Es Schorschla

Eines vorweg: Die Geschichte mit dem Diesel ist fürs Schorschla ein totaler Hammer.

Da wurde jahrelang propagiert, dass diese Motoren das Beste vom Besten seien. Jeder Geschäftsmann, insbesondere die weitgereisten, machten sich unter ihresgleichen nahezu lächerlich, sofern sie sich mit einem „Benziner“ auch nur liebäugelten. Das sei töricht, unlukrativ, einfach nur dumm.

Es folgte die spontane Verteufelung dieser Technik. Mit bislang noch unüberschaubaren Folgen. Erst die Abgasaffäre. Bei Volkswagen. Bekanntlich: Das Auto. Zumindest laut Werbung. Dann erste Meldungen, dass auch andere Autobauer bei der Software geschummelt hätten. Die Ankündigung von Fahrverboten. Strafzahlungen in Milliardenhöhe. Und jetzt noch geheime Absprachen der Konzernchefs? Über Jahre und Jahrzehnte? Das Ende des Diesels wird prophezeit. In den Vorstandsetagen herrscht Krisenstimmung. Aber nicht nur dort. Auch der kleine Arbeiter am Fließband - sei es bei den Autobauern selbst oder bei den Zulieferern – kann oftmals nachts nur schlecht einschlafen.

Vergessen wir nicht: Bamberg ist nicht nur Basketball-, Bier- und Buchstadt, sondern auch Bosch-Stadt. Nahezu ein Zehntel der Bamberger Stadtbevölkerung steht in Diensten des einst von Robert Bosch gegründeten Unternehmens. Wobei am Standort Bamberg neben „der Zündkerze“ vor allem moderne Komponenten für Dieselmotoren entwickelt und gefertigt werden. Krisenstimmung also auch bei „die Bosch“.

In dieser heiklen Situation meldet sich der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer zu Wort. Er möchte die Kfz-Steuer für neue Dieselautos senken. So könnte der schwächelnde Absatz von Dieselautos angekurbelt werden: Dem SPIEGEL sagt er, er plane Steuererleichterungen für "emissionsarme Euro-6-Diesel". Seehofer verlangt vor dem am Mittwoch anstehenden Diesel-Gipfel in Berlin außerdem die Einrichtung eines staatlichen Fonds. Dieser solle der Umrüstung von Taxis, Bussen und Müllautos mit Dieselmotoren dienen. In einen solchen Fonds könnten auch die Mittel zur Förderung der E-Mobilität fließen, die bereits zur Verfügung gestellt und nicht abgerufen worden seien, so Seehofer.

Unklar ist, wie sauber die von Seehofer gelobten Euro-6-Diesel tatsächlich sind: Für sie gilt ein maximaler Ausstoß von 80 Milligramm Stickoxide pro Kilometer. Das Problem: Diese Werte werden bei der Zulassung der Autos im Labor ermittelt. Während dort die Grenzwerte eingehalten werden, stoßen die Fahrzeuge auf der Straße oft das Vielfache aus. Laut Tests des Umweltbundesamts liegt hier der Schnitt bei 507 Milligramm pro Kilometer. Auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) meldet sich vor dem Diesel-Gipfel zu Wort. Die Initiative macht klar, wie wenig sie von der geplanten Nachrüstlösung von Dieselautos hält. Vor allem ein Punkt empört die Umweltschützer: Zwischen Autoindustrie und Politik zeichnet sich ein Kompromiss ab, wonach die Abgasreinigung bei Dieselfahrzeugen so eingestellt werden soll, dass sie erst ab zehn Grad Celsius wirksam wird. Dieses Vorgehen sei "unglaublich und nicht tolerabel", kritisiert DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch. Und hier sind wir beim Hauptproblem. Denn neben den unbestreitbar hohen Emissionen haben es die Bürger dieses Landes einfach satt, schlichtweg verarscht und betrogen zu werden. Deshalb sollte der „Diesel-Gipfel“ so kurz vor der Bundestagswahl vor allem eines leisten: Ehrliche Informationen. Sonst können die Damen und Herren in Berlin ohnehin einpacken. Denn aller Vertrauensvorsprung beim Volk ist inzwischen verbraucht. Denken Sie dran: Ehrlich fährt am längsten! In Bamberg. In Deutschland. Und auch im Rest der Welt! 

 

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