Erste US-Präsidentin? Oder auch nicht!

Heute sind Sie alle einmal viel, viel schlauer als es Schorschla. Denn heute Nacht wurde im Land

der unbegrenzten Möglichkeiten der neue Präsident oder die neue Präsidentin gewählt. Im Normalfall sollte inzwischen feststehen, wer in den kommenden vier Jahren das Land regiert. Doch was ist schon normal, im Amerika 2016. Ja, das mit den unbegrenzten Möglichkeiten ist derzeit nahezu sprichwörtlich. Ein Wahlkampf als Bauerntheater auf höchster Politebene. Zwei Kandidaten – beide unbeliebter als alle Präsidentschaftsanwärter in der Geschichte der USA. Hier der irre Trump. Ein Großmaul vor dem Herren. Dort die intrigante Hillary. Skandalträchtig. Nicht nur wegen ihrer E-Mail-Affäre. Man müsse zwischen Cholera und Pest abstimmen, hatten neutrale Bürger vor der Abstimmung erklärt und dabei ungläubig mit dem Kopf geschüttelt. Ein Armutszeugnis in der einstigen Keimzelle von Freiheit und Demokratie.

Das FBI hatte Hillary Clinton in der E-Mail-Affäre wenige Tage vor der Wahl schwer be- und dann doch noch entlastet. Eine letzte Steilvorlage für Donald. "Das System ist manipuliert, sie wird protegiert", schimpfte Präsidentschaftskandidat Donald Trump bei seiner Rede im Bundesstaat Minnesota. "Gegen Hillary Clinton wird lange Zeit ermittelt werden, wegen ihrer vielen Verbrechen gegen unsere Nation, unser Volk und unsere Demokratie", hetzt er unverfroren. Das bringt Stimmen, das ist ganz nach dem Geschmack der Trump-Anhänger.  Trumps Vize-Kandidat Mike Pence erklärte bei einem Auftritt in North Carolina, es sei nicht an der Tatsache zu rütteln, dass Clinton ein Verbrechen begangen habe. In New Hampshire sagte er, die Wähler könnten dafür sorgen, dass Clinton niemals Präsidentin werde. "Es endet hier, es endet jetzt." Jason Miller, ein enger Kommunikationsberater Trumps, sagte dem Sender CNN, vieles

Auf Twitter, sonst die bevorzugte Schmäh-Plattform von Donald Trump,  war übrigens zum Wahlfinale nichts zu lesen. Obwohl es Donald wahrscheinlich schon in den Fingern gejuckt haben wird.  Aber das Umfeld von Herrn Trump erteilte ihm „Tippverbot“ – worüber sich Noch-Präsident Barack Obama lustig machte. "Sie hatten so wenig Vertrauen in seine Selbstbeherrschung, dass sie gesagt haben: Wir nehmen dir jetzt einfach Twitter weg", spottete Obama bei einem Wahlkampfauftritt in Florida. "Wenn jemand nicht mit einem Twitter-Konto umgehen kann, kann er nicht mit den Atomcodes umgehen", so Obama süffisant.

Sollte just in diesem Moment, wenn Sie diese Zeilen lesen, tatsächlich Donald Trump gefeiert werden,  kann sich die Welt auf allerhand Veränderungen einstellen. Denn Trump plant nach eigenen Aussagen die „Konterrevolution“, die „Trump-Doktrin“. All das, was sein Vorgänger in den vergangenen acht Jahren auf den Weg brachte, möchte er vergessen machen. Innerhalb der ersten drei Monate wird er Obamas Krankenversicherung "zurückdrehen und ersetzen". Er hat vor, "die Einwanderung aus Terror-nahen Regionen auszusetzen", eine "Extremüberprüfung" aller Menschen zu starten, die in die USA einreisen möchten und das Programm der US-Regierung zur Aufnahme von syrischen Flüchtlingen stoppen.
Dazu noch ein paar Pflichtaufgaben: Kabinett aufzustellen und einen neuen Richter für den freien Platz am Supreme Court vorschlagen. Gleich am ersten Tag im Weißen Haus will Trump "jede verfassungswidrige" Exekutiventscheidung Obamas stornieren, von der Waffenkontrolle bis zu Abschiebeverboten junger Amerikaner aus Einwandererfamilien. Er möchte die Zahlungen an Klima-Programme der Vereinten Nationen einstellen, den Nato-Vertrag überprüfen, das Atomabkommen mit Iran neu verhandeln und sich rasch an die Pläne setzen, an der Grenze zu Mexiko "eine große und wunderbare Mauer" zu bauen. "Wandel", erklärte Trump in Gettysburg, "muss von außerhalb dieses kaputten Systems kommen." Eigentlich unvorstellbar!
 
Hillary Clinton und Donald Trump halten sich an den Händen, sie herzen sich, sie schlendern gemeinsam über den Times Square in New York. Dort umarmt sie Trump-Anhänger und er Afroamerikaner, gemeinsam teilen sie sich eine Bretzel. Es ist herzerwärmend. Und sehr komisch. Aber leider ist diese Szene nur ein letzter Sketch, den das Team der US-Sendung "Saturday Night Live" als Einstimmung auf die Wahl ausstrahlte. Aber im Grunde gibt es nichts zu lachen, in diesen Zeiten der Diffamierung, der Verleumdungen und der aggressiven Beleidigungen. Auch nicht, wenn Frau Clinton ins Weiße Haus einzieht. Aber irgendwie würde es Schorschla sich in diesem Falle doch etwas wohler fühlen. Wie gesagt: Sie sind jetzt schon etwas schlauer …

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