Und eine extra Prise "Liebe"

Es Schorschla liebt ja seinen Sonntag. Schon der Start ist jede Woche ein Traum. Frisch

 

aufgebackene Bamberger Hörnla vom Bäcker seines Vertrauens, dazu eine selbstgemachte Erdbeermarmelade von Mama und dazu ein dampfender Kaffee aus in Franken gerösteten Bohnen. Mehr geht kaum, das ist Genuss pur und perfekte Erholung. Sie kennen sicher dieses Gefühl, den Kontrapunkt oftmals nervenden Alltagsstress. Passives Krafttanken, Yoga für die Seele.

Beim Blättern in einer älteren Wochenzeitung stolperte es Schorschla am Sonntag über einen Artikel, der mit den Worten „Liebe ist keine Zutat“ überschrieben war. Darin ging es um einen bizarrer Rechtsstreit in den USA: Die US-Aufsichtsbehörde für Lebens- und Arzneimittel, abgekürzt FDA, verlangt von einer Großbäckerei im Bundesstaat Massachusetts, "Liebe" von ihrer Zutatenliste zu streichen. Die Firma wettert gegen Behördenwillkür.

Es geht um ein (außer)gewöhnliches Müsli? Die auf der Verpackung abgedruckten Haferflocken, Nüsse, Rosinen werden von den Beamten als Zutaten anerkannt. Nicht aber Gefühle. Und so wurde jetzt ein offizielles und kurioses Dokument versandt. "Ihre Marke Nashoba Granola führt die Zutat 'Liebe'", heißt es in einem "Warning Letter" an das Unternehmen. Liebe sei "kein gewöhnlicher oder üblicher Name für eine Zutat".

Die Nashoba Brook Bakery verkauft ihre Produkte in rund 120 Läden und beschäftigt rund 75 Mitarbeiter. Firmenchef John Gates ärgert sich über den Brief: "Ich finde es toll, dass wir "Liebe" auflisten". Viele Kunden würden eben fragen, was die Produkte des Unternehmens so gut mache - und das sei eben Liebe. Der FDA wirft er vor, den Bogen zu überspannen. Das Vorgehen der Behörde befeuere "das Gefühl vieler Amerikaner, dass die Regierung ihre Kompetenzen übertritt". Er fühle sich "wie bei George Orwell" oder in einem "Babysitter-Staat".


Es Schorschla hat sich also gefragt, ob die Bamberger Hörnchen auf seinem Frühstückstisch zumindest mit Liebe gebacken seien. Oder nur lustlos in den Ofen geschmissen wurden. Ok, eine Zutat ist es wahrlich nicht. Die Liebe. Nicht im Backwerk. Auch nicht in anderen Handwerkszünften. Oder gar beim Zeitungsmachen. Aber für das WOBLA weiß es Schorschla aus vielen Gesprächen, dass das kleine Team in der Biegenhofstraße 15 Woche für Woche auch jede Menge Liebe zum Detail steckt – und das seit mehr als 36 Jahren. Offiziell aufgeführt ist das nirgends, aber die treuen Leserinnen und Leser merken das sicherlich beim Durchblättern.

John Gates hat übrigens keine Lust auf einen gerichtlichen Streit mit der FDA. Er hat versprochen, dass der Begriff „love“ wieder von den Verpackungen gelöscht wird. Ja, die Beamten bevorzugen eben liebloses Einheitsgebäck. Was es Schorschla schon etwas traurig stimmt. Einziger Trost: Die Bamberger Hörnchen am Sonntag, die sind ganz sicher mit Liebe gebacken. Auch wenn’s nicht explizit drauf steht.  

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