Kniefall gegen Trump

Ist die Politik nun eine sportliche Aufgabe? Oder der Sport eher ein Politikum? Wahrscheinlich liegt die Wahrheit wie so oft etwa in der Mitte. Mal so, mal so

. Die eine, richtige Antwort auf diese Fragen gibt es wohl nicht. Es liegt immer im Auge des Betrachters. Auch es Schorschla ist zwiegespalten. Auf der einen Seite wünscht es sich mündige Sportler, die auch einmal neben den einstudierten Floskelantworten ehrlich Stellung beziehen zu Geschehnissen im eigenen Verein oder im eigenen Land. Andererseits ist es aber auch heikel. Die Zusammenhänge sind oftmals undurchschaubar und schon von den Profis nicht in wenigen Sätzen erklärbar. Weshalb sollen sich zum Beispiel hochbezahlte Fußballer also unnötig in die Nesseln setzen und für Schlagzeilen abseits des Rasens sorgen? Also, lieber doch die üblichen „manchmal gewinnt eben der Bessere“-Statements.       


Ganz anders die Ausgangssituation im Amerika des Jahres 2017. Der US- Sport ist derzeit politischer denn je. Ob Football oder Basketball: Athleten protestieren gegen US-Präsident Donald Trump. Allen voran der größte Superstar: NBA-Legende LeBron James.

Jüngst geschehen beim "Media Day", einer schönen Tradition im US-Sport. Immer in der Woche vor Saisonbeginn - die NBA startete Mitte Oktober - öffnen sich die Spieler der Presse, geben Interviews, lassen sich fotografieren. Man redet über Strategien und Chancen, Verletzungen und darüber, wer wohin gewechselt hat und warum. Und, in James' Fall, über seine Fehde mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Es ist eine Fehde, die Trump aus politischem Kalkül angezettelt hat - zuerst gegen die Football-Liga NFL, aber auch gegen alle Sportler, die sich der Kniefall-Aktion des Quarterbacks Colin Kaepernick angeschlossen haben, um gegen Rassismus zu protestieren. Trump hat das zur Schändung von "Hymne, Flagge und Nation" umgedeutet.


Zum Hintergrund: Weil NBA-Superstar Stephen Curry nach dem Geschmack von Donald Trump zu lange darüber nachdachte, ob er der Einladung ins Weiße Haus zur Ehrung der Meisterschaft der Golden State Warriors folgen sollte, lud der US-Präsident den berüchtigten Drei-Punkte-Schützen via Twitter wieder aus. Darauf folgte eine Welle der Entrüstung und Solidarisierung von NBA-Profis mit Curry. Ganz vorne dabei: Megastar LeBron James. „Du Penner“, twitterte James in Richtung von Trump, ohne ihn direkt zu adressieren oder beim Namen zu nennen. „Stephen Curry hat schon gesagt, dass er nicht kommt! Also gibt es keine Einladung. Ins Weiße Haus zu kommen, war eine große Ehre, bis Du aufgetaucht bist!“  Bereits nach neun Stunden hatte James mehr als eine Million Likes eingesammelt.
Damit aber nicht genug: Zahlreiche andere NBA-Profis solidarisierten sich mit dem besten 3-Punkte-Schützen der amerikanischen Basketball-Liga. Currys Arbeitgeber, die Golden State Warriors, erklärten wenig später in einen Statement, sie akzeptierten, „dass das Team nicht eingeladen worden ist“. Und Pete Souza, über die volle Amtszeit von acht Jahren Barack Obamas Chef-Fotograf, unterstrich in einem Instagram-Post mit einem Fotorückblick einmal mehr, wie sehr sich die Administrationen von Trump und Obama unterscheiden. Curry war der Einladung von Obama im vergangenen Jahr noch erkennbar gerne gefolgt und hatte mit dem damaligen US-Präsidenten Basketball gespielt. JA, manchmal sagt ein Bild eben immer noch mehr als 140 Zeichen auf Twitter.

 

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