Jürgen Schabel: Mono No Aware

Traurigschöne Fotokunst im Kohlenhof Nürnberg

 »Mono No Aware« Persönliche Blicke auf Fukushima

„Traurigschöne Fotokunst“ präsentiert der Bamberger Fotograf Jürgen Schabel in der Galerie des Kunstvereins Kohlenhof in Nürnberg

Nachdem die Arbeiten des Bamberger Fotografen Jürgen Schabel im letzten Jahr auf internationalen Fotofestivals mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurden, widmet ihm der Kunstverein Kohlenhof in Nürnberg nun eine Einzelausstellung mit zwei neuen Werkserien aus Japan: »Mono No Aware«, so der Titel der beeindruckenden Fotoserie, wurde am Samstag eröffnet und kann bis zum 10. April 2021 besucht werden.

Die beiden vorderen Galerieräume zeigen Impressionen aus der evakuierten Zone der Präfektur Fukushima – passend zum 10. Jahrestag des verheerenden Erdbebens mit anschließendem Tsunami und dem dadurch bedingten Super-Gau im küstennahen Atomreaktor.  „Die Atmosphäre, die Schabels Bildmotive ausstrahlen, ist voller Poesie und Melancholie. Sie zieht einen in den Bann, fühlt sich gleichermaßen traurigschön, absurd und unwirklich an, beschreibt Kunsthistorikerin Eva Schickler die Werke Schabels. Und weiter: “Die Ausstellung mit 30 großformatigen Prints ist die Einladung zu einer Reise an die Schnittstellen von Zeit und Raum - jedes Bild eine visuelle Metapher für die Fragilität des Lebens." 

"Für mich ist ein gutes Bild wie ein nicht zu Ende formuliertes Geheimnis, in dem sich die Ereignisse der Gegenwart mit denen der Vergangenheit verknüpfen und eine neue Geschichte erzählen. Meine Arbeiten zeigen erst gar kein Bemühen um Objektivität, sondern thematisieren in ihrer ganzen Anlage das persönliche Erlebnis der Dinge. Es sind diese  Spuren von Leben, die Umdeutung von Ereignissen und Orten, die ich in meinen Bildern immer wieder suche“, erklärt Jürgen Schabel.  

Im Zentrum des künstlerischen Werks von Jürgen Schabel stehen immer wieder Orte und Bauten, die eine einzigartige Geschichte in sich tragen – Architektur, die Spuren von Verfall und Zerstörung aufweist und die durch die Abwesenheit von Menschen geprägt sind.

 

Warum wurden all die Gebäude, die Städte aufgegeben und verlassen? Die Ursache kann eine atomare Katastrophe wie 2011 in Fukushima sein, die sich im März zum 10. Mal jährt oder auch die Änderung einer Situation, verbunden mit dem Verlust der ursprünglichen Funktion und dem Versinken in Bedeutungslosigkeit. Welche Geheimnisse, welche Geschichten, welche Emotionen und Erinnerungen liegen darunter verborgen? Was bleibt von all den von und für Menschen geschaffenen Dingen, den Statuen, den Häusern, Hotels, Straßenzügen und Städten? Wie wird mit solchen Verlassenschaften umgegangen? Lassen sich Erkenntnisse für die Zukunft daraus ableiten?

Die Ausstellung im Nürnberger Kohlenhof ist Donnerstag und Freitag von 14 bis 19 Uhr oder mit telefonischer Voranmeldung unter Tel. 0172 / 855 87 54 geöffnet. Der Link www.kunstvereinkohlenhof.de führt Sie zur Website der Galerie mit weiterführenden Informationen und einem Künstlergespräch.

Zum Bild in diesem Artikel:

Absolute Stille – kein Mensch weit und breit, Schichten von Staub lagern auf Boden, Billardtisch und Weltkugel. Türen, Tapeten, Teppiche und Mobiliar, alles ist dem unaufhaltsamen Verfallsprozess preisgegeben. Natur, Farne, Unkraut und Moos erobern sich Raum für Raum.

 

 

 

 

 

 

 

 

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