Was haben denn die geraucht?

Jamaica? Da dachte es Schorschla über Jahrzehnte an wunderbare Dinge. Karibik. Weißer Strand.

 

Blauer Himmel. Coole Rhythmen. Bob Marley. Und natürlich lustige Dinge zum Rauchen.  Doch die Zeiten haben sich geändert. Seit Wochen ist dieses Wort in Deutschland in den Sumpf der großen Politik gerutscht. Was an der Tatsache liegt, dass Parteien mit Farben charakterisiert werden. Schwarz für alles mit einem großen C am Anfang, Grün für das „Bündnis 90“  und Gelb für die FDP. Nach der Bundestagswahl am 24. September war schnell klar, dass das Ergebnis ein sinnvolles Regieren unseres Landes nicht einfach machen würde. Zwar feierte Angela Merkel einen Wahlsieg, doch die Kombination aus einem schmollenden, streitsüchtigen und geschlagenen Martin Schulz (SPD), einer starken AfD und vielen Parteien auf Augenhöhe forderte parteiübergreifende Verhandlungen und Kompromissbereitschaft. Eine große Koalition wurde von den Genossen sofort ausgeschlossen und so kam eben die Schwarz-Gelb-Grüne Jamaica-Koalition ins Spiel. Ein theoretisches Gedankenkonstrukt, welches nach wochenlangem Gezanke auf Kindergartenniveau am Sonntag kläglich scheiterte.    "Es hat sich gezeigt, dass die vier Gesprächspartner keine gemeinsame Vorstellung von der Modernisierung unseres Landes und vor allen Dingen keine gemeinsame Vertrauensbasis entwickeln konnten. Es ist besser nicht zu regieren, als falsch zu regieren". Mit diesen Worten setzte FDP-Chef Lindner in der Nacht zum Montag einen Schlussstrich unter das unsägliche Berliner Schmierentheater. Wenige Stunden später verfolgte es Schorschla dann das TV-Polit-Drama live auf den unterschiedlichen TV-Kanälen. Kurze Zusammenfassung: Die SPD ist immer noch stur und will Neuwahlen, die Linken blasen ins selbe Horn, die Grünen sind enttäuscht und beleidigt, die FDP möchte ihr eben wieder angefachtes Feuer nicht sofort wieder durch faule Kompromisse auslöschen und Kanzlerin Merkel würde auch bei Neuwahlen wieder antreten. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier appelliert an alle Parteien, das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren und noch einmal in sich zu gehen um nach einer praktikablen Lösung für unser Land zu suchen. Und die Damen und Herren der AfD schlagen sich hinter den Kulissen wohl die Schenkel vor Freude blutig. Armes Deutschland!
Schauen wir doch einmal auf die netten Zitate der Ex-Jamaikaner: Grünen-Chef Özdemir war nach eigenen Aussagen „zu einer Verständigung bis zur letzten Sekunde bereit“, die Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt betont am ausdrücklich, dass sie davon ausgehe, dass dieses Bündnis hätte zustandekommen können. "Es ist ein Tag mindestens des tiefen Nachdenkens, wie es weitergeht in Deutschland. Ich als Bundeskanzlerin, als geschäftsführende Bundeskanzlerin werde alles tun, dass dieses Land auch durch diese schwierigen Wochen gut geführt wird", zeigt sich Bundes-Angi nachdenklich. "Es ist schade, dass es am Ende nicht gelungen ist, dies zum Ende zu führen, was zum Greifen nahe war", meldet sich CSU-Chef Seehofer zu Wort. "Die Ausgangslage für die SPD hat sich nicht verändert. Wir haben kein Mandat für eine erneute große Koalition", meldet sich SPD-Vize Stegner auf Twitter. Und die Parteichefin der Linken Katja Kipping wird in der Berliner Zeitung mit folgenden Worten zitiert. "Es muss jetzt schnellstmöglich Neuwahlen geben, denn eine Fortsetzung der großen Koalition kann sich niemand ernsthaft wünschen."

Als mehr oder minder neutraler Beobachter dieser Premieren-Drama-Aufführung auf der großen Berliner (Polit-)Bühne bekommt man schnell den Eindruck, dass ein Jamaika-Bündnis nicht an der unterschiedlichen Einstellung bei wichtigen Sachfragen, sondern am überzeichneten Ego der Unter- und Oberhändler gescheitert ist. Ja, scheitern musste. Womit wir wieder mitten in Jamaika sind. Oder besser gesagt bei Bob Marley. Denn die Reggae-Ikone analysierte schon vor Jahrzehnten treffen: „Auf einer geteerten Straße kann man den richtigen Weg nicht finden“. Eine Lebensweisheit, die leider nicht nur am Strand der Montego Bay gilt, sondern offensichtlich auch im Berliner Zentrum der politischen Macht!

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