Arme Erde?

Lieber arm dran als Arm ab. Mit diesem ziemlich unsinnigen Satz konnte es Schorschla schon

 

zu Kindertagen einige Lacher ernten. Ein uraltes Witzchen für die Froschgruppe. Dabei ist das Thema Armut natürlich alles andere lächerlich. Eher vielschichtig und von Vorurteilen, Emotionen und  Halbwissen geprägt. Was auch eine Umfrage des reichsten Mannes auf unserem Globus beweist. „Wie hat sich die Armut auf der Welt seit 1990 verändert?“ Sie ist um 50 Prozent gesunken. Sie ist um 25 Prozent gesunken. Sie ist gleich geblieben. Sie ist um mehr als 25 Prozent gestiegen.

Dies fragte der US-amerikanische Unternehmer und Microsoft-Gründer Bill Gates (61) vor wenigen Monaten. Über die Auswertung war Gates mehr als verblüfft, wie er in einem offenen Brief Warren Buffet schreibt. Ziel seiner Studie war es nämlich nicht, das Allgemeinwissen oder gar die Intelligenz der Befragten zu überprüfen, sondern etwas ganz anderes: Die Sichtweise, wie Menschen in die Zukunft blicken.

Und Gates sieht sich bestätigt. Die Menschheit ist viel zu pessimistisch. Ganze 70 Prozent waren der Meinung, die Armut sei um 25 Prozent angestiegen. Die zweithäufigste Antwort war, die Armut sei gleich geblieben. Weitaus weniger Menschen — immerhin nur elf Prozent — dachten, die Armut sei um 25 Prozent gesunken. Das Schockierende: Nur ein Prozent der Menschen stimmte für die richtige Antwort: Die Armut ist um mehr als 50 Prozent zurückgegangen, statt zwei Milliarden Menschen, die noch in den Siebzigern in absoluter Armut lebten, sind es nun noch 700 Millionen. Gates gnadenloser Schluss: Die Menschen sind fürchterliche Pessimisten.

Das sollte uns zu denken geben. Dabei geht es für Bill Gates und seine Frau Melinda nicht um das Reinwaschen eines schlechten Gewissens oder um eine Verharmlosung der aktuellen Situation. Ganz im Gegenteil: Die „Gates Foundation“ kämpft seit vielen Jahren für bessere Lebensbedingungen. Ihre Schwerpunkte legen sie dabei auf die Schulbildung, den Ausbau der Gesundheitsvorsorge und medizinischer Hilfsmittel sowie die Bekämpfung der Armut, gerade in vermeintlich armen Ländern wie Nigeria. Auch wenn die Finanzkrise laut Gates ein großer Rückschritt für die weltweite Gesundheit darstellte, hat der wohltätige Multimilliardär-Paar die Hoffnung an eine bessere Zukunft nicht verloren. „Es ist besonders wichtig, optimistisch zu bleiben, wenn wir mit Enttäuschungen klarkommen müssen“, so Melinda Gates. „Optimismus ist nicht der Glaube, dass alles besser wird; es ist die Überzeugung, dass wir Dinge besser machen können.“, fügt sie außerdem hinzu und spricht damit auch auf die Auswertung von Gates Test an. Denn nur, wenn die Menschen lernen, optimistischer in die Zukunft zu blicken, seien sie bereit dazu, Dinge selbst in die Hand zu nehmen und daran zu glauben, auch etwas bewirken zu können. Ein schöner Gedanke, oder!?

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