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Hexenbrennen in Bamberg

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Warum in Bamberg das Hexenbrennen eine einmalige Dimension annehmen konnte

Das Hexenbrennen war über einen Zeitraum von mehr als 300 Jahren ein gesamteuropäisches Phänomen: Von Russland bis nach Portugal wurden unschuldige Menschen grausam gefoltert und auf den Scheiterhaufen zu „Pulver und Asche“ verbrannt.

Wie aber konnte es dazu kommen, dass ausgerechnet in Franken (Bamberg und Würzburg) dermaßen viele Hexenfeuer brannten? Von vielen Historikern werden gerne die Wetterkapriolen (Stichwort „Kleine Eiszeit“) als verantwortliches Element herangezogen, doch nicht überall entstanden daraus gleich Hexenpogrome, und natürlich gab es schon früher Schlechtwetterphasen, die keinerlei Auswirkungen in dieser Richtung hatten.

Auf der Suche nach den Ursachen kommt man deshalb kaum an den verantwortlichen Herrschern vorbei, die letztendlich jedes Todesurteil persönlich unterzeichneten. Der Würzburger Fürstbischof Julius Echter („Der Schlächter“) darf bei diesen Überlegungen eine zentrale Rolle spielen, denn er war zwar auf der einen Seite der moderne Bauherr von Spital und Universität, andererseits war er aber auch ein Studienkollege des Bamberger Fürstbischofs Neidhard von Thüngen, dem in Bamberg die ersten Frauen als „Hexen“ zum Opfer fielen.

Folterkammern und Marterstuben gab es damals wohl in jeder post-mittelalterlichen Stadt, denn die Folter galt gemeinhin als die „Krone des Beweises“ und die „Hexerei“ galt als „crimen exceptum“, also als das schlimmste Spezialverbrechen, das nur mit der Todesstrafe sanktioniert werden konnte. In Bamberg stand diese unheilvolle Einrichtung direkt im Zentrum der Macht – sprich in der streng bewachten und von starken Mauern beschützten Domstadt, in der „alten Hofhaltung“.

Während der ersten beiden größeren Verfolgungswellen wurden in dieser Umgebung um die 300 Opfer gefoltert und dann zumeist vor den Toren der Stadt oder in Zeil am Main verbrannt. Ganz anders dann der Plan des schlimmsten Hexenbrenners von Bamberg: Nach seiner Ernennung im Jahr 1623 brauchte der Fürstbischof Johann Georg II., Fuchs von Dornheim, fast vier Jahre, bis er seinen gnadenlosen Kampf gegen die ruchlosen Hexen perfektionieren konnte.

Mit dem so genannten Malefizhaus ließ er ein beispielloses Hexengefängnis erbauen. Mit doppelten Gerichtsstuben, modernster Folterkammer und architektonisch einzigartigem Sichtschutz, damit man von dem unmenschlichen Treiben außerhalb der Mauern nichts mitbekommen konnte. Das wirft natürlich die Frage auf, warum dieses neue und bestimmt enorm teure und einmalige Hexengefängnis gebaut werden musste, denn für die ersten beiden Wellen der Hexenverfolgung waren die Kerker in der alten Hofhaltung anscheinend ausreichend.

Eine Antwort auf diese spannende Frage geben wir im fünften Teil der Serie.

Foto: Veranstalter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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