Geheim war gestern

Schorschla macht ein bisschen auf 007

Geheim war gestern

Heute macht es Schorschla mal ein bisschen auf 007. Denn ganz ehrlich: Seit Jahren wundert es sich über Meldungen, dass immer dann, wenn etwas ganz Obskures in unserem Land passiert, der Bundesnachrichtendienst (BND) seine Finger mit im Spiel gehabt haben soll. Die Berichte klingen dann immer ein bisschen wie im Film, Agenten, Überwachung, auch mal schmutzige Deals und die eine oder andere illegale Falle. Vor Gericht und in den heute-Nachrichten sprechen dann immer wieder Experten mit mürrischer Mine in große Mikrofone und kritisieren, dass Handlungen, Ermittlungen und Überwachungen am Rande der Legalität stattfanden oder gar juristische Grenzen überschritten wurden. Fürs Schorschla die Basis eines Geheimdienstes, ein bisschen Unterwelt und Milieu, V-Männer oder -Frauen, Mr. Bond lässt grüßen. 

Jahrzehntelang war beim BND Abschottung die oberste Pflicht. Doch die Zeiten ändern sich. Und so breitet sich der deutsche Auslandsgeheimdienst jetzt in sozialen Netzen aus: Er will Talente anwerben und öffnet sich nach außen. Wie aber geht das zusammen? Geheim und doch öffentlich? Top secret, aber für alle? „Liebesgrüße aus Mitte“, titelt „Spiegel online“. Ohne Spaß: Der Bundesnachrichtendienst (BND) baut seine Social-Media-Aktivitäten mit einem eigenen Instagram-Account aus. 

„Ein moderner Arbeitgeber muss auch dort präsent sein, wo sich mögliche Bewerberinnen und Bewerber tummeln“, erklärt BND-Präsident Bruno Kahl der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Neben einer modernen Website ist der BND seit November 2018 auf dem Videoportal YouTube vertreten, kommt dort aber nur auf gut 1000 Abonnenten. Im März startete der Geheimdienst unter anderem auf Twitter (#FollowTheGlitchKarnickel) eine Aktion zur Rekrutierung von Experten aus der Hackerszene. Einen eigenen Twitterkanal, wie ihn etwa der Inlandsgeheimdienst, das Bundesamt für Verfassungsschutz, mit gut 28.000 Followern betreibt, plant der BND aktuell allerdings nicht. Oder er gibt es zumindest nicht zu!

Der Instagram-Auftritt soll im Jahr 65 nach der offiziellen Gründung des BND ein „Meilenstein“ sein, heißt es intern. Bruno Kahl wörtlich: „Wir müssen zeitgemäße Wege gehen, um insbesondere Schulabgängern, Uni-Absolventen und jungen Berufstätigen einen Eindruck zu geben, welche beruflichen Chancen eine international operierende Sicherheitsbehörde“ biete. Kommt Bond vielleicht sogar vom BND? Oder umgekehrt? Fragen, die dem Schorschla sofort in den Kopf kommen. Auch ob es sich besser für den Posten von „M“ oder den von „Q“ bewerben sollte. Aber eines nach dem anderen: Das entscheidende Geheimdienstkonto ist unter dem Nutzernamen „bndkarriere“ auf Instagram zu finden. Bisher hat der Account keinen sogenannten „blauen Haken“, mit dem Instagram die Echtheit bei bestimmten Konten bestätigt. Wer BND in die Suche bei Instagram eingibt, bekommt bisher zunächst mehrere Konten vorgeschlagen, die das Kürzel nur im Namen tragen, aber nicht offiziell zum Bundesnachrichtendienst gehören. Am Montagvormittag, einige Stunden nach der Veröffentlichung der ersten Videos, hat das Konto einige hundert Abonnenten.

US-Dienste wie das FBI (knapp zwei Millionen Abonnenten), die CIA (knapp 400.000 Abonnenten) und der britische Inlandsgeheimdienst MI5 (gut 100.000 Abonnenten) betreiben seit langem und ganz offiziell stark beachtete Instagram-Auftritte. Beim BND hofft man auf eine Reichweite von bis zu 60.000 Insta-gram-Nutzern, die sich dort mindestens einmal pro Monat BND-Inhalte anschauen werden.

„Ein Nachrichtendienst kann nicht öffentlich über seine Operationen, geheimen Erkenntnissen und Methoden plaudern“, begründet Kahl die bisherige Zurückhaltung. „Wir werden auf Instagram auch keine politischen Diskussionen führen.“ Vielmehr wolle der BND einen Ort schaffen, „an dem sich Interessierte einen Überblick über unsere Aufgaben, einen Einblick in unseren Alltag sowie einen Eindruck von den Menschen verschaffen können, die im Bundesnachrichtendienst für die Sicherheit Deutschlands arbeiten“. Persönliche Anekdoten von Mitarbeitern sollen übrigens auch auf „bndkarriere“ zu finden sein – wegen der Geheimhaltung allerdings ohne Gesicht und Namen. Dazu gehören Fotos mit Eindrücken von Arbeitsplätzen – etwa das von einer goldenen asiatischen Winkekatze. Die sei zwar „total kitschig, aber ich liebe sie“, schreibt ein Mitarbeiter. „Sie erinnert mich an meine letzte große Reise vor Corona. Ich habe sie in Chinatown in Singapur gekauft.“ Das klingt ja echt nach dem Beginn eines Thrillers!

PS: Die Meinung vom Schorschla muss nicht immer mit der der Redaktion übereinstimmen.   

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