Von wegen 12. Mann!

Ja, das Nervenkostüm der Fußballfans in ganz Europa ist inzwischen wieder einigermaßen gekittet, die Schwarz-Rot-Goldenen Fan-Utensilien wieder bis zu den nächsten Weltmeisterschaften 2018 in Russland eingemottet. Und trotzdem möchte es Schorschla noch einmal zurückblicken. Nicht auf die EM-Spiele selbst, nicht auf nervenaufreibende Elfmeterschießen oder ansägliche Spielerinterviews mit unfassbar dämlichen Fragen der Reporter.

Nein, es Schorschla möchte zurückblicken auf mehr als fragwürdige WM-Angebote großer Lebensmittelkonzerne, die (leider) immer noch in den Regalen der Supermärkte liegen und den Kunden für dumm verkaufen. Da gibt es zum Beispiel die EM-Snickers: Zwölf statt elf Schokoriegel, 80 Gramm Schokocreme extra, ein Bierglas gratis. Eine echte Mogelpackungen, sozusagen eine Schwalbe im Strafraum. Denn was der Süßwaren-Hersteller Mars unter dem Titel "12. Mann" und als "eine der größten Fußball-Promotion-Aktionen aller Zeiten" anpreist, ist ehrlich gesagt eine Unverschämtheit. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat nachgerechnet. So zahlen Metro-Kunden nach ihren Angaben für eine 600-Gramm-Packung mit zwölf Schokoriegeln 4,95 Euro. Das macht 77 Cent je hundert Gramm – ein gutes Drittel mehr als die fußballfreie Standard-Packung mit sieben Riegeln für 1,98 Euro oder 57 Cent je hundert Gramm.

Mars-Rivale Ferrero spielt in der gleichen Liga – bietet zehn Riegel plus Gratisbeilage an. "Die Angabe stimmt auch. Trotzdem ist die nächstgrößere Größe mit 18 Stück deutlich günstiger", ärgert sich Armin Valet von der Verbraucherzentrale. Auch selbst beim Bier sollte man genau hinschauen.
So verkauft die Brauerei Paulaner ein "Sixpack" aus fünf Halbliter-Flaschen plus Fußball-Trinkstiefel aus Glas. Wer davon ausgeht, dass es das Glas gratis als Dreingabe gibt, liegt allerdings schief. So kostet das Bier nach Erhebung der Hamburger Zentrale bis zu 25 Prozent mehr als die Variante im herkömmlichen Sechserpack mit Drittelliter-Flaschen. Ähnlich bei Volvic-Wasser. Wer zur schwarz-rot-gold dekorierten "Maskottchen -Flasche" mit 0,33 Litern greift, zahlt gegenüber dem normalen Halbliter-Gebinde bis zu 160 Prozent mehr.

Das war dann doch zu viel des Guten. Und es Schorschla hat sich kündig gemacht. Siehe da: Werbung mit Gratis-Angeboten beschäftigt regelmäßig die Gerichte. Denn einen Rechtsanspruch auf eine Preisreduzierung an der Kasse haben die Käufer nicht, selbst wenn die Werbung irreführend ist und eine Abmahnung rechtfertigt, so die Düsseldorfer Verbraucherschützer. Selbst der Bundesgerichtshof (BGH) mussten sich bereits letztinstanzlich mit dem Fall eines Getränkehändlers befassen. Der hatte mit dem Versprechen geworben, dass die Kunden beim Kauf eines Kastens Erfrischungsgetränke mit zwölf frei wählbaren 1-Liter-Flaschen aus verschiedenen Marken wie Coca-Cola, Fanta oder Sprite zusätzlich zwei Flaschen gratis erhalten. Diese beiden Flaschen hatte er in seine Grundpreis-Angabe eingerechnet. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sah darin einen Verstoß gegen die Vorschriften der Preisangabenverordnung, kam mit der Klage jedoch nicht durch. Also hilft nur eines: Genau hinschauen, vielleicht mal im Kopf kurz nachrechnen und notfalls, die Produkte kaufen, mit denen man auch in EM- oder WM-freuen Zeiten gut fährt. Denn wer lässt sich schon gerne verarschen …

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