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Jonas Glüsenkamp im Gespräch

OB Kandidat der Grünen

Der O-Ton - Heute im Gespräch: Jonas Glüsenkamp

Neue Energie für Bamberg – „Zeit für einen Wechsel an der Rathausspitze“

Am 15. März 2020 wählt Bamberg einen neuen Oberbürgermeister und einen neuen Stadtrat. Die CSU schickt Dr. Christian Lange ins Rennen, eine erneute Kandidatur des amtierenden Oberbürgermeisters Andreas Starke scheint aktuell durchaus wahrscheinlich. Und die Grünen? Ursula Sowa? Peter Gack? Nein! Die „Partei der Stunde“ setzt auf frischen Wind und neue Energie im Rathaus und nominierte vor wenigen Tagen den erst 31-jährigen gebürtigen Osnabrücker Jonas Glüsenkamp für das höchste Amt der Stadt. Das WOBLA führte am Montag bei einer Tasse Kaffee in der Traditionsbäckerei Seel ein kurzes Interview mit dem hoch motivierten Jungpolitiker!

WOBLA: Auf Youtube und auf unterschiedlichsten Social-Media-Kanälen findet man ein Filmchen, in welchem Bürger und Parteifreunde erklären, weshalb Jonas Glüsenkamp der nächste Bamberger Oberbürgermeister werden sollte. Das sieht alles nach einem wohlbedachten politischen Schritt und nicht nach einer schnellen Entscheidung aus dem Bauch heraus aus.

Jonas Glüsenkamp: Ich habe mich in den vergangenen Jahren immer wieder ehrenamtlich in die Stadtgesellschaft eingebracht, zum Beispiel beim Radentscheid, beim Bürgerentscheid MUNA und vielen anderen Initiativen. Deshalb gibt es auch nicht den einen Moment, in dem diese Entscheidung gefallen ist, sondern es war mehr ein Prozess. Den Ausschlag für meine Kandidatur gaben letztendlich die Erfahrungen rund um den Hauptsmoorwald im vergangenen Jahr. Ich wurde gefragt, ob ich mir eine Kandidatur vorstellen könnte. Und auch das war ein Prozess, den wir in der Partei sehr partnerschaftlich und auf Augenhöhe besprochen haben. Im Grunde waren wir uns schnell einig, dass tatsächlich neue Energie und ein Newcomer von außen eine sehr gute Option für diese Wahl wären. 

Sie sind gebürtiger Osnabrücker, haben 2008 das Studium der Volkswirtschaftslehre an der Otto-Friedrich-Universität abgeschlossen, sind verheiratet, haben zwei Kinder (2 Monate und drei Jahre) und fühlen sich hoffentlich in Ihrer Wahlheimat sehr wohl. Was möchten Sie als Oberbürgermeister in Bamberg sofort verändern, in welche Projekte würden Sie am liebsten noch viel mehr Energie hineinstecken?

Sie haben Recht, ich habe leider nicht das Glück, hier geboren zu sein. Aber ich habe tatsächlich eine tiefe innere Bindung zu Bamberg. Ich möchte hier nie mehr weg und möchte dafür sorgen, dass meine und Ihre Kinder und Enkel eine genauso hohe Lebensqualität haben können, wie wir es kennen. Dass sie später in einer genauso tollen Stadt leben können, wie wir es heute tun. Und dafür braucht es Veränderungsprozesse. Meiner Ansicht nach finden die Auswirkungen des Klimawandels nicht genug Berücksichtigung in der Stadtpolitik – hier muss einiges umgekehrt beziehungsweise komplett anders angepackt werden. Das ist mein zentraler Antrieb. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass diese Aufgaben keine Stadtverwaltung, keine Partei und kein Oberbürgermeister alleine bewältigen können: Das bekommen wir nur mit der gesamten Stadtgesellschaft hin. Deshalb setze ich auf eine Mitmachstadt, in der die Menschen gemeinsam die Zukunft Bambergs mitbestimmen können. 

Wie soll das gelingen?

Ich möchte neue, verstärkte Bürgerbeteiligungsprozesse etablieren und die Bürgerinnen und Bürger dazu animieren, ihr direktes Umfeld, ihren Stadtteil, ihr Quartier aktiv mitzugestalten. Nur mit dem Know-How und den Ressourcen der Bamberger lässt sich unsere Stadt weiterentwickeln und fit machen für eine erfolgreiche Zukunft. 

Blicken wir zu Canalissimo, wo wenige hundert Meter von hier in den letzten Tagen und Wochen die Emotionen hochgekocht sind und ein beliebtes Traditionsfest aufgrund verschiedenster Querelen, Beschwerden, Beschränkungen und Vorschriften wohl vor dem Aus steht. Ein Musterbeispiel für zu wenig Bürgerbeteiligung?

In einer Stadt leben viele Menschen auf sehr engem Raum. Das führt immer zu Konflikten. Die Vorstellungen von der optimalen Nutzung des eigenen Grundes und der direkten Nachbarschaft gehen oft weit auseinander. Die vielen unterschiedlichen Interessen gilt es zu bündeln und Kompromisse zu erarbeiten. Dabei ist ein ehrlicher Dialog auf Augenhöhe von entscheidender Bedeutung. In der Vergangenheit habe ich erlebt, dass das oft nicht funktioniert hat. Wie auch bei der MUNA, wo letztendlich 70 Prozent der Bevölkerung am Ende gesagt haben: Nein, wir möchten, dass das anders gelöst wird. Mit dem Kopf durch die Wand führt weder im Hauptsmoorwald noch bei Canalissimo zu einer nachhaltigen Lösung. Canalissimo in seiner Ursprungsform ist zweifellos ein wunderbares Stadtfest, welches mit viel Herzblut organisiert wurde. Auch hier gibt es die üblichen Konflikte: Dem einen ist es zu laut, dem anderen zu lang, wieder anderen zu unsicher und zu voll. Da gibt es nicht den einen Weg, der alle zufriedenstellt, sondern man muss abwägen. Und ehrlich beurteilen, wo das Gesamtinteresse liegt und wie berechtigt die Widersprüche und Beschwerden sind. Es geht wie so oft im Leben um Kompromissbereitschaft und in diesem Punkt scheinen  gerade beim Fest am Alten Kanal die Fronten extrem verhärtet. Vielleicht kann man ja alle Parteien noch einmal an einen Tisch holen. Dass letztendlich alle mit einer getroffenen Entscheidung zufrieden sein werden, das kann und will auch ein Oberbürgermeister Jonas Glüsenkamp nicht versprechen. 

Was sind Ihre ersten bzw. weiteren Schritte für das Projekt OB Jonas Glüsenkamp?

Ich habe mich jetzt entschieden, meine Kandidatur in der Stadt bekannt zu geben. Ich werde im Sommer auf Mitmachtour gehen, das heißt, ich werde in den unterschiedlichsten Formaten mit den Menschen dieser Stadt ins Gespräch kommen – in allen Stadtteilen und mit allen Bevölkerungsschichten. Aus den daraus gewonnenen Erfahrungen werde ich Ende des Jahres meine Ideen und mein Konzept für diese Stadt zusammenstellen und vorlegen. Dann können wir uns gerne noch einmal zusammensetzen, dann gibt es ganz detaillierte und umsetzbare Pläne für die Zukunft Bambergs.

Das Gespräch führte Bernd Oelsner.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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