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700 Kilo Scheine

Beginnen wir das heutige Schorschla zur Abwechslung mit ein paar

 

interessanten Zahlen: Eine 500-Euro-Banknote – Sie wissen schon: dieser pinkfarbene Schein, der in keinen Geldbeutel passt - ist 16 Zentimeter lang, 8,2 Zentimeter breit und 0,01 Zentimeter dick. Weshalb das interessant ist? Ganz einfach: Die Europäisch-Iranische Handelsbank (Eihbank) möchte ein paar Konten in Deutschland auflösen. 300 Millionen Euro sollen bei der Transaktion ausgeflogen werden. Macht bei 600.000 Scheinen 0,8 Kubikmeter oder mehrere Badewannen voll Geld, mit einem Gesamtgewicht von knapp 700 Kilogramm.

Hinter dem vermeintlichen Privatgeschäft der Eihbank steckt ein heikler politischer Streit zwischen mehreren Staaten. Das deutsche Geldhaus ist in iranischem Staatsbesitz - und in dem Land herrscht die Furcht vor neuen Sanktionen. Diese könnten dazu führen, dass iranisches Vermögen im Ausland eingefroren und damit dem Zugriff des Regimes entzogen wird. Im Grunde geht es um das 2015 geschlossene Atomabkommen. Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hat es vor einigen Wochen einseitig gekündigt. Kurz darauf forderte der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, die Bundesregierung auf, das Bargeld-Geschäft zu verbieten. Der "Bild"-Zeitung sagte er: "Wir ermutigen die deutsche Regierung auf höchster Ebene, zu intervenieren und dieses Vorhaben zu stoppen."

Die Auszahlung des bei der Bundesbank liegenden Guthabens werde nun geprüft, erklärt eine Sprecherin des Finanzministeriums zu der politisch brisanten Frage. Ein Sprecher der Notenbank verweist zudem auf den privatwirtschaftlichen Charakter des Unterfangens der 1971 gegründeten Eihbank mit Sitz in Hamburg: "Die Bundesbank wäre in dem Fall nur ein Dienstleister, der sicherstellt, dass der Bargeldkreislauf aufrechterhalten und auch echte Banknoten ausgegeben werden." Der Rest? Bankgeheimnis - und: "keine transaktionsbezogenen Äußerungen."

Die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU) des Zolls und die Bankenaufsicht BaFin untersuchen den Vorgang ebenfalls. Es geht um die Frage, ob durch den Bargeld-Coup Geld gewaschen oder Terrorismus finanziert werden soll. Die Opposition in Deutschland bewegt derweil etwas ganz anderes: Grünen-Außenpolitikexperte Jürgen Trittin kritisiert, Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Olaf Scholz dürften sich nicht von den USA unter Druck setzen lassen.
Sollte die Bundesregierung die Transaktion je genehmigen, kämen noch zahlreiche weitere Fragen hinzu: Soll das Geld in Gänze oder kleinen Stückelungen verschickt werden? In welchem Flugzeug? Ist es versichert? Wie wird es bewacht? Die Eihbank schweigt. Auch mehrere Geldtransportunternehmer und die Bundesbank wollen Fragen zu solch einem Transport nicht beantworten. "Aus Sicherheitsgründen", sagt der Notenbanksprecher. Nett wird auch die Frage beantwortet, ob die Bundesbank denn ad hoc zumindest genügend Scheine für solch eine Auszahlung hätte: "Wir haben immer eine gewisse Reserve", heißt es von einem Sprecher. Na, zumindest das beruhigt es Schorschla schon ungemein!

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