Aufgepasst: Auch Paradiese haben ein Verfallsdatum

Blättern Sie auch gerade in einem bunten Reisekatalog auf der Suche

 

nach dem nächsten Urlaubsparadies? Oder scrollen Sie lieber durchs Internet, setzen auf Individualität und stellen sich Ihre Traumreise gerade selbst zusammen? Es Schorschla ist jedenfalls seit Tagen in perfekter Urlaubsstimmung. Schlendert durchs Welterbe, genießt die netten Gesichter auf der Unteren Brücke und wundert sich gleichzeitig, wie unfassbar schmutzig der Beton über der Regnitz eigentlich ist und war. Ein Premium-Eis, ein Rauchbierchen, dann wieder etwas Kunst des Portugiesen Rui Chafes, dazu blauer Himmel, und knapp 25 Grad. Wozu wegfahren mag man sich da denken, insbesondere beim Anblick der unzähligen Touristengruppen, die sich selbst am Sonntag durchs Welterbe drängen. Aber alle Herrlichkeit und Kultur in Ehren: Auch es Schorschla muss mal raus aus Bamberg. Richtig raus. Nicht nur so zum Brotzeitmachen aufs Land, sondern in richtig ferne Länder. Das öffnet den Geist, sagt man.

„Ich will Meer“, heißt es doch so schön in den Hochglanz-Reisemagazinen. Doch wie die Tageszeitung von gestern eigentlich nur noch als Verpackungsmaterial und das WOBLA von vergangener Woche nur noch zum kindlichen Hütchenbasteln dient, so sollte man sich auch vor alten Reiseführern und veralteten Internet-Artikeln und –Tipps hüten.

Beispiel gefällig? Vor ein paar Wochen galt die Philippinen-Insel Boracay noch als Traumziel. 2017 kürte das Reisemagazin "Condé Nast Traveller" das 300 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila gelegene Eiland zur "schönsten Insel der Welt" gekürt. Jetzt ist es eine No-go-Area, der philippinische Präsident Rodrigo Duterte nennt das ehemalige Paradies eien „Kloake“ und ordnete persönlich seine Schließung an.

Anfang der 80er-Jahre war die gerade einmal zehn Quadratkilometer große Insel noch ein Geheimtipp für Rucksack-Urlauber aus aller Welt. Die Hütten wurden noch aus Bambus gebaut, mit Kokospalmblättern als Dach. Wer eine Pause vom Strand wollte, konnte im Wald auf der Nordseite der Insel Flughunde und Fruchtfledermäuse beobachten. Heute gibt es mehr als 4500 Hotels, Gaststätten und sonstige Geschäfte, die vom Tourismus leben. Im letzten Jahr wurden mehr als zwei Millionen Besucher gezählt. So etwas wie eine funktionierende Kanalisation gibt es aber nicht.


Die nächsten sechs Monate bis zur geplanten Wiedereröffnung am 26. Oktober sollen genutzt werden, um gründlich aufzuräumen. Hotelbesitzerin Djila Winebrenner ist übrigens zuversichtlich, dass alles ein gutes Ende haben wird. "Boracay ist wirklich etwas Besonderes. Die Infrastruktur ist eine Katastrophe, aber die Insel hat einen Zauber. Wir sind bestimmt die schönste Kloake der Welt." Es Schorschla jedenfalls wird um Boracay erstmal einen großen Bogen machen. Vielleicht mal wieder Italien? Oder Spanien? Oder doch Griechenland? Ach was, wir bleiben hier. 25 Jahre Bamberg als Weltkulturerbe. Das muss gefeiert und genossen werden. Als Krönung noch eine weitere Meisterschaft der Basketballer und ein traumhaftes Konzert der Symphoniker. Dazu eine Stadtführung durch die eigene Heimat zur Inspiration und ein Nachmittag im neuen Hainbad – inklusive Rollrasen und neuem Sonnensteg. Darauf noch ein frisches Seidla Rauchbier. Denn ganz ehrlich: Wir leben hier schon ein bisschen wie im Paradies!   

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