Stürmische Zeiten...

... und windige Politiker

Stürmische Zeiten und windige Politiker

Hinter uns liegen stürmische Tage. In zweierlei Hinsicht. Da ist zum einen die politische Lage. Nach Thüringen. Kurz die Einschätzung vom Schorschla. Durch unsägliches Machtgeplänkel, blindes Taktieren und fahrlässige Sturheit haben die Vertreter unserer (ehemaligen) Volksparteien Herrn Höcke und dem rechtesten Flügel seiner AFD einen Triumph verschafft, der vor dem Hintergrund unserer Geschichte einem politischen Beben gleicht. Selbst eine Woche danach brennt die Luft in den politischen Machtzentralen, Christian Lindner definiert hilflos seine Auffassung von liberal, der CSU-Generalsekretär leiert auswendig gelernte Floskeln in die Mikros und die SPD-Doppelführung glänzt wie gewohnt mit Wachkoma-Statements.

Und doch hat das ganze zumindest eine positive Auswirkung. Dem deutschen Volk bleibt zumindest eine Kanzlerin Annegret Kramp-Karrenbauer erspart. Sie war zuletzt die Krönung der Hilflosigkeit, dirigierte aus der Hauptstadt ihre Parteikollegen in Erfurt, die jedoch ihre ganz eigene Musik spielten. Und die Kanzlerin: Sie meldete sich mit trübem Gesicht aus Südafrika und spricht in Sachen Thüringer Ministerpräsidentenwahl von einem „unverzeihlichem Vorgang“. Was es Schorschla aber wirklich unfassbar wütend macht, ist die Tatsache, dass alle gemeinsam über die AFD schimpfen, obwohl diesen gerade in Thüringen für eine Demokratie untragbaren Rechten ein sensationeller, aber leicht zu durchschauender Schachzug gelungen ist. Wie blutige Anfänger haben sie sich vorführen lassen, unsere Politeliten der Mitte. Mehr als eine halbe Milliarde Euro wird jährlich von der Bundesregierung für Berater ausgegeben, aber dieses Szenario eines vorgeschobenen FDP-Nobodys hatte niemand auf dem Schirm – außer Herr Höcke und sein Gefolge. Eine parteiübergreifende Schande und hoffentlich ein Schuss vor den Bug im richtigen Moment.

Es bleibt spannend und wird zur Katastrophe, wenn sich die Verantwortlichen nicht zusammenraufen und über ihren parteiinternen Tellerrand blicken. Unsere Parteienwelt besteht eben nicht mehr aus den großen CDU/CSU, den SPD-Genossen, der FDP als Zünglein an der Waage und ein paar Grünen Umweltschützern. Das ist 30 Jahre her. Auch wenn es mancher scheinbar noch nicht wahrhaben will.

Neben dem politischen war  dann noch der echte Sturm. Sabine zeigte sich von ihrer wilden Seite und versetzte das ganze Land in Alarmbereitschaft. Die prophezeite Katstrophe blieb dabei Gottseidank aus, es gab zwar unzählige Sachschäden und Unfälle und auch einige Opfer, doch die Prognosen im Vorfeld waren ja echt verheerend. Glückliche meteorologische Kleinigkeiten verhinderten am Montag den Supergau und so durften sich die Kinder über einen freien Schultag freuen. Es Schorschla ist übrigens schon wieder bei der Gartenarbeit und räumt hier und da ein paar Keramikscherben und große Äste aus der Wiese. Die Ausläufer von Sabine pfeifen ihm dabei noch gehörig um die Ohren. Ja, wir Leben echt in stürmischen Zeiten und haben leider immer mehr windige Typen in den echt entscheidenden Positionen. Das muss sich schnell ändern, sonst erleben wir noch ganz, ganz böse Zeiten. Auch ohne Orkantiefs! 

Die Meinung des Schorschla muss nicht immer mit der der Redaktion übereinstimmen.

 

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