumerang. Denn genau diese Überregulierung ist seit Jahren Wasser auf die Mühlen der EU-Gegner. Auch Weber mahnt: "Wir wollen kein neues Bürokratiemonster." Zum 60. Jubiläum der Römischen Verträge könnte man ein Aufbruchssignal setzen. "Stattdessen verzettelt sich die Kommission ausgerechnet jetzt in einen verbürokratisierten Vorschlag."

Es Schorschla ist außer sich vor Wut. Denn für die Rettung maroder Banksysteme, bei welchen sich gierige Finanzhaie die Taschen mit Unsummen vollstopften und trotz verbrecherischer Transaktionen zwei- manchmal sogar dreistellige Millionenboni erhalten haben, ist immer Geld da. Auch wenn EU-Länder vor dem Kollaps stehen, werden irrsinnige Rettungsschirme konstruiert. Ganz zu schweigen von Ausgaben für moderne Rüstungsprojekte oder Strafzahlungen und Subventionen für die Energie- und Erdölmultis. Geht es aber um vorausschauendes Handeln, um eine Motivation pro Europa, um positive Signale für unsere Jugend – dann sind die Kassen leer. Eine Bankrotterklärung für Europas Zukunft. Arme EU!              

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