Voll eine aufs Ohr bekommen

Heute widmet sich es Schorschla nach einigen Wochen im Zeichen von Donald Trump

 

und den Schwierigkeiten einer Regierungsbildung im eigenen Land wieder einmal den ganz normalen Alltagsproblemen. Wir blicken nach Hamm in die vier Wände eines heilpädagogischen Heims. Dort kümmern sich engagierte Erzieher und Erzieherinnen tagein tagaus um das Wohlfinden und die Entwicklung von Kindern. Diese haben natürlich manchmal - wenn nicht sogar immer - ihren eigenen Kopf und lassen sich Dinge einfallen, mit denen ein Erwachsener kaum rechnen kann. Ein Beispiel: Sie schreien, gerade dann, wenn man es nicht erwartet. Was eine jungen Dame vor einigen Monaten schmerzhaft erfahren musste. Es Schorschla fasst das Geschehen kurz zusammen: Ein Schrei, ein Schmerz, ein Klingeln im Ohr. Diagnose Tinnitus.  Jetzt die Frage: Arbeitsunfall oder nicht? 

Viele Arztbesuche hat die engagierte Erzieherin bereits hinter sich, trotz intensiver Behandlung hätten sich die Symptome kaum gemindert, erklärt die Klägerin dem Richter ihr Leid. Da solle doch zumindest  die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen die angefallenen Kosten erstatten. Dabei handelt es sich um ein Gerät, das wie ein Hörgerät im Gehörgang platziert wird und das mit einem Rauschgeräusch den Tinnitus überdecken soll. Auf diese Weise soll die Wahrnehmung des eigenen inneren Ohrgeräuschs verlernt werden.
Der erstaunliche Richterspruch kling(el)t dem Schorschla noch in den Ohren. Denn das Sozialgericht befindet in seiner am Montag veröffentlichten Entscheidung (Aktenzeichen S 17 U 1041/16), dass ein einzelner menschlicher Schrei keinen Tinnitus hervorrufen könne. Damit dürfe man den Tinnitus der Frau auch nicht als Arbeitsunfall werten. Weiter steht da zu lesen: „In der Wissenschaft ist lediglich anerkannt, dass bis zu 130 Dezibel laute menschliche Schreie Mini-Lärmtraumata mit vorübergehenden Hörminderungen verursachen können. Bleibende Hörschäden, wie etwa ein dauerhafter Tinnitus, sind aber nicht zu erwarten“. Es Schorschla meint: Da vergeht einem das Hören und vielleicht sogar das Sehen. Denn im Auge des Rechtsstaats haben Versicherungen offenbar schon eine sehr starke Lobby. Was leider nicht nur Erzieherinnnen zur Verzweiflung bringen kann. 

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