Plastikfreier Einkaufsbummel

Viel wurde in den vergangenen Monaten gesprochen über die verheerende „Plastikflut“.

 

Eine griffiger Wortschöpfung, gerade dann, wenn man die riesigen, unkontrolliert herumtreibenden, quadratkilometergroßen Müllteppiche in den Weltmeeren vor Augen hat. Denn nicht alles, was wir erst ohne schlechtes Gewissen beim Discounter in unseren Einkaufswagen und später guten Gewissens in unserem gelben Sack entsorgen, landet auch dort, wo es eine sinnvolle Wertschöpfungskette zurückgeführt wird. Nein. Viel zu viel Müll wird seit Jahren und Jahrzehnten über mafiöse Systeme ganz weit entfernt von unserer ziviliserten westlichen Welt illegal entsorgt. Ein Milliardengeschäft, wie so vieles zu Lasten unserer Umwelt und der nächsten Generationen. Arme Erde!

So kann es nicht mehr weitergehen, haben auch unsere Herren und Damen Politiker erkannt. Erst wurde viel geredet, dann wagte man die ersten kleinen Schritte. Und siehe da: Es wirkt. Natürlich nicht von heute auf morgen. Aber zumindest gibt es jetzt schon einmal keine kostenlosen Plastiktüten mehr an den Kassen. Wie gesagt: Ein kleiner Schritt. Aber immerhin. Plötzlich wird nachgedacht. Nein, die zehn Cent spare ich mir, ich nimm zum Einkaufen immer eine Stofftüte mit. Und man ärgert sich sogar, wenn man diese dann zu Hause hat liegen lassen. Nicht nur wegen der zehn Cent, sondern es ist auch ein bisschen das schlechte Gewissen, welches sich da meldet. Zumindest beim Schorschla.

Kommen wir zum nächsten Schritt. Denn vielen Verpackungen an sich. Jede scheibe Käse, eingeschweißt. Jeder Schinken: Luftdicht verpackt. Selbst Obst und Gemüse – aus hygienegründen foliert. Das muss sich ändern. Lieber morgen als übermorgen. Und ja, die großen Lebensmittelhändler wollen jetzt angeblich nach Alternativen suchen. Stand letzte Woche in verschiedenen Zeitungen zu lesen. Verpackungen aus Kunststoff sollen schon bald der Vergangenheit angehören. Aldi Nord betont zum Beispiel, generelles Firmenziel sei es, "den Anteil unverpackter Obst und Gemüseartikel sukzessive zu erhöhen, um einen Beitrag zur Reduktion von Verpackungsmaterial zu leisten". Aldi Süd weist darauf hin, dass das Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren die Gesamtmenge an Verkaufsverpackungen insgesamt um acht Prozent reduziert habe - und das bei steigenden Umsatzzahlen. Ab dem zweiten Quartal dieses Jahres will der Discounter außerdem bei Biotomaten Graspapier- und Zuckerrohrschalen als Verpackungsalternativen testen. Auch Lidl will mehr unverpacktes Obst und Gemüse anbieten, wie ein Unternehmenssprecher bestätigt. Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka betont, die Reduzierung von Verpackungen sei ein Schwerpunktthema bei den Nachhaltigkeitsbemühungen des Unternehmens. Der Anteil ökologisch vorteilhafterer Verpackungen werde "kontinuierlich erhöht". Und auch Rewe hat bereits verschiedene Initiativen zur Plastikvermeidung gestartet. So werden seit Oktober vergangenen Jahres Bananen nur noch unverpackt verkauft. Außerdem testete das Unternehmen die Kennzeichnung von Bioavocados und Biosüßkartoffeln mit Laser-Logos, um unnötige Verpackungen zu vermeiden.
Es tut sich also einiges, was im Grunde längst überfällig ist. Was aber können wir tun? Ganz viel! Denn die Verbraucher bestimmen die Zukunft des Handel(n)s. Bestellen wir die Dinge des täglichen Bedarfs und unsere Bekleidung nur noch über Amazon, werden immer mehr Geschäfte in den Innenstädten schließen. Greifen wir beim Einkauf vermehrt zu umweltfreundlich verpackten Lebensmitteln, wird mit Sicherheit die Menge an Plastik und Folien sinken. Wir haben es also selbst in der Hand, wo der Weg hinführt. Das sollten wir nie vergessen und entsprechend handeln. Für unsere Erde und unsere Kinder. In diesem Sinne: Viel Spaß beim nächsten umweltbewussten Einkaufsbummel.   

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