Wer die Wahl hat, …

Eines gleich mal vorweg: Fürs Schorschla gibt es nur eine akzeptable Ausrede,

 

am Sonntag nicht zur Wahl zu gehen. Nämlich die, dass man die Briefwahl - für die man sich übrigens noch bis Freitag registrieren kann (s.S. 7) - genutzt hat und seine Stimmen auf dem Postweg ins Wahllokal geschickt hat.
Politikverdrossenheit hin oder her: Das demokratische Wahlrecht ist ein Segen, um den auch heute noch viele Menschen auf unserem Globus unter Einsatz ihres Lebens kämpfen. Oftmals leider vergebens. Natürlich versteht es Schorschla den Unmut vieler Mitbürgerinnen und Mitbürger – auf der Arbeit, im Bekanntenkreis und auch am geliebten Stammtisch. Aber den Kopf in den Sand stecken, tagtäglich über alles schimpfen und mosern und dann am „Tag X“ auf Stimmverweigerer machen „weil man ja eh nichts ändern kann“: Das ist und bleibt unterste Schublade.
Klar steigt auch beim Schorschla der Blutdruck, wenn er über die „Causa Maaßen“ nachdenkt, wenn unser GroKo-Führungspersonal verbale Eiertänze vollführt oder sich völlig überforderte Minister hinter nichtssagenden Floskeln verstecken. Aber all das ist keine annehmbare Entschuldigung für die Stimmverweigerung. Denn – ob Sie es glauben oder nicht: Es gibt auch ganz viele engagierte, intelligente und zukunftsorientierte Frauen und Männer in unseren demokratischen Parteien. In Bayern. Und auch im Rest der Republik. Junge Menschen, die sich für eine lebenswerte Zukunft einsetzen; Ehrenamtliche, die für gesunde Lebensbedingungen kämpfen; Initiativen, denen ein freundliches, hilfsbereites Miteinander am Herzen liegt.

Deutschland ist ein wunderbares Land. Das sollten wir uns immer wieder bewusst machen. Wir haben ein funktionierendes Gesundheits- und Sozialsystem. Unsere Luft ist sauber - viel sauberer als in vielen anderen Ländern. Unsere Kinder gehen in Kindergärten und Schulen, wer Arbeiten möchte, findet auch einen Job. Ja, natürlich gibt es auch bei uns Ungerechtigkeiten, sind zu versteuernde Renten fragwürdig niedrig, wird teils Unmenschliches von Pflegekräften verlangt, kann sich nicht jeder den Chefarzt oder eine adrette Mietwohnung leisten. Und ja: Es gibt sicher einige Länder, z.B. in Skandinavien, die das eine oder andere Gesellschaftsproblem sinnvoller und nachhaltiger lösen als es Frau Merkel und ihre politischen Mitstreiter so machen. Aber es steht außer Frage, dass es „uns Deutschen“ doch zum Großteil richtig gut geht. Dass wir meist auf sehr hohem Niveau jammern – nicht, weil es uns schlecht geht, sondern weil es anderen besser oder unserer Meinung nach einfach zu gut geht.

Es Schorschla schweift etwas vom Thema ab. Aber auch darüber sollten wir mal nachdenken. Es gibt aktuelle Umfragen, die Anlass zu Diskussionen geben. Einstellig? Zweistellig? In den Landtag? Oder doch nicht? Bei den möglichen Farbkombinationen der Koalitionen in Bayern gehen den Journalisten schon die Flaggen und Wortspiele aus, die Schuldigen für mögliche Wahldisaster sind schon gefunden, noch bevor das Volk überhaupt abgestimmt hat. Und erinnern wir uns. Den Brexit und einen US-Präsidenten Trump würde es nicht geben, wären diese Umfragen auch nur ansatzweise eingetroffen. Es Schorschla geht sogar noch einen Schritt weiter: Vielleicht müssten wir gar nicht mit Brexit und Trump leben, hätte es diese Umfragen im Vorfeld der Abstimmungen gar nicht gegeben. Was nichts weiter heißen soll, als dass niemand weiß, was wirklich kommen wird. Deshalb eine Herzensbitte: Gehen Sie am Sonntag wählen, machen Sie Ihre Kreuzchen. Wo auch immer. Eine kleine Entscheidungshilfe für die Unentschlossenen ist dabei sicherlich der Wahl-O-Mat, den das WOBLA auf den Seiten 7 und 8 in dieser Ausgabe abgedruckt hat. Nehmen Sie sich die Zeit, beantworten Sie die 38 Fragen und überprüfen Sie Ihre Wünsche mit den Angeboten der Parteien. Dann steht der richtigen Wahl eigentlich nichts mehr im Wege.

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