Heim zum Arbeiten

Schorschla ist schon lange Heimarbeiter

Heim zum Arbeiten

Es Schorschla gehört im Grunde zu den Vorreitern des Homeoffice. Seit vielen Jahren – ja sogar mehr als zwei Jahrzehnten – schätzt es den Luxus, sich in sein kleines Büro unter dem rustikalen Dachgebälk zurückzuziehen und in aller Ruhe und ohne störende Anrufe seine Kommentare zu Papier oder direkt auf den Bildschirm zu bringen. Bereits im November 2002, als in der chinesischen Provinz Guangdong das schwere akute Atemwegssyndrom (SARS) beobachtet wurde, kommentierte es Schorschla diese Epidemie – so hieß das damals – in Heimarbeit. Auch ein antiquierter Begriff.  Die Weltgesundheitsorganisation stufte SARS übrigens vor knapp 20 Jahren als „weltweite Bedrohung“: Rund um den Globus starben mehr als 800 Menschen durch diese Vireninfektion. 

Heute erscheinen diese Meldungen aus dem vergangenen Jahrtausend wie eine verschlafene Generalprobe des aktuell stattfindenden medizinisch-wirtschaftlich-mentalen Corona-Super-GAUs. Nach allerlei leichten und harten Lock- und Shutdowns, Ausgehsperren, Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen und Handelsverboten steht aktuell das Thema „Homeoffice“ ganz hoch im Kurs. Aber auch hier das inzwischen übliche Bild. Dieses Arbeitsmodell wird nicht in all seinen Facetten beleuchtet und analysiert, was Sinn macht und was nicht. Nein. Wir brauchen ja Gesetze! Mehr Bürokratie! Mehr Pflichten! Sonst klappt das nicht, meinen ein paar ganz Schlaue. Zum Beispiel Frank Ulrich Montgomery, der Vorsitzende des Weltärztebundes. 

„Nicht alle Betriebe, die es könnten, lassen ihre Mitarbeiter zu Hause arbeiten“, schimpft er und fordert Strafgelder für ignorante Arbeitgeber.

Kurzer Zwischengedanke: Achten Sie bitte einmal bewusst darauf, wer inzwischen alles fordert. Es gibt keine Vorschläge, keinen Wunsch auf Unterstützung, keine Hoffnung auf Anerkennung und keine Bitte um Zusammenhalt und einen gemeinsamen Weg. Nein. Es wird nur noch gefordert. Ist natürlich nur ein Wort und für viele wohl nicht der Rede wert. Es Schorschla stört sich aber immer mehr daran. Aber das nur am Rande. Zurück zum Homeoffice: „Bußgelder für Firmen“, so Montgomery, „dürfen kein Tabu sein“. Trotz Lockdown gebe es immer noch zu viele persönliche Kontakte und zu viel Mobilität. Für den beruflichen Bereich heiße das, „alles, was irgendwie geht, ins Homeoffice zu verlagern“. Ohne Zweifel wird der Trend, von zu Hause aus zu arbeiten, sich auch nach Corona fortsetzen. Auf der einen Seite hat die plötzliche Umstellung an den heimischen Schreib- oder Küchentisch für viele mehr Flexibilität geschaffen und in der Breite besser funktioniert, als erwartet.

Auf der anderen Seite überfordert die neue Situation viele Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen. Sven Hannawald, ehemaliger Leistungssportler und aufgrund seiner Burnout-Historie auch Botschafter der „Offensive Psychische Gesundheit“ der drei Bundesministerien für Arbeit, Gesundheit und Familie bringt einen „Homeoffice-Führerschein“ ins Spiel. Ergonomie am Arbeitsplatz, feste Pausen für Bewegung, die „Life-Domain-Balance“, also die Trennung von Beruflichem und Privatem, Entspannung, Achtsamkeit, Methoden zum Stressabbau und auch die virtuelle Führung der Mitarbeiter*innen auf Distanz: Führungskräfte sollten sich vermehrt mit dem Führen auseinandersetzen. All das will gelernt sein. Ums Schorschla hat sich nie jemand gekümmert, an einen „Homeoffice-Führerschein“ wurde noch nicht einmal ein Gedanke verschwendet. Und trotzdem klingen diese Diskussionen und die Ideen zum Arbeiten in den eigenen vier Wänden mehr als sinnvoll. Denn es gibt einen ganz großen Unterschied: Es Schorschla wurde nie dazu gezwungen, zu Hause zu arbeiten. Es war eine geschätzte Option. Und deshalb purer Luxus. Womit wir genau beim Kernproblem dieser Tage angekommen sind: Wir würden so vieles gerne (mit-)machen. Ohne Zwang. Ohne Strafen und Bußgelder. Einfach nur, weil wir es gut finden und auch dahinterstehen. So wie wir es von unseren Eltern gelernt haben. Freiwillig und nicht, weil es irgendjemand von uns fordert! 

PS: Die Meinung vom Schorschla muss nicht immer mit der der Redaktion übereinstimmen.           

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