Rings and fire

Es waren herrliche Tage im südkoreanischen Pyeongchang. 17 Tage pure Emotionen,

 

unzählige bunte Bilder, die sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben werden. Die leuchtenden olympischen Ringe, welche die technikverrückten Südkoreaner mit Hilfe hunderter kleiner Drohnen in den nächtlichen Himmel „malten“, die Jahrhundertkür unseres Eislaufpaares Aljona Savchenko und Bruno Massot, Laura Dahlmeiers coole Windböenpause vor dem „goldenen Schuss“, Überflieger Andreas Wellinger und sein strahlendes Lächeln im Zielhang, das Bobteam, welches geschlechterübergreifend in die Goldspur fand und natürlich unsere begeisternden und begeisterten Eishockeyjungs mit ihrem coolen Chefcoach Marco Sturm, denen nur 55 Sekunden zum Goldtraum fehlten und die sich von dem kleinen Rückschlag das ausgelassene Feiern im Mannschaftsbus und im deutschen Haus nicht vermiesen ließen. Ja, das „Team D“ hat mehr als zwei Wochen das Leben vom Schorschla nachhaltig bestimmt, der olympische Traum war bis in sein Wohnzimmer im Herzen Bambergs zu spüren.

Inzwischen ist das olympische Feuer längst erloschen, zur Schlussfeier am Sonntag erfreute Athleten und Zuschauer noch einmal eine stimmungsvolle und ausgelassene Show. Ein bunter Mix aus E-Gitarre, traditioneller koreanischer Musik und klassischem Orchester, dazu ein bisschen Tanz, ein bisschen Lasertechnik und ein Hauch Folklore - zwei kurzweilige und unvergessliche Stunden. 

Ein Wermutstropfen ist vielleicht das Fehlen der russischen Flagge bei der Präsentation der teilnehmenden Länder. Wie auch bei der Eröffnung. Das IOC hatte sich im Vorfeld lange mit der Frage herumgeschlagen, wie mit Russland bei dieser Schlussfeier umgegangen werden sollte. IOC-Boss Thomas Bach hatte den Russen eigentlich alle Wege ebnen wollen, sie schnell wieder in die vermeintliche Normalität zu integrieren. Ihm kamen allerdings die zwei erwischten russischen Dopingsünder bei den Spielen in die Quere, danach wäre es nicht mehr vermittelbar gewesen, Russland mit allen nationalen Symbolen wieder auszustatten, als sei nichts gewesen.
IOC-Präsident Thomas Bach oblag es abschließend, die Spiele von Pyeongchang für beendet zu erklären. Verbunden mit den bei diesem Anlass von ihm stets gewählten hohen Worten. Er erinnerte noch einmal an die leichte Annäherung beider koreanischer Staaten, die mit dem gemeinsamen Frauen-Eishockeyteam ihren Ausdruck fand: "Sie haben gezeigt, wie Sport Menschen zusammenbringen kann in dieser instabilen Welt", formulierte er mit dem entsprechenden Pathos. Die Spiele hätten, so Bach "neue Horizonte erschlossen".

Bei allen wunderbaren neuen Horizonten möchte es Schorschla doch noch eine kritische Anmerkung zu Papier bringen. Denn das Thema Doping auf die „bösen Russen“ und das unkontrollierbare Staatsdoping von Herrn Putin zu beschränken, wird diesem Problem nicht gerecht. Denn der Welt-Anti-Doping-Agentur fehlt nach wie vor eine klare Linie. Das zeigte sich auch im Schatten der fünf bunten Ringe in Südkorea. Der 50-Kilometer-Ski-Langlauf, sozusagen der Winter-Marathon, wurde bereits als "Wettbewerb der Asthmatiker" betitelt, verfügen doch sehr viele Athleten über eine offizielle Erlaubnis, Asthma-Medikamente einzunehmen. So hatte allein die norwegische Olympia-Mannschaft auf dem Weg zu den Wettkämpfen in Südkorea 6000 Dosen Asthma-Mittel mit im Gepäck. Was aber scheinbar niemanden interessiert. „Wären die Damen und Herren wirklich derart erkrankt, könnten sie wohl ohne Lift gar nicht ihre Zimmer im olympischen Dorf erreichen, geschweige denn mehr als zwei, drei Kilometer bei gemütlichem Tempo im Schnee spazieren gehen“, erklärte ein Dopingexperte mit einem netten Lächeln im Interview. Ein Lächeln, das ehrlichen Sportlern wohl sofort im Hals stecken bleiben würde. Und ja, vielleicht bekommen wir noch Gold im Eishockey, wenn alle Proben der "Olympischen Athleten aus Russland" (OAR) ausgewertet sind. Aber wer will das schon? Sicherlich nicht die deutschen Eishockeycracks. Was sie sich wünschen, sind saubere, ehrliche, emotionsgeladene Olympische Spiele. Ohne jede Art von Doping. Vielleicht klappt das in vier Jahren in Peking. Wobei? Ausgerechnet in China? Sehr unwahrscheinlich. Nur so viel ist sicher: Unter neutraler Flagge werden die Athleten aus dem Land des Lächelns nicht einlaufen müssen. Dafür wird Herr Bach schon sorgen.   

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