Goldrausch und Grüße an Einstein

Normalerweise kommentiert es Schorschla an dieser Stelle ja am liebsten aktuelle Geschehnisse

 

aus Bamberg, Deutschland und der Welt. Heute nicht. Wir blicken zum einen hinaus ins vermeintlich unendliche Weltall, zum anderen zurück zum 17. August 2017. An diesem Sommertag exakt um 14 Uhr 41 Minuten und 04 Sekunden mitteleuropäischer Sommerzeit registrierte der "Fermi"-Satellit am 17. August dieses Jahres einen Strahlungsblitz mit dem wissenschaftlichen Kürzel GRB 170817A, der weder besonders stark noch besonders weit entfernt war. "Etwa eine halbe Stunde nach der Beobachtung haben wir mitbekommen, dass das etwas ganz Besonderes ist", sagt Andreas von Kienlin, Astrophysiker vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching. Der Grund dafür war, dass auch der "Ligo"-Gravitationswellendetektor in Hanford im US-Bundesstaat Washington das Ereignis bemerkt hat. Dort bekam es die Katalognummer GW170817.

Heute sprechen Wissenschaftler rund um den Globus von einem "ganz besonderen Ereignis". Mit Dutzenden Teleskopen haben die Forscher beobachtet, wie zwei Neutronensterne kollidierten und konnten erstmals Gravitationswellen, die ein gewisser Albert Einstein bereits vor mehr als 100 Jahren vorhergesagt hatte, der kosmischen Katastrophe messen. Der Startschuss für ein neues Astronomie-Zeitalter, da sind sich alle akademischen Sternengucker einig.

Es Schorschla gehört zur Spezies der gemeinen Sternengucker. Will heißen:  Keinerlei wissenschaftliche Ambitionen, erkennt großen und kleinen Wagen, freut sich über Sternschuppen und wünscht sich immer sofort etwas ganz Besonderes, was aber bislang leider noch nie in Erfüllung gegangen ist. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Und da sind wir schon wieder beim Thema: Andreas von Kienlin gehört zu einer Gruppe von Forschern, die mit einem speziellen Messgerät auf dem Weltraumteleskop "Fermi" nach riesigen Strahlungsexplosionen im All lauschen. Etwa vier- bis fünfmal pro Woche zeugen Hinweise von besonders interessanten Gammastrahlenausbrüchen. Die Forscher nennen diese Ereignisse nach dem englischen Begriff Gamma-Ray Burst (GRB). Binnen Sekunden wird bei solch einem GRB mehr Energie frei als unsere Sonne in fast fünf Milliarden Jahren ins All geblasen hat. Für viele ist das nur schwer vorstellbar. Forscher Kienlin sagt dagegen lakonisch: "Wenn man pro Woche vier explodierende Sterne sieht, wird man ein bisschen abgebrüht."

Neutronensterne gehören zu den faszinierendsten und exotischsten Objekten des Universums. Sie sind die Überreste riesiger Sonnen, die unter der Wirkung ihrer eigenen Schwerkraft zusammengebrochen sind - nachdem ihnen der Treibstoff für die Kernfusion in ihrem Inneren ausgegangen ist. Übrig bleiben extrem kleine Himmelskörper - Neutronensterne haben nur einen Durchmesser von 20 Kilometern - mit einer extremen Dichte. Trotz ihrer Mini-Ausmaße können sie mehr Masse als unsere Sonne besitzen. Eine stecknadelkopfgroße Portion ihrer Materie wiegt so viel wie ein voller Öltanker.
Auch das ist fürs Schorschla nur schwer vorstellbar. Von diesen Exoten des Universums also waren zwei zusammengestoßen, rund 130 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Was es Schorschla als Astronomie-Laien aber besonders fasziniert. Bei Beobachtungen der betreffenden Himmelsregion in der Galaxie NGC4993 fanden die Forscher in den Tagen nach der Kollision unter anderem Hinweise auf riesige Mengen an neu entstandenem Gold und Platin. Mein Gott ist das alles aufregend …  

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