Wertegesellschaft 3.0

Gesunder Menschenverstand gefragt

Wertegesellschaft 3.0

„Der Sinn des Lebens besteht nicht darin ein erfolgreicher Mensch zu sein, sondern ein wertvoller.“ Das wusste schon Albert Einstein. 65 Jahre nach dem Tod des Physikers und Genies spielt der Begriff „Wert“ plötzlich eine ganz neue, bislang nahezu unbekannte Rolle. Nehmen wir nur mal den vielzitierten R-Wert. Dieser wissenschaftliche Parameter bestimmt die politische Diskussion, unser Leben und Beschränkungen und Lockerungen in der Corona-Krise. Es Schorschla hat sich in den letzten Tagen viel mit dieser Zahl, die seit Wochen ständig ganz knapp um die 1 schwankt und trotzdem täglich für positive wie negative Schlagzeilen sorgt. Was wird da eigentlich gemessen? Und was sagt der R-Wert wirklich aus?

Beginnen wir ganz sachlich: Die Reproduktionszahl, auch R-Wert oder R-Zahl genannt, gibt an, wie viele Menschen eine infizierte Person in einer bestimmten Zeiteinheit im Mittel ansteckt. Liegt der Wert über 1, dann steigt die Zahl der Neuinfektionen, die Krankheit breitet sich also weiter aus. Ist sie kleiner als 1, gibt es immer weniger Neuinfektionen, die Epidemie läuft also aus. Der R-Wert ist dabei eine exponentieller Größe, schon geringe Veränderungen haben große Auswirkungen. Liegt der R-Wert bei 1,1, verdoppelt sich die Zahl der Infizierten in gut sieben betrachteten Zeiteinheiten; steigt er auf 1,4, sind es nur noch gut zwei Zeiteinheiten, bis doppelt so viele Menschen infiziert sind.

Lothar Wieler, der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist derzeit mehr als beunruhigt: „Wir sind mitten in einer sich rasant entwickelnden Pandemie“, so der RKI-Boss wörtlich. „Die neueste Entwicklung der Fallzahlen macht mir und allen im Robert-Koch-Institut große Sorgen“, erklärt Wieler. „Wir alle müssen die AHA-Regeln einhalten“, mahnt er, wobei AHA für „Abstand, Hygiene, Alltagsmasken“ steht. 

Es Schorschla macht sich schon Sorgen über unsere Zukunft. Allerdings ohne in Panik zu verfallen. Aber Bilder und Filme wie zuletzt aus Berlin bei der Anti-Corona-Demo sind schon erschreckend. Freiheitsdrang und Selbstverwirklichung hin und her. Schön und gut. Aber es ist aktuell einfach nicht die Zeit, um „easy living“ und „Party pur“ zu zelebrieren. Nein, wir müssen uns langsam wieder in die Normalität zurücktasten. Auch wenn diese Geduld vielen sehr schwer fällt. Aber analysieren wir die Situation doch einmal ganz pragmatisch: Ferienspaß, volle Strände an Seen und Küsten, Flugzeuge und Züge mit potentiell Infizierten, Schulbeginn in den ersten Bundesländern, Kinderhorte werden wieder geöffnet, Erntehelfer in engen Wohncontainern, Bierkellerstimmung und die ersten kleineren Konzerte. Das ist die aktuelle Gemengelage. Dazu wird landauf landab getestet was möglich ist. Auf der einen Seite sehr gut, auf der anderen natürlich auch gefährlich. Denn wenn mehr getestet wird, wird sich auch die Zahl der Infizierten erhöhen. Und steigt der Wert über 50 pro 100.000 Einwohner, dann ist es schnell wieder vorbei mit Sommer, Spaß und Erholung der Wirtschaft. 

Eines scheint klar – nicht nur fürs Schorschla: Gibt es einen zweiten, flächendeckenden Lockdown, dann rutschen wir ganz tief in die Krise. Dann wird die aktuelle Welle an Firmenkrisen blitzschnell zu einem Tsunami anschwellen, dann werden gut gemeinte Hilfstöpfe und Fördermittel die ohnehin angeschlagene Wirtschaft in einen Pleitestrudel unbekannten Ausmaßes ziehen. 

Soweit darf es nicht kommen. Und deshalb ist im August 2020 eines mehr denn je gefragt: Gesunder Menschenverstand. Oder wie es aus dem RKI heißt: „Prävention ist auf jeden Fall besser als Reaktion“. Ja, unsere vielzitierte Wertegesellschaft steht vor riesigen, unbekannten Herausforderungen, vor einer echten Zerreißprobe. Und hier hat es Schorschla eine große Bitte an all seine Leserinnen und Leser: Zertrampelt bitte nicht mit Übermut, Ungeduld und Rücksichtslosigkeit das zarte Pflänzchen, das gerade wieder etwas Lebensmut und Aufschwung bekommt. Oder wie es der amerikanische Star-Investor Warren Buffet auf den Punkt bringt. „Der Wert ist, was wir bekommen. Der Preis ist, was wir bezahlen“. 

PS: Die Meinung vom Schorschla muss nicht immer mit der der Redaktion übereinstimmen.

 

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