Hundertprozentige Sicherheit ist leider Geschichte

Was war das doch für eine grausame Woche? Das „Hochsicherheitsereignis“ Euromeisterschaften 2016 eben ohne große Vorkommnisse abgeschlossen

 

 - die Hooligan-Ausschreitungen zwischen englischen und russischen Schlägern einmal außer Acht gelassen – und dann das. Erst rast ein irrer 31-jähriger Tunesier Donnerstagnacht in Nizza mit einem ausgeliehenen Laster über den Prachtboulevard Promenade de Anglais. Seine Absicht: Möglichst viele Menschen, die nach einem Feuerwerk ausgelassen den französischen Unabhängigkeitstag feiern zu töten. 84 Personen, darunter zwei Berliner Abiturientinnen mit ihrer Lehrerin, sterben vor Ort, viele Opfer ringen in den Krankenhäusern noch mit dem Leben. Ein Schock, der Präsident verlängert den ohnehin schon ausgerufenen Ausnahmezustand im Land um weitere Monate, der EM-Gastgeber im Schockzustand. Und mit ihm zusammen die gesamte westliche, freiheitsliebende Welt.Wenige Stunden später. In der Türkei. Ein Militärputsch. Schüsse. Explosionen. Panzer auf den Straßen. Die Lage unübersichtlich. Regierung und Putschisten feiern sich in der Nacht als Sieger. Am Morgen wird deutlich, dass der Aufstand der Militärs gegen Präsident Erdogan gescheitert ist. Diesmal werden rund 260 Tote gemeldet, auf beiden Seiten. Dazu einige Zivilisten. Der Machtmensch Erdogan geht als strahlender Sieger aus der „Nacht der Schrecken am Bosporus“ hervor, seit Samstag zählt in dem Land, welches so gern Mitglied der Europäischen Union werden möchte, nur eines: Die bittere Rache des Präsidenten. „Im Sinne von 'alles hat auch etwas Gutes' ist dieser Aufstand, diese Bewegung letztlich ein Segen Gottes. Warum ein Segen Gottes? Diese Bewegung ist eine, die als Anlass dazu dienen wird, dass unsere Streitkräfte, die vollkommen rein sein müssen, gesäubert werden“, erklärte Erdogan bereits am Samstagmorgen auf dem Atatürk-Flughafen in Istanbul. ER möchte die Todesstrafe wieder für diese Verräter einführen. Und das Volk jubelt! Als ob nicht schon genug Opfer zu beklagen sind.Die Meldungen über erschossene Polizisten und blutige Aufstände in den USA sind nur noch in den Kurzmeldungen zu finden, über Syrien, Afghanistan oder sonstige Konfliktherde auf unserem Globus wird nur ausführlicher berichtet, sofern kein Großereignis den inzwischen unmöglich erscheinenden Weltfrieden überschattet.Seit Montagabend hat der Terror aus Bamberger Sicht eine neue Dimension erreicht. Denn er ist angekommen vor unserer Haustüre. Auch wenn es diesmal keine Toten gibt. Gottseidank! In einem Regionalexpress bei Würzburg attackiert ein 17-Jähriger Fahrgäste mit Axt und Messer, vier Personen werden schwer verletzt. Der aus Afghanistan stammende Attentäter, der  als unbegleiteter Jugendlicher nach Deutschland gekommen war, wird später von der Polizei auf der Flucht erschossen. Das bayerische Landeskriminalamt übernahm die Ermittlungen. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erklärte am Dienstag, es sei noch nicht erwiesen, ob es einen islamistischen Hintergrund geben könnte. Es habe angeblich einen "Ausruf" gegeben, dies müsse aber noch geprüft werden.„Du brauchst ainfach an gudn Schuddsengl“, sinniert der Kurt nach all den Gräueltaten der vergangenen Tage und Wochen. Und er hat Recht. Ja, die Wahrscheinlichkeit, dass sich Terroristen die großen Metropolen für ihre Anschläge aussuchen, ist sehr hoch. Aber die Entwicklung, radikalisierte Einzeltäter für heimtückische Attentate zu motivieren, macht schon Angst. Auch in unserem beschaulichen Welterbe. Doch wir dürfen uns den Spaß am Leben nicht verderben lassen. Leichter gesagt, als getan. Denn die Angst steckt in uns. Das hat es Schorschla spätestens am Samstag gemerkt, als bei Bamberg zaubert am Maxplatz im dichten Gedränge der Luftballon eines kleinen Jungen geplatzt ist und die Menschen im Umkreis vor Angst zusammengezuckt sind. Ja, der Terror ist in unseren Köpfen angekommen. Leider. Da hilft nur hoffen und beten, dass man nicht zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Es Schorschla drückt Ihnen allen ganz fest die Daumen.

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