Das Gegenteil von paradiesischen Zuständen

Als regelmäßige Schorschla-Leser muss ich Ihnen an dieser Stelle ja nicht erklären,

 

dass der Schreiber dieser Zeilen nicht zu den Menschen zählt, die sich jammernd von einem düsteren Tag in den nächsten stürzen. Auch die weit verbreitete Unsitte, alle anderen für die eigene schlechte Stimmung verantwortlich zu machen, liegt dem Schorschla mehr als fern. Jeder ist ja bekanntlich seines eigenen Glückes Schmied.          

Diese Grundeinstellung zum Leben beinhaltet auch die Tatsache, dass man hier in seiner geschätzten und geliebten Heimat sein hart verdientes Einkommen ehrlich versteuert. Ohne Wenn und Aber. Schließlich profitieren unsere Kinder von einem Schulsystem, die Renten sollten auch zukünftig sicher sein, die Infrastruktur im Lande ist in vielen Punkten internationale spitze. Ja, wenn wir jammern, dann bis auf wenige Ausnahmen auf ganz, ganz hohem Niveau!

Auch Neid auf den Nachbarn, die Freunde oder den Chef ist in diesem Zusammenhang völlig unangebracht. Gönnen wir doch unserem direkten Umfeld doch alles erdenklich Gute und nehmen wir es als positiven Ansporn, uns auch erreichbare, positive und motivierende Ziele zu stecken.
      
Jetzt aber zum eigentlichen Grund dieses Artikels. Den unsäglichen, am Rande der Legalität – oder oft auch im kriminellen Bereich - zelebrierten Steuertricks von Superreichen und Milliardenkonzernen. Sie gönnen sich seit Jahren und Jahrzehnten komplizierte internationale Firmengeflechte -  alles im Sinne der Gewinnmaximierung. Das Volk erfährt von diesen Methoden über Panama oder Paradise Papers, kann nur mit dem Kopf schütteln und sich über die Ignoranz und Gleichgültigkeit der Politik ärgern. Schuldet Anna Müller dem Finanzamt auch nur 20 Euro dauert es nicht lange, bis die Androhung einer Zwangsvollstreckung in den Briefkasten flattert. Überzeiht man die Abgabe der Umsatzsteuer einen Tag, kann man sich schon einmal auf Strafzinsen einstellen. Ja, Disziplin muss eben sein. Aber die Großen, also die ganz ganz Großen, die machen offensichtlich tagtäglich was sie wollen. Und die Herren Schäuble und seine Kollegen können nur zuschauen. Oder wollen nur zuschauen. Da ist sich es Schorschla noch nicht ganz sicher. Fakt ist: Das ist eine ganz gefährliche Entwicklung. Warum schreibt man nicht ein Gesetz fest, dass Unternehmen und Geschäftsleute verpflichtet, das Geld dort zu versteuern, wo es eingenommen wird? Es wäre eine Revolution, vielleicht der Anfang vom Ende fragwürdiger Milliardendeals auf wunderbaren Karibikinselchen. Nichts gegen weiße Strände, blauen Himmel und paradiesischen Sonnenuntergängen. Aber bitte nicht alles auf kosten ehrlicher Steuerzahler. In Deutschland und sonstwo auf unserem Globus.         

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