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Erst Leistung, dann Lärm

Kämpft, das haben die Fans verdient!

„Ich glaube, zu diesem Spiel gibt es von meiner Seite nicht viel zu sagen. Vechta hat mit unglaublicher Energie gespielt, sie haben uns ausgespielt. Darauf hatten wir keine Antwort“. Diese Aussage stammt von Federico Perego, dem Chefcoach der Brose Baskets. Ein Kommentar nach der enttäuschenden 85:96-Niederlage im ersten Playoff-Viertelfinale der easyCredit Basketball Bundesliga bei RASTA Vechta.

Es gibt Leistungen im Sport, die kann man nur schwer kommentieren. Wie die der Bamberger in den letzten Wochen und insbesondere am Sonntag. Dabei geht es nicht um die vieldiskutierten Erfolgsfans. Der Schreiber dieser Zeilen verfolgt den Bamberger Basketballsport seit rund 35 Jahren, hat dabei schon viel erleben dürfen. Pokalerfolge und Meisterschaften ebenso wie internationale Sternstunden und ausgelassenen Jubel. Aber eben auch sportliche Pleiten, Enttäuschungen, Insolvenzen, Lokalderbys in der zweiten Liga, Abstiegsduelle. Trauer. Jubel. Emotionen. Eben all das, was Basketball so faszinierend macht.

Freak City, das ist eben nicht nur Erfolg und Spitzenbasketball. Freak City, das ist ehrlicher Sport. Einsatz. Kampf um jeden Zentimeter auf dem Parkett. Freak City, das ist Defense, Emotionen, Teamwork, einer für den anderen, nie aufstecken, pure Motivation, der Glaube, das Unmögliche möglich machen zu können.

Oder sollte man besser schreiben. Freak City war …

Es ist schon traurig, wenn ein Trainer nach dem ersten Play-Off-Spiel bemerkt, dass der Gegner mit „unglaublicher Energie“ gespielt hat. Und sein Team nicht. Nur noch einmal zur Erinnerung. Bei Vechta, dem Überraschungsaufsteiger, haben am Sonntag vier der wichtigsten Spieler aufgrund von Verletzungen und Erkrankungen gefehlt. Pedro Calles hatte nur neun (!) fitte Spieler um das erste Playoffspiel der Vechtaer Vereinsgeschichte anzugehen – Kampf und Leidenschaft waren da angesagt.

Es gibt Spiele, in denen einfach kein wichtiger Wurf in den Ring fallen will. Aber am Sonntag war das nicht der Fall. Spiel 1 gegen Vechta hat Brose Bamberg verloren, weil das gesamte Team nicht in der Lage war, spielfreudige und motivierte Vechtaer in Schach zu halten. Offense wins games, Defense wins Championships, lautet eine alte Regel.

Auf einzelne Spieler oder auch den Trainer verbal einzudreschen, macht an dieser Stelle gar keinen Sinn. Sicher ist nur eines: Wenn „die Organisation“, wie es offiziellen Stellungnahmen des Vereins immer so schön heißt, nicht ganz schnell den Hebel umlegt, dass wird am Samstag die Altenburg nicht mehr rot leuchten. Denn werden sich einige Spieler auf Nimmerwiedersehen verabschieden, davor gibt es noch Freibier, kostenlose Bratwürste und das eine oder andere Autogramm. Aber das will doch kein WOBLA-Leser. Und auch für den Schreiber dieser Zeilen wäre es ein Stich ins Herz. Deshalb reißt Euch zusammen, Jungs. Noch steht es erst 1:0 für Vechta. Schlagt zurück. Kämpft. Bis zum Umfallen. Das haben die Fans verdient. Denn eines ist auch klar. Anders als es auf den Play-Off-Plakaten zu lesen ist, besteht #freakzone eben nicht vorrangig aus Dezibel, sondern aus Punkten. Nämlich immer ein paar mehr auf der Bamberger Seite als auf der des Gegners. Dann kommt die Stimmung ganz von alleine und die Freaks geben den Takt vor. Oder anders ausgedrückt: Erst die Leistung, dann der Lärm!

Von Bernd Oelsner

Foto: alphaspirit – stock.adobe.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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