Französische Spezialitäten im Nudistenrestaurant

FKK-Restaurant in Paris. „Die ziehen Dich aus bis auf die nackte Haut“. Dieser Spruch als Analyse

 

eines Restaurantbesuchs ist rund um die Welt ein verheerendes Urteil. Zumindest bis vergangene Woche. Denn ausgerechnet in Paris wurde das erste Nudisten-Restaurant eröffnet. Unglaublich, meint es Schorschla. Obwohl? In der Stadt der Liebe? Nackte Tatsachen beim romantischen Candle-Light-Dinner? Französische Spezialitäten im Adams- oder Evekostüm? Naja, hier gilt wie bei so vielem im Leben: Alles Geschmackssache!   

Ein weißer Vorhang verhüllt züchtig das Schaufenster des Restaurants in einer ruhigen Seitenstraße im 12. Pariser Bezirk. Nur der Name und das Menü verraten den Gästen, dass sie an der richtigen Tür klingeln: Willkommen im "O'Naturel", auf deutsch: "natürlich" - dem ersten Nudisten-Restaurant in Frankreich.

Gastgeber sind die Zwillingsbrüder Mike und Stéphane Saada. Die beiden 42-Jährigen haben bisher für eine Versicherung gearbeitet, mit FKK hatten sie wenig am Hut. Aber das Thema fasziniert sie, sie wollten die Nudisten "verstehen und entschlüsseln". Denn die „Grande Nation“ gilt als Eldorado für FKK-Anhänger weltweit. "FKK gleich Ferien", habe es bisher geheißen, erklärt Stéphane Saada. Man habe jedoch nur im Sommer Nudist sein können. Nun gibt es das "O'Naturel" - in dem man das ganze Jahr nackt sein kann.

Es Schorschla hat sich informiert: Wer in das Restaurant eintritt, muss zunächst die Hüllen fallen lassen. Mantel, Anzug oder Kleid werden sorgsam in Schließfächern verstaut, ebenso Handtaschen und Portemonnaies. Männer dürfen immerhin ihre Socken anbehalten, die weiblichen Besucher auch ihre Schuhe. "Sie hängen an ihren Absätzen", haben die beiden Gastronomen beobachtet.
Einzige Dekoration sind zwei blattlose Bäume. Unverhüllt und zwanglos solle dies wirken, sagt Saada. "Unsere Gäste sollen nicht den Eindruck haben, dass jeder im Raum sie anstarrt." Aus Stoff sind nur die Tischdecken und die Servietten. Und natürlich die Anzüge der Saada-Brüder, die die Gäste persönlich bedienen. Denn Servicekräfte müssen nach dem französischen Gesetz bekleidet sein.

Zumindest Yves Leclerc, Präsident des französischen FKK-Verbandes Fédération française de naturisme (FFN) ist von dem neuen Genuss-Konzept begeistert. "Wir sind im Herzen von Paris und können nackt essen, das ist fast schon surreal", frohlockt Leclerc. "Es ist wie im Urlaub, nein, es ist besser als im Urlaub." Die Nachbarn reagieren angeblich mit hochgezogenen Augenbrauen auf das neue Etablissement, das neben einer Kinderkrippe aufgemacht hat. "Ich habe nichts gegen FKK am Strand", sagt eine 42-jährige Anwohnerin. "Aber splitterfasernackt mit anderen essen, was soll das bringen?"

Auch ja, eines noch zum Schluss: Geraucht werden darf im "O'Naturel" natürlich auch nicht. Wäre ohnehin nicht ganz einfach, denn wo sollte man den das Feuerzeug oder die Streichhölzer herzaubern. Wie heißt es doch so schon: „Schon mal einem Nackten in die Taschen gelangt“?

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