Denkt gerade und nicht quer

Bitte vom Schorschla

Denkt gerade und nicht quer

Der Kurt wohnt ja nicht einmal 100 Meter vom Schorschla entfernt. Weshalb er gerne auch mal auf die Schnelle – also ein, zwei Bierchen – vorbeischaut. Die Frau Schorschla ist dann immer ganz in ihrem Element, präsentiert sich als perfekte Gastgeberin und kocht auch mal auf. Was wiederum der Kurt sehr schätzt und sich auch immer wieder mit einer Gegeneinladung revanchiert und bedankt. Doch mit diesem geschätzten Ritual ist es jetzt erst einmal vorbei. Denn: Einzelperson zu Pärchen ist voll ok. Umgekehrt kostet es Geld. Richtig viel Geld. Bis zu 500 Euro in Bayern. Der Unterschied erschließt sich nicht fürs Schorschla. Vielleicht sind die Verfasser der „Verordnungen gemäß § 23 sowie § 32 Infektionsschutzgesetz (IfSG)“, welche die Maßnahmen zur Eindämmung einer Epidemie oder einer Pandemie definieren, ja nur an den Tücken der deutschen Sprache gescheitert. Oder unsere Paragraphenhengste und natürlich auch Paragraphenstuten – nur um an dieser Stelle genderneutral zu bleiben – haben ein Einsehen mit Singlehaushalten. Sollen die Solo-Lebenskünstlerinnen und -künstler doch auswärts essen und trinken, sie haben ja keine Hilfe beim Aufräumen, Abspülen und Staubsaugen. 

So wird es wohl sein. Die Gesetzeshüter meinen es gar nicht so böse mit uns. Ganz im Gegenteil. Aber sie haben eines vergessen: Uns die passende Geschichte zu erzählen. Und darin liegt ein großes Problem. Vielleicht sogar das alles Entscheidende. Denn vergessen wir einmal die zugegeben etwas konstruierte Geschichte von oben. Wir haben uns mit diesen Corona-Maßnahmen längst in eine Sackgasse manövriert. Wir setzen global auf Zahlen, basierend auf einem so genannten PCR-Test, der nicht frei von Fehlern ist, nur bedingt für einen Masseneinsatz entwickelt wurde und zudem selbst von vielen Experten und Virologen kritisch gesehen wird. Aber: Aktuell gibt es wohl keine bessere Testmöglichkeit und dieser Corona-Virus ist unbestreitbar für gesundheitlich angeschlagene, ältere und alte Menschen mit geschwächtem Immunsystem ein echter Todfeind. 

Deshalb muss unsere Politik auch handeln und einige unserer liebgewonnen und im Grunde unverzichtbaren Freiheitsrechte einschränken. Was das Gros der Bevölkerung auch unterstützt. Hier sind wir bei diesen vielzitierten 70 bis 80 Prozent, die in den Medien immer wieder genannt werden. Aber das Ganze muss logisch bleiben und Bedarf der Erklärung. Und einer ehrlichen Kommunikation. Überheblichkeit und Selbstüberschätzung sind an dieser Stelle unverzeihliche Fehler. Und jetzt sind wir endgültig in Bayern und bei Markus Söder angekommen. Denn vieles, was in den ersten Wochen und Monaten der Pandemie noch souverän und verantwortungsvoll beim Wahlvolk angekommen ist, wirkt inzwischen wie ein hilfloser Egotrip eines machtwütigen und selbstherrlichen Ministerpräsidenten im erbitterten Wahlkampfmodus. So geht’s nicht weiter, Herr Söder. Die Menschen im Lande wollen ernst genommen werden. Sie brauchen keine halbherzigen Floskeln nach dem Motto „Uns tut’s auch leid, aber wir verlängern und verschärfen alle Einschränkungen“. Wahrscheinlich werden die Zahlen dadurch nicht besser, wir haben auch keine Konzepte – weder für Kitas, Schulen oder den Handel – aber uns fällt halt nichts Besseres ein. Und klar ist: Wenn alle alleine daheimbleiben, kann sich niemand draußen anstecken!

Es Schorschla macht dieser „Ich will mehr“-Aktionismus inzwischen richtig traurig. Die Medien spielen da schön mit: Bei vermeintlich guten Zahlen wird sofort erwähnt, dass diese nicht aussagekräftig sind, da ja die Gesundheitsämter aufgrund der Feiertage nicht richtig gemeldet hätten, schlechte, hohe Zahlen werden dagegen meist ohne einschränkenden Kommentar verlesen und gedruckt. Stopp, nicht dass es Schorschla jetzt in die Querdenker- und Weltverschwörer-Ecke gedrängt wird. Unser Leben kann und darf im Moment nicht normal laufen. Wir müssen uns alle einschränken und Rücksicht auf die Risikogruppen unserer Gesellschaft nehmen. Aber wir haben ein Recht auf ehrliche Informationen. Auf Erklärungen, weshalb Gesetze und Beschränkungen verschärft werden. Was passieren muss, um diese wieder zu lockern. Wie sie aussehen, die kurz-, mittel- und langfristigen Konzepte unserer Regierung. Welche Maßnahmen getroffen werden, um Kinder und Jugendliche wieder in Kitas und Schulen unterrichten zu können. Dafür haben wir unseren Volksvertreterinnen und Volksvertretern unsere Stimme verliehen. Veröffentlichte Umfragen, die aussagen, dass 75 Prozent der Bevölkerung für noch schärfere Maßnahmen plädieren, noch bevor überhaupt bekannt ist, wie die aktuellen Einschränkungen überhaupt aussehen, sind Wasser auf die Mühlen irrer Querdenker. Deshalb eine ganz große Bitte vom Schorschla an die Politik: Verscherzt es Euch nicht mit den mitdenkenden, ehrlichen, fleißigen und manchmal auch kritischen Menschen im Lande. Denn sie sind die Eckpfeiler und Stützen unserer Gesellschaft! 

PS: Die Meinung vom Schorschla muss nicht immer mit der der Redaktion übereinstimmen.           

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