Schlau ist nicht gleich schlau

Es ist auch wirklich eine fiese Frage. Eigentlich ganz einfach und trotzdem kann man sie man nur falsch beantworten. Wie schlau sind Sie?

Was würden Sie antworten? Natürlich möchte man nicht zu dick auftragen. Aber sich auch nicht dümmer machen, als man tatsächlich ist. Ein typisch fränkische „noja, bassd scho“ wird nicht genehmigt. Eine fundierte Einschätzung wird erwartet. Da ist schon viel Selbstbewusstsein und Ehrlichkeit gefordert. Wobei auch das Geschlecht des Befragten eine entscheidende Rolle spielt. Denn laut einer Studie der Arizona State University, fehlt bereits jungen Studentinnen das Selbstbewusstsein, über das ihre männlichen Kollegen offenbar im Übermaß verfügen. Frauen stuften ihre eigene Intelligenz nämlich im Durchschnitt niedriger ein als Männer, selbst wenn es zwischen den Befragten objektiv gar keinen Unterschied gab.

Steckt hinter diesem Verhalten vielleicht sogar weibliche Logik, schoss es dem Schorschla sofort in den Sinn. Und hinter der männlichen Selbstüberschätzung über Generationen gepflegter und zur Perfektion entwickelter „Machoismus“? Forschungsleiterin Katelyn Cooper und ihre Kolleginnen wollten sich mit wilden Spekulationen nicht zufrieden geben und befragten 202 Studienanfänger im Fach Biologie. Zum Zeitpunkt der Befragung hatten die Studenten noch keine Tests geschrieben und hatten deshalb auch keine konkreten Anhaltspunkte über den Leistungstand ihres Kurses und ihrer Mitstudenten. "Immer wieder hatte ich von Studentinnen gehört, sie hätten Angst, für dumm gehalten zu werden", berichtet Cooper. Von männlichen Studenten sei ihr so etwas noch nie zu Ohren gekommen.

Stephanie Ekrod, die als Coach gezielt auch Wissenschaftlerinnen berät, erklärt das Phänomen mit vorherrschenden Rollenbildern. Unbewusst würden Männer und Frauen ihr Verhalten daran ausrichten, um nicht dem anderen Geschlecht zugeordnet zu werden. "Frauen empfinden es als negativ, wenn ihr Verhalten als zu männlich wahrgenommen wird", erklärt Ekrod, "und Männer vermeiden unbewusst, als zu weiblich empfunden zu werden".

Das Rollenstereotyp für Männer sehe vor, dass sie wettbewerbs- und durchsetzungsstark seien. Frauen sollten hingegen team- und harmonieorientiert handeln. "Deshalb vermeiden es Frauen unbewusst, ihre Stärke herauszustellen, weil es die Harmonie stören könnte", erklärt Ekrod. Das würde vielfach dazu führen, dass Frauen ihre eigenen Stärken nicht mehr so genau kennen. Psychologen beobachten schon im Kindesalter teils deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während Jungen das Leben eher als ständigen Wettstreit interpretieren, agieren Mädchen zurückhaltender und achten eher darauf, die Harmonie nicht zu stören. Es Schorschla freut sich insgeheim über die neuen Ergebnisse. Denn sie machen vor allem eines deutlich. Dass Männer von Frauen und Frauen von Männern noch einiges lernen können und sich als Team mehr oder weniger perfekt ergänzen. Und so soll es ja auch sein – Forschung hin oder her.  

 

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