Mensch Michel!

Es Schorschla denkt ja manchmal, es hätte in seinem hohen Alter schon alles erlebt. Oder zumindest davon gehört.

Aber dann gibt es immer wieder Ereignisse, die selbst dem Schreiber dieser Zeilen den Stift aus der Hand rutschen lassen. Eine Frau aus Halle, nennen wir sie einmal Jacqueline, lernt einen adretten Mann kennen, reist mit ihm nach München, quartiert sich vier Tage lang in ein feines Hotel ein und – beschreiben wir es an dieser Stelle völlig jugendfrei - genießt ausgiebig die Zweisamkeit.   

Neun Monate nach der ausgiebigen Liebelei bringt die gute Frau ein Baby zur Welt. Einen kleinen Joel. Ein süßer Bursche. Einziges Problem: Unsere Jacky kennt vom möglichen Vater nur den Vornamen. Es war ein Michael. Soviel ist sicher!

Sie wendet sich also an die Hotelleitung und möchte die Adressen aller zum Zeugungszeitpunkt eingebuchten Michels genannt bekommen. Was das Hotel mit Verweis auf den Datenschutz und vier eingebuchte Michaels freundlich aber bestimmt abweist. Und die frisch gebackene Mama klagt.

Jetzt das Urteil: Unter der Überschrift "Väterroulette" veröffentlicht  das Amtsgericht München seine Entscheidung zu der ungewöhnlichen Klage.
"Das Recht der betroffenen Männer auf informationelle Selbstbestimmung und auf den eigenen Schutz der Ehe und Familie" überwiege die Rechte der Klägerin, entscheidet das Gericht. Die betroffenen Männer hätten das Recht auf Achtung der Privat- und Intimsphäre.
Da die Frau nicht in der Lage sei, ihren Michael näher zu beschreiben, bestehe die Gefahr, dass die Datenauskunft "ins Blaue hinein erfolgen würde", so das Gericht. "Allein der Vorname, wobei sich die Klägerin nicht sicher ist, ob es sich um den einzigen Vornamen handelt, und die Etagenzahl (das Liebestreiben ging garantiert im zweiten Stock über die Bühne, da ist sich Jacky sicher, Anm. d. Red.) sind für die erforderliche Eingrenzung nicht ausreichend. Auch ist nicht mit Sicherheit feststellbar, ob es sich bei dem Namen auch tatsächlich um den richtigen Namen des Betroffenen handelt."
Das Urteil ist rechtskräftig, der kleine Joel wächst erst mal ohne leiblichen Papa auf. Und wie seine Mama ihm die ganze Geschichte später einmal erklären wird, wäre sicherlich auch ein Schorschla wert. Ganz sicher!

 

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