Für Rentner rollt kein Rubel

Sie haben Jahrzehnte lang hart gearbeitet. Waren stets zuverlässig. Ehrlich. Fleißig.

 

Doch im Alter wird es für viele Rentnerinnen und Rentner von morgen echt eng. Richtig eng. Laut einer Untersuchung wird sich der Lebensstandard vieler Senioren in Deutschland zum Rentenbeginn verschlechtern - im Schnitt fehlen ihnen 700 Euro. Betroffen sind vor allem Singles und Frauen.

Die Hälfte der 55- bis 64-jährigen Arbeitnehmer wird nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) den gewohnten Lebensstandards nicht aufrechterhalten können. Klar fallen im Ruhestand Ausgaben für das Pendeln zur Arbeit wegfallen, dafür müssen Ältere aber mehr für Krankheit und Pflege ausgeben, heißt es in der von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung finanzierten Befragung. Die DIW-Forscher sprechen sich dafür aus, die Höhe der Altersbezüge zu stabilisieren. "Die Akzeptanz für das Alterssystem wird leiden, wenn das Rentenniveau weiter sinkt und ein Mindestlöhner keine höheren Altersbezüge bekommt als jemand, der gar nicht gearbeitet hat", erklärt Markus Grabka, einer der Autoren der Studie.

Im aktuellen Koalitionsvertrag ist vereinbart, das Rentenniveau bis 2025 bei 48 Prozent zu stabilisieren. Der Beitragssatz zur Rentenversicherung soll im selben Zeitraum nicht über 20 Prozent steigen. Inzwischen verlangt die SPD aber vom Koalitionspartner Union, eine Garantie des Rentenniveaus weit über das bisher vereinbarte Jahr 2025 hinaus zu beschließen, was aber Steuererhöhungen und höhere Rentenbeiträge erfordern würde. Die private Altersvorsorge werde das Rentenproblem nicht lösen. Wie die Studie zeigt, warte auf 48 Prozent der 55- bis 64-Jährigen eine Versorgungslücke, auch wenn man private Versicherungen inklusive Riester- und Rürup-Verträge einbeziehe.

Muss man Renten noch besteuern? Und wenn ja, ab welchem Mindestbetrag? Dürfen ältere Menschen sich ein Taschengeld dazuverdienen, wenn sie dazu körperlich und geistig noch in der Lage sind? Und warum wird den Senioren dann gleich wieder die Rente gekürzt? Kann man Fleiß nicht belohnen und muss man den Menschen im Alter den Spaß an der Arbeit rauben? Alles Fragen, die es Schorschla beschäftigen.

Passend dazu eine Meldung aus der vergangenen Woche: Da verlangte ein Berliner Getränkemarkt von einem Flaschensammler einen Gewerbeschein mit einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer und einen Gewerbeschein. Wohlgemerkt ging es um 16 Plastikflaschen, eine Anordnung von oben, wie die Kassiererin dem erstaunten Mann erklärte. Das ihm ausgehändigte Firmenschreiben stellte er online, was einen waren „Shitstorm“ in den sozialen Netzwerken auslöste. Inzwischen hat sich der Supermarktchef entschuldigt und sich von dem Schreiben ausdrücklich distanziert. Es würden wieder "alle Pfandflaschen zurückgenommen", der zuständige Geschäftsführer sei mit sofortiger Wirkung beurlaubt worden. Bleibt nur zu hoffen, dass er finanziell gut abgesichert ist. Sonst muss er im schlimmsten Fall schon bald selbst Pfandflaschen sammeln.

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