Der Nachwuchs lernt das „Schafkopfen“

Die ersten Karten sind gefallen. Das „Sternla“, der Stadtjugendring und das WOBLA starten im November wieder mit der inzwischen schon kultigen Kinderschafkopfschule:

Am 06., 13. und 20. November, jeweils von 09.30 bis 12 Uhr, wird im ältesten Wirtshaus Bambergs wieder gezockt, auf die Sau gespielt, der Alte gerufen und das eine oder andere Solo vergeigt. Alles ein Riesenspaß im Sinne dieser herrlichen Tradition: Dem Karteln mit Freunden. Nix iPod, nix Ballerspiele: 24 Karten, ein Kurzer - Eichel, Grün, Herz, Schelln: Schnell gemischt, und schon geht der Spaß los. Anmeldungen sind ab sofort gegen eine Pfandgebühr von 50 Euro pro Kind in bar möglich. Was nichts weiter bedeutet als: Wer dreimal früh morgens im Sternla erscheint und den Kurs besucht, erhält nicht nur ein Diplom, kostenfreie Getränke und ein zünftiges Mittagessen, sondern auch das Geld zurück. Ja, auch so etwas gibt es noch im Jahr 2016. Einen Kurs ohne jegliches finanzielles Interesse. Nur im Sinne der Sache. Die Jugend soll Schafkopf lernen. Und das ist Sternla-Wirt Uwe Steinmetz und dem WOBLA eben einiges wert. Und das Stadtjugendring-Team um Richard Röckelein ist von der ersten Stunde an mit einer unglaublichen Begeisterung dabei: Pädagogische Schafkopf-Ausbildung mit Spaß und Konzept!  Die Idee entstand – wie sollte es anders sein – im Anschluss an das WOBLA-Schafkopfrennen im Rahmen des Zwiebeltreterfestes auf der Böhmerwiese. Es sei schon schade, dass unsere Kinder wohl nicht mehr in den Genuss einer solchen Veranstaltung kommen würden, wurde da bemängelt. Pokern am Handy und irgendwelche mehr oder minder fragwürdigen Ballerspiele und Autorennen an heimischen Spielekonsolen seien nicht mehr aufzuhalten. Für die Zukunft des herrlich kurzweiligen und traditionsreichen fränkisch-bayerischen Kartenspiels sehe es dementsprechend düster aus, lautete das Fazit der kurzen Unterhaltung. Müsse man diese Entwicklung stillschweigend akzeptieren oder könne man nicht aktiv für das Schafkopfen werben?
Diese Frage wurde aus dem Bauch heraus entscheiden und die Idee zur ersten Kinderschafkopfschule war geboren. Ein Titelbericht im WOBLA machte schnell deutlich, dass auch in der Bevölkerung ein großes Interesse an diesem Thema bestand: viele Anrufe, gut 20 Anmeldungen binnen weniger Tage. Jetzt konnte es richtig los gehen. Ein Konzept wurde entwickelt, drei Sonntage Schulung à zwei Stunden. Eine Pfandgebühr in Höhe von 50 Euro sollte sicherstellen, dass die ambitionierten Nachwuchskarterinnen und –karter auch konsequent bei der Sache bleiben. Neben Eltern und Kindern weckte der WOBLA-Artikel auch das Interesse beim Bamberger Stadtjugendring. Als Profis im Umgang mit Kindern und Jugendlichen und selbst begeisterte Kartenspieler dauerte es nicht lange, bis das engagierte Team eine kindgerechte, unterhaltsame und effektive Schulung ausgearbeitet hatte. Am Sonntag dann die Premiere. Alle angemeldeten Kinder waren gekommen, der Nebenraum im Sternla war ab 9 Uhr komplett für die Kinderschafkopfschule reserviert. Eine kurze Vorstellungsrunde, verschiedene Schautafeln, ein paar Rechenbeispiele und natürlich das Kartenmischen ließen die Zeit wie im Fluge vergehen. Mir macht die Umsetzung dieser Idee von der ersten Sekunde an einfach nur Spaß“ freut sich auch Sternla-Wirt Uwe Steinmetz, der die Nachwuchskartrunde übrigens kurzerhand zu Schnitzel mit Kartoffelsalat und allen alkoholfreien Getränken einlud. „Diese Stärkung haben sich unsere Schafkopf-Schülerinnen und –Schüler ja auch redlich verdient“, so Steinmetz abschließend. Eben hat die Anmeldung für die inzwischen 4. Bamberger Kinderschafkopfschule begonnen. Eile ist geboten, denn die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt.

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