Kopfüber in die Schokostreusel

„Like ice in the sunshine”. Mit dieser haben die beiden deutschen Musiker Holger Julian Copp und Hanno Harders vor exakt 30 Jahren Musik- bzw. Werbegeschichte geschrieben.

Ein Kino-Werbespot für Langnese-Eiscreme sollte damals vertont werden, ein nettes Video Lust auf Sommerfeeling und ein erfrischendes Steckerl-Eis machen. Was durchaus gelungen ist: Das Duo erfand kurzerhand die Band „Beagle Music Ltd.“, schrieb ein paar englische Sonnenscheinzeilen, peppte das Ganze gewaltig mit Synthesizern, Drummachine, Saxophon und einer zusätzlichen Sängerin auf und schon war der zweiminütige Sonne-Strand-und-Meer-Werbespot im Kasten - Platz 10 in den deutschen Charts gab es als Belohnung noch oben drauf. Seither hat sich viel verändert. Allen voran die Eissorten. Denn setzte man anno 1986 noch auf Schwarz-Rot-Gold – sprich Schoko, Erdbeer, Vanille – so gibt es heute nichts mehr, was es nicht gibt. Zartbitter-Aprikose. Basilikum-Limette. Caipirinha- Chilli. Zuppa Inglese. Quark-Holunder. Erdbeere-Grüner Pfeffer. Ricotta-Feige. Popcorn-Pina Colada. Unfassbare Kombinationen. In Würzburg ist es Schorschla neulich sogar über ein  „Elvis-Eis“ gestolpert. Der kreative Eisdielenbesitzer habe sich dabei von der Lieblingsspeise des Kings of Rock’n’Roll inspirieren lassen: Erdnussbutter-Sandwich mit Banane, Schokolade und Bacon. „Den Bacon haben wir aber weggelassen“,  erklärt „Ice-Man“ Stefan Mußmächer. Gottseidank, hat es Schorschla sich gedacht, und traditionell zwei Kugeln Schoko-Vanille im Becher gestellt. Für frostige Experimente fühlt sich es Schorschla einfach zu alt! Standortwechsel von Würzburg an den „Big Apple“: In New York wurde dieser Tage ein „Eismuseum“ eröffnet. Vier Wochen dreht sich im Südwesten Manhattans, direkt gegenüber des Whitney-Museums, alles rund ums Thema „Icecreme“ - sehr fotogen angerichtet. Ein Spektakel auf Zeit – nach vier Wochen wird der Traum aller Naschkatzen wieder zerfließen. Stolze 18 Dollar  kostet eine coole Runde durch die sechs kunterbunten Räume, inklusive Kostproben. Alle Eintrittskarten sind bereits ausverkauft, New York befindet sich im Eisfieber. Ende August schließt das Museum wieder. "Wir bereiten das jetzt seit Monaten vor, aber an meiner Liebe zu Eis hat sich nichts verändert", freut sich Museumsbetreiber Manish Vora. "In einem Monat werde ich immer noch hier sein, zehn Kilogramm schwerer und immer noch Eis schleckend." Ja, es ist ein „Walk of Sweetys“, ein zuckersüßer Rundgang. Den ersten Becher Eiscreme gibt es schon am Eingang. "Vanille mit Marshmallows und fruchtigen Cornflakes-Kringeln" und dann geht’s los. Lampen in umgekehrter Eistütenform bringen Licht ins Dunkel, als Mülleimer dient ein an die Wand genagelter Rehkopf aus Plastik, mit bunten Streuseln auf der Schnauze und einer roten Kirsche da, wo sonst die Nase ist. Da kommt schon aus dem nächsten Raum kommt ein mit Helium gefüllter Zuckerluftballon angeschwebt. "Aufsaugen, Lieblings-Eiscremesorte sagen und dann die Hülle essen", erklärt eine Museumsmitarbeiterin mit einem strahlenden Lächeln. "Meine Freundin Maryellis und ich haben das Ganze letzten Sommer eigentlich als Witz gestartet", erklärt Manish Vora den Medien. "Ich liebe Eis, sie ist eine Eis-Fanatikerin. Wir waren schon in jedem vorstellbaren Eisgeschäft in New York, und auch wenn wir reisen, gehen wir immer in alle Eissalons. Wir lieben es, die Eiskultur der verschiedenen Länder und die Menschen dahinter kennenzulernen." Wichtigstes Ausstellungsstück ist ein Pool voller bunter Streusel zum Reinspringen. "Das war die Fantasie meiner Freundin schon seit sie ein kleines Kind war. Einmal in einem Pool voll Streusel schwimmen." Die Streusel sind zwar aus Plastik und reichen nur ungefähr bis auf Kniehöhe, aber die Besucher lassen sich quietschend vor Freude hineinfallen, werfen pinkfarbene Wasserbälle hin und her und ziehen ihre Handys aus der Tasche. Ja, das gab es beim Langnese-Spot im Jahr 1986 eben noch nicht: Hundertausende Schnappschüsse, Selfies im Sekundentakt, virale Diashows rund um den Globus. Tausende Followers, Millionen von Likes. „Like Ice in the sunshine“, summt es Schorschla da zwangsläufig unter der Dusche, nachdem es den Artikel über das vergängliche Ice-Paradies in Manhattan gelesen hat. „I'm melting away on this sunny day”. Ja, es ist einfach zum Dahinschmelzen, Blauer Himmel. Sonne pur. Nur von einem Elvis-Eis haben sie wohl in New York noch nichts gehört. Da sind die Franken eben immer noch einen Schritt voraus …

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