Paradiesvögel – die göttlichen Verführer

Sie sind wahre Experten für aufsehenerregendes Werben: sie plustern ihre Schmuckfederbüschel zu einem prächtigen Fächer auf, sie verbeugen sich, hüpfen im Zick-Zack-Kurs umher, sie zucken mit den Flügeln oder strecken und beugen ihre Beine – dies alles in einem meist prachtvollen, oftmals farbenprächtigen Federkleid und begleitet von Geräuschen wie Federraschen, Klicklauten und Gesängen.

Die Rede ist von Paradiesvogel-Männchen, die seit Menschengedenken eine anhaltende Faszination auf uns ausüben.
Eine sehenswerte Ausstellung im Naturkundemuseum Bamberg lässt bis 30. Dezember 2017 die Faszination der Paradiesvögel lebendig werden und lädt ein zu einem Streifzug durch die Natur- und Kulturgeschichte dieser außergewöhnlichen Tiere.
Lebensnah gestaltete Präparate sowie beeindruckende Foto- und Filmdokumente entführen in die Heimat der Paradiesvögel. In der „Galerie der Schönheiten“ werden einige Arten in ihrer ganzen Pracht genauer vorgestellt. Kulturgeschichtliche Dokumente beleuchten die Beziehung zum Menschen. Metergroße Fotoleuchtwände tragen zu einer ganz besonderen Stimmung bei.
Die ebenso attraktive und sinnliche wie informative Schau, die vom befreundeten Museum Mensch und Natur in München hergestellt wurde, ist noch bis zum Ende dieses Jahres im Naturkunde-Museum Bamberg zu bewundern. Täglich außer Montag von 9 – 17 Uhr (Oktober – März von 10 – 16 Uhr). Angebote für Schulen können am Museum erfragt werden.

 

42 verschiedene Paradiesvogelarten gibt es. Nur zwei davon leben im Nordosten Australiens. Alle anderen haben ihre Heimat auf Neuguinea und auf benachbarten Inseln. Dort hat sich im Lauf der letzten 20 Millionen Jahren ihre Evolution abgespielt, die den Männchen ihre üppige Federzier und ihr oft bizarres Balzverhalten angezüchtet hat. Der Grund für diese Extravaganz ist alleine, um den Weibchen zu gefallen und bei der Partnerwahl zum Zug zu kommen. Die Weibchen hingegen kleiden sich wesentlich schlichter.

Die ersten Paradiesvögel erreichten Anfang des 16. Jahrhunderts Europa, und mit ihnen Geschichten über ihre Herkunft und ihre Lebensweise. Die Einwohner ihrer Heimat nannten sie „Vögel der Götter“ und erzählten sich wunderliche Dinge von den ebenso seltsamen wie schönen Tieren. Zunächst standen bei den Gelehrten Diskussionen im Vordergrund, ob es sich um fußlose Himmelswesen handelt, denn den mitgebrachten Federhüllen wurden von den Einheimischen der Molukken-Inseln die Füße abgeschnitten. Später waren es Fragen der Evolutions- und Verhaltensbiologie, die das Interesse an diesen prächtigen Tieren wach hielten. Dem berühmten Charles Darwin bereiteten sie Kopfzerbrechen, da sie mit ihrem scheinbar hinderlichen Federschmuck so gar nicht in sein Konzept der natürlichen Auslese passten.

Seit Jahrtausenden werden Paradiesvögel von den Einwohnern Neuguineas und benachbarter Inseln gejagt, um als Schmuck oder Zahlungsmittel Verwendung zu finden. Bis heute spielen sie dort eine große Rolle bei der Anfertigung beeindruckender Kopfschmucke, die bei festlichen Anlässen getragen werden. Paradiesvogelbälge spielten aber auch als Handelsware und Zahlungsmittel eine große Rolle.

In Europa und Nordamerika kamen die Paradiesvögel um 1900 als Hutschmuck in Mode – die Damenwelt war ganz verrückt nach den Kreationen der „Haute Nature“. Die zunehmende Nachfrage führte zu deutlich steigenden Preisen und machte die Jagd so lukrativ, dass in Deutsch-Neuguinea geradezu ein „Paradiesvogelfieber“ aufkam. In Deutschland formierte sich allerdings Widerstand gegen diesen Vogelmord für Modezwecke, was zur Gründung des „Bund für Vogelschutz“ führte, eine der ersten Naturschutzorganisationen.

 


Bildunterschriften:

Bild 01
Roter Paradiesvogel (Paradisaea rubra) in typischer Balzhaltung. Foto und Copyright: Tim Laman.

Bild 02
Mit seinem unbefiederten und intensiv blau gefärbten Kopf gehört der Nacktkopfparadiesvogel (Cicinnurus redpublica) zu den eigenartigsten Erscheinungen unter den Paradiesvögeln. Foto und Copyright: Tim Laman.


Bild_03
Verschiedene Präparate besonders attraktiver Paradiesvögel in der Ausstellungsvitrine.


Bild_04
Besucher in der Ausstellung

 


Nutzungsrecht Pressefotos

Die Fotos dürfen nur im Rahmen von Ankündigungen bzw. Berichten über die Sonderausstellung im Naturkunde-Museum Bamberg und mit Angabe des Copyrights kostenfrei verwendet werden.

 


Naturkunde-Museum Bamberg
Fleischstr. 2
96047 Bamberg
www.naturkundemuseum-bamberg.de
www.vogelsaal.de

geöffnet Dienstag bis Sonntag von 9 – 17 Uhr

Für Ihre Fragen zuständig:
Dr. Matthias Mäuser, Museumsleiter
Tel. 0951 – 863 1246
E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Dr. Beate Bugla, wissenschaftliche Mitarbeiterin
Tel.: 0951 – 863 1257
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Öffnungszeiten des Museums:
Di. – So. 9.00 – 17.00 Uhr (Okt. - März 10.00 – 16.00 Uhr)

Anschrift des Museums
Naturkunde-Museum
Fleischstr. 2
96047 Bamberg
www.naturkundemuseum-bamberg.de

 

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