Bürgermeister „made in Harvard“

Das ist doch mal ein universitärer Weitblick. Die berühmte und hoch angesehene Harvard University

möchte Stadtchefs zukünftig fit machen für ihren abwechslungsreichen und nur selten einfachen Job. Die amerikanische Hochschule hat ein Trainingsprogramm gestartet, das sich gezielt an Bürgermeister großer Städte richtet. Über die kommenden vier Jahre sollen bis zu 300 Bürgermeister aus aller Welt und 400 ihrer Mitarbeiter gecoacht werden, wie unter anderem die BBC berichtet.

Hier Wirtschaftsfördergespräche, dort ein Schneesturm oder eine Überschwemmung, ein Müllproblem oder ein Brückenbau, Flüchtlingsheime, das Erschließen ganzer Stadtteile, Industrieansiedlungen, Wohnungsnot,- dazu noch die kleinen Nachbarschaftskonflikte und die vielen runden Jubiläen. Ja, so ein Bürgermeisteralltag ist schon abwechslungsreich und bunt. Bürgermeister leiten eben nicht nur eine Firma, sie zeichnen verantwortlich für eine ganze Stadt. Über große Erfahrung oder gar ein  berufsbezogenes Training verfügen sie aber nicht. Sie werden gewählt und dann ins kalte Wasser geworfen. Die richtig Guten schaffen es dann mit viel Strampeln und etwas Abtauchen im richtigen Moment, die Situationen sinnvoll zu handeln. Vielen Anderen geht aber schnell die Luft aus und sie sinken langsam aber sicher hilflos Richtung Grund ab und sind froh, wenn ihnen die eine oder andere Untiefe etwas Zeit zum Durchschnaufen gibt.

Die Harvard University im US-Bundesstaat Massachusetts hat dieses Problem erkannt. Finanziert wird das Projekt mit Geld aus der „Bloomberg Harvard Cities Leadership Initiative“, einer Wohltätigkeitsorganisation, die Michael Bloomberg aufgebaut hat. Sie spendet 32 Millionen US-Dollar. „Bürgermeister müssen große Probleme wie Klimawandel, Armut und die öffentliche Gesundheitsversorgung angehen“, erklärt Michael Bloomberg, der von 2002 bis 2013 Bürgermeister von New York City war. "Doch trotz ihrer wichtigen Rolle mangelt es ihnen oft an Gelegenheiten, von Experten zu lernen - und voneinander."

Das heißt: Für die Kursteilnehmer ist das Training umsonst. Sie sollen jeweils ein Jahr lang für den Joballtag fit gemacht werden. Anfangs treffen sie drei Tage in New York zusammen. Danach sollen sie sich alle drei Monate über eine Online-Lernplattform austauschen. Außerdem sollen die Teilnehmer von ehemaligen Bürgermeistern individuell geschult und Praktikanten von der Harvard University vermittelt bekommen, die in den Sommerferien bei der Stadtverwaltung mit anpacken.
 
Ein Konzept, dass sicher auch in Deutschland vonnöten wäre. Vielleicht finden sich ja auch hierzulande eine Hochschule, ein ambitionierter Professor, eine große Agentur und ein großer Fördertopf. Ja, ganz so einfach ist es natürlich nicht, aus durchschnittlichen Bürgermeistern ambitionierte, entscheidungsfreudige und angesehene Stadtoberhäupter zu machen. Das wäre doch einmal ein nachhaltiges Lokalpolitikprogramm: Ein Zeichen für die Zukunft. Nicht mehr, aber auch nicht weniger!

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