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Warum immer wir?

Ja, wir Deutsche haben schon ein großes Talent, uns in all die Dinge einzumischen,

 

die im Grunde nichts außer Ärger bringen können. Jüngstes Beispiel: Die Festnahme von Charles Puigdemont. Der katalanische Separatistenführer sitzt seit Sonntag in einem deutschen Gefängnis - und Berlin steckt damit mitten im katalanischen Unabhängigkeitskampf. Heikel, heikel!

Es Schorschla konnte bei den 20 Uhr am Sonntagabend nur ungläubig mit dem Kopf schütteln. Der kleine dunkelhaarige „Held von Barcelona“ ist ja auf den ersten Blick kein Unsympathischer. Aber er hat es faustdick hinter den Ohren, denn ihm und seinen Anhängern geht es um nicht mehr und nicht weniger als die Unabhängigkeit Katalaniens von Spanien. Das ist so ähnlich – um es einmal auf unseren Breitengrad ganz einfach runterzubrechen –, als ob Markus Söder auf den großen Balkon am Münchner Rathausplatz stellen und erklären würde, dass Bayern jetzt genug habe von Deutschland  und zukünftig sein eigenes Ding machen wolle. Diese ständigen Zahlungen an Berlin, dieser verhasste Länderfinanzausgleich, gehe ihm und „seinem Volk“, also allen Weißwurstliebhabern, schon lange gehörig auf den Wecker. Und jetzt müsse einmal Schluss sein. Da würde es wohl unserer Langzeitkanzlerin schnell die Raute aus den Handgelenken drücken. Ja, das wäre ein handfester Skandal, der auch von einer freien Wahl oder einem Bürgerentscheid in München kaum zu mildern wäre.      

Also, dieser Carles Puigdemont hat die Massen mobilisiert, hat die spanische Regierung in Madrid und das Königshaus mehr als nur verärgert und musste ins Ausland flüchten, genauer gesagt nach Belgien, um einer Verhaftung wegen „Rebellion“ und „Aufwiegelung“ im eigenen Land zu entgehen. Diese Anklagepunkte wiederum gibt es im deutschen Strafgesetz gar nicht, aber der ausgesprochene europäische Haftbefehl ist längst auch in deutschen Amtsstuben angekommen. Und deshalb haben am Sonntag deutsche Polizisten Herrn Puigdemont bei seiner Rückreise aus Finnland, wo er einen Vortrag gehalten hatte, nach Belgien, kurzerhand festgenommen. Nnun sitzt der gleichermaßen beliebte wie verhasste Separatistenführer im Gefängnis und die neue Bundesregierung  ist sich unschlüssig, wie man diesen Fall nun weiter behandeln soll. Auslieferung? Freilassung? Quarantäne? 

Die innenpolitische Situation im beliebtesten Urlaubsland der Deutschen  war für die  Bundesregierung allenfalls ein Nebenschauplatz der europäischen Politik. Was sich da in Katalonien abspiele, sei ein innerstaatlicher Konflikt, friedlich zu lösen innerhalb der spanischen Verfassung, lautete die immer wiederkehrende Einschätzung. Nun setzt man auf den deutschen Föderalismus und seien Hintertürchen: Es sei die Justiz in Schleswig-Holstein, die über ein Auslieferungsverfahren zu entscheiden habe, heißt es unisono in Berlin.

Die spanische Regierung weist ihrerseits gerne darauf hin, "dass Puigdemont und andere nicht wegen ihrer politischen Haltung, sondern wegen konkreter Straffragen gesucht werden", betonte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag. Der Konflikt über Katalonien müsse "innerhalb der spanischen Rechts- und Verfassungsordnung" gelöst werden, man habe daher auch das Vorgehen der spanischen Regierung in diesem Konflikt unterstützt. "Spanien ist ein demokratischer Rechtsstaat", sagte der Sprecher der Kanzlerin.
Separatistische Bewegungen sind eine Gefahr für den Zusammenhalt der EU, davon ist man in der Bundesregierung überzeugt. Eine Vermittlerrolle hat Berlin aber bislang abgelehnt. Und es gibt keine Anzeichen, dass die neue Regierung dies anders sehen könnte - auch wenn in der Koalition mancher vorsichtig eine Vermittlungsmission anregt. "Die zunehmende Militanz eines Teils der Unabhängigkeitsbewegung verheißt nichts Gutes", erklärt SPD-Fraktionsvize Rolf Mützenich dem SPIEGEL. "Die Bundesregierung könnte bei einer europäischen Vermittlung eine aktive Rolle übernehmen." Es bleibt also spannend und vielleicht möchten einige unserer frischgewählten Volksvertreter nur etwas von anderen, nach Meinung vom Schorschla viel wichtigeren innenpolitischen Themen ablenken. Aber das ist nur eine wilde Vermutung, noch lange keine „Rebellion“ oder „Aufwiegelung“.

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