Touristen als Trampel

Sommerpause in der Stadt.

Das Blues- und Jazzfestival sorgte in der vergangenen Woche in Stadt und Landkreis trotz nicht gerade sommerlicher Temperaturen für fränkische Ferienlaune, auf der Jahnwiese heißt es „Bamberg hüpft, Wein-, Bier- und Volksfeste geben sich die Klinke in die Hand, sofern das Thermometer es zulässt werden Badeseen und Freibäder gestürmt. Von jungen und junggebliebenen Menschen. Was immer verbindet ist die gute, gesellige Laune!

Das gilt für alle Daheimgebliebenen. Sozusagen für die Balkonianer unter den Bambergern. Aber wie sieht es aus mit den Weitgereisten? Mit den Familien, die es in die Ferne zieht. Ans Meer, an weiße Strände, in riesige Hotels mit unglaublichen Frühstücks- und Dinner-Büffets? Sind die alle noch entspannter und glücklicher?
Man möchte es auf den ersten Blick  meinen, doch oftmals ist auch das Gegenteil der Fall. Denn eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "Yougov" hat Sonderbares ans Sonnenlicht gebracht: Viele Deutsche schämen sich im Urlaub für ihre Landsleute. Ja, sie haben richtig gelesen. Deutsche Urlauber sind deutsche Urlauber oftmals mehr als peinlich.

In Badehose beim Abendessen, betrunken am Strand oder pöbelnd in der Bar: Touristen benehmen sich im Urlaub (leider) oft einmal daneben. Das einzig Gute daran: Dem Gros der deutschen Touristen ist das unangenehm. In der angesprochenen "Yougov"-Umfrage gaben 81 Prozent an, sich für ihre Landsleute zu schämen, wenn diese sich im Urlaub nicht benehmen. 93 Prozent finden, dass von Touristen gewisse Manieren zu erwarten seien.
Die Mehrheit der Befragten (80 Prozent) konnte der Umfrage zufolge außerdem die Proteste der Einheimischen in Barcelona und Mallorca gegen den Massentourismus nachvollziehen.
Zum Hintergrund: Auf Mallorca hatte Ende Juli eine Bürgerinitiative gegen die rapide wachsenden Besucherzahlen auf der spanischen Insel protestiert. In Barcelona kam es sogar zu einem Angriff auf einen Touristenbus. Die mallorquinische Regierung will deshalb künftig per Gesetz die Zahl der Touristen begrenzen. 68 Prozent der Befragten sagten, dass sie diesen Plan gut finden, 21 Prozent sind dagegen. Wie viele von diesen 21 Prozent zur Sanria-Eimer-Fraktion gehören, konnte es Schorschla nicht ausfindig machen. Ist auch egal. Nur ein kleiner Apell: Sofern Sie Ihre Urlaubszeit nicht im wunderbaren Franken genießen und die Welt erkunden, denken Sie immer daran, dass Sie auch ein Botschafter für unsere wunderbare Region sind. Und ehrlich gesagt: Wir regen uns hier schon über Touristen auf, die nichts weiter machen, als in Trauben durch „unser“ Welterbe zu flanieren. Geben Sie bitte keinen Anlass, dass sich Anwohner anderer Städte über Bamberger Touristen beschweren können, die sich daneben benehmen und gute Manieren vermissen lassen. Denn eines gilt fürs ganze Leben: wie man in den Wald (oder Strand oder Berg oder ins Hotel) ruft, so schallt es heraus. In Bamberg. Und überall sonst auf unserem Globus!

Bamberg aus einer ganz neuen Perspektive erleben!

Auf unserer mobilen Webseite haben wir ein kleines Schmankerl für Sie.
Besuchen Sie uns über Ihr Handy und erleben Sie Bamberg auf eine völlig neue Art.