Kanzlerwahlkrampf eingeläutet

So, das war es nun: Das große TV-Duell. Merkel gegen Schulz, Angi vs. Martin, Herausforderer gegen

 

Titelverteidigerin. Das Publikum saß gebannt an den Bildschirmen und lauschte den Argumenten der beiden Politprofis. Rund 90 Sekunden lang. In Boxintervallen rund einer halben Runde. Dann war alles klar. Vorsichtiges verbales Abtasten, wer Lob als Sticheleien für den Kontrahenten, einige Scheinangriffe, aber immer bedacht auf eine massive Deckung. Die Gegner waren nicht mit im Ring: Erdogan, Kim Jon Un, ein bisschen Putin und viel Trump. Aber direkter Schlagabtausch oder einstudierte Kombinationen, vielleicht auch einmal ein unfairer Tiefschlag. Fehlanzeige.

Am Ende sahen die Experten am Wahl-Ring einen ausgeglichenen Krampf mit leichten Vorteilen für die Kanzlerin. Klar. Die Dame hat derartige (Talk-)Runden ja schon mehrfach erfolgreich hinter sich gebracht. Es Schorschla möchte an dieser Stelle Herrn Schulz etwas Mut für die kommenden Tage zusprechen. Denn fürs Schorschla ist „der Martin“ schon jetzt der Möchtegernkanzler der Herzen. Für ihn spricht, dass er am Freitag persönlich nach Bamberg kommt, um die Franken von seinen Geber- und Nehmerqualitäten zu überzeugen. Doch damit nicht genug: Er hat sich am Sonntagabend wirklich gut verkauft in einem Duell, welches er eigentlich gar nicht gewinnen konnte.

Denn sind wir einmal ganz ehrlich: Uns Deutschen geht es einfach zu gut für einen Umbruch. Frau Merkel leistet sich keine offensichtlichen Fehler, ist ihr etwas unangenehm, sitzt sie das Problem ruhig und gelassen aus und sorgt mit Cleverness und Kalkül dafür, dass sich dieses von selbst löst. So sind unbequeme Polit-Kollegen und –Kontrahenten regelmäßig zurückgetreten oder wurden auf neue Jobs versetzt. Kommentiert immer mit einem netten Lächeln, der obligatorischen Handraute und viel Lob für die jeweilige Person.   

Dass die aktuelle und aller Voraussicht nach auch zukünftige Kanzlerin am Sonntag nicht angezählt werden konnte, lag eben an diesen Eigenschaften. Eine Frau, die tagtäglich mit den Trumps und Putins um diplomatische Lösungen kämpfen muss, lässt sich natürlich nicht von einem Martin Schulz ins Visier nehmen. Nein, Studio G in Berlin-Adlershof, das war eine Spielwiese für unsere Bundes-Angi. Setzte der bestens vorbereitete SPD-Mann mit der dunkelblauen Hose einen Angriff, konterte die Dame im frisch-blauen Kleid souverän. Schulz: „Hier muss Europa zusammenhalten und Stärke zeigen“. Merkel: „Ich habe eben erst mit dem französischen Präsidenten telefoniert und dieses Thema besprochen“. Das sitzt. Punkt Merkel. Nur ein Beispiel von vielen. Merkel hat einfach den „Das-ist-seit-Jahren-mein-Job“-Vorteil, sie hat auch in anderen Ländern viele Präsidenten kommen und gehen sehen und sich Respekt rund um den Globus verschafft. Passend dazu auch die Schlussworte der beiden Kontrahenten: Während Martin Schulz ein nettes Statement abgab, was wer in 60 Sekunden verdient und für was man diese Zeit auch nutzen kann, verabschiedete  Frau Merkel die Zuschauer mit einem "Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend." Nichts politisches, einfach nett. Und genau das wollen die Menschen. Nicht mehr, nicht weniger!

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