Heute im Gespräch: Thomas Wenzel

Rockigster Alleinunterhalter der Region

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Heute im Gespräch: Thomas Wenzel, der rockigste Alleinunterhalter der Region

„Ich bin insgesamt ziemlich zufrieden mit mir“

Die Corona-Pandemie hat große Teile der internationalen, nationalen, regionalen und lokalen Musikszene über viele Monate ins Wachkoma versetzt. Aber nicht alle. 

Thomas Wenzel, vielen Livemusikfreunden als virtuoser Leadgitarrist von Formationen wie „Amon Ra“ oder „Widefake“ bestens bekannt, ließ in den vergangenen Monaten seiner Kreativität freien Lauf und setzte unter dem Pseudonym „Zyklop“ das Motto von Rocklegende Leo Sayer in die Tat um: I’m a one Man Band. Entstanden ist eine bemerkenswerte CD, auf welcher der Ausnahmemusiker nicht nur alle Instrumente selbst spielt, sondern auch die Songs komponierte und alle Texte selbst geschrieben hat. Oftmals mit viel Lokalkolorit, wofür der Titel „Stehbier am Schlenk‘“ nur ein Beispiel ist. Dem WOBLA stand Thomas Wenzel Rede und Antwort, wobei eines an dieser Stelle gleich betont werden sollte, die Redaktion beurteilt die Scheibe mit dem Prädikat: Unbedingt hörenswert! 

WOBLA: Woher kommt denn der bemerkenswerte Name „Zyklop“?

Thomas Wenzel: Alle, die mich gut kennen, wissen das und der Name zieht sich seit vielen Jahren als Running Gag so durch, mein Grafik-Gewerbe heißt schon seit 1997 „Zyklop Media“. Außerdem will man natürlich irgendwann im Musiklexikon, prominent platziert, sofort als erster oder ganz als letzter auftauchen. Abba und ZZ-Top sind aber diesbezüglich alphabetisch nicht mehr zu übertreffen. Deshalb habe ich mir überlegt, mich wenigstens als Vorletzter vor ZZ-Top einzureihen.

Wie kommst Du auf Deine ebenfalls eher ungewöhnlichen Texte?

Regionale Bezüge und Kultthemen sind dankbare Grundlagen – und die findet man in Bamberg reichlich, wenn man nur will. Außerdem selbst erlebte und zugetragene Geschichten oder Situationen, nachhaltige Eindrücke von Charakterköpfen, Corona-Lockdown, der ganze Wahnsinn der Menschheit im Allgemeinen, mal eine ganz andere Art von Liebeslied: Da gab es mehr als genügend Stoff für ein Album, ich musste mich nur endlich mal trauen. Geschrieben habe ich nämlich eigentlich schon immer gerne. 

Der akrobatische Umgang mit der deutschen Sprache und die spitzfindige Suche nach dem möglichst perfekten Reim liegen mir schon immer. Ich glaube, die Faszination dafür bekam ich schon als Erstklässler durch die Lektüre von Wilhelm Busch – genialer Humorist. Gezeichnet habe ich damals nämlich auch gerne und Busch war ja sozusagen der erste Comic-Autor überhaupt, der Ur-Cartoonist – bis heute unerreicht.

Ein schlummerndes Talent, ganz neu entdeckt?

So kann man es auch sagen. In meinen diversen vormaligen Band-Projekten hatte ich nicht die Gelegenheit, mich textlich einzubringen. Deutsche Texte waren da auch von vornherein zu uncool und gar keine Option. Mir war aber schon klar, dass ich das irgendwann mal machen muss und möchte. Als sich bei der Arbeit an diesem Album jetzt herausstellte, dass ich sowieso alles alleine mache, gab’s auch keinen Zweifel mehr an den eigenen, deutschen Texten.

Wie kann man denn „alles alleine“ machen? Wer steckt hinter Zyklop?

Als aktiver Liedererfinder und Musiker nur ich. Etwas Arrangement-Veredelung, vor allem aber ganz tolle Studio-, Produktions- und Mastering-Arbeit hat mein langjähriger Freund und Musikerkollege Lothar Hermann eingebracht. Wir haben mit dem Album in seinen Nature Studios eine herrliche Challenge kreiert, die uns auch immer wieder gut durch die Lockdown-Zeiten geholfen hat, weil sie die schmerzlich vermisste, lautstarke Beschäftigung mit Musik ermöglicht hat – wenn auch ohne Publikum.

Ein Einzelkämpfer im Zeichen des Rock!

Musik, Texte, alle Stimmen und Instrumente kommen tatsächlich nur von mir, insofern ist „Zyklop“ wirklich nur Thomas Wenzel. Gitarren, Vihuela, Bass, Schlagzeug und Percussion spiele ich auch „im richtigen Leben“ und gesungen habe ich auch für das Album komplett selbst, inklusive aller Chöre. Alles andere kann man aber heute auch fürs Studio generieren, ohne die Instrumente zu beherrschen. Solange man sich in jedes Instrument hineinversetzen, sich die Parts ausdenken und arrangieren kann, ist – mit Einschränkungen – alles alleine machbar. Und das habe ich gemacht. So spart man natürlich eine Menge Zeit und Diskussionen, andererseits kann man es auf niemanden schieben, wenn irgendwas scheiße geworden ist. Aber ganz ehrlich: Ich bin insgesamt ziemlich zufrieden mit mir.

Es bleibt also beim Studio-Album, die Live-Umsetzung mit einer Band wird nicht zu erleben sein?

Das wird die nächste Challenge… So ein Alleingang birgt ja die Gefahr, sich dauernd selbst links zu überholen und alles aufzublasen ohne Rücksicht darauf, ob sich das irgendwann auch mal auf die Bühne bringen lässt. Irgendwann war’s mir aber egal. Vielleicht bleibt’s bei dem einzigen Solo-Album im Leben und das wollte ich dann einfach komplett so haben, wie es aus mir herausgesprudelt ist. Ich finde es aber auch spannend, wenn live eben nicht die Studio-Alben möglichst 1:1 reproduziert werden. Live-Versionen, die anders arrangiert sind, mit neu improvisierten Parts finde ich traditionell klasse – so wie es die ganz alten klassischen Hardrock-Helden auf die Spitze getrieben haben. Allerdings braucht es für die Live-Umsetzung dieses Albums schon eine gute Band, sicher einen weiteren Gitarristen, vielleicht sogar auch zwei Tastenzauberer und eigentlich muss auch jeder Instrumentalist singen. Ich muss und möchte eine Band zusammenstellen und bin selbst gespannt – mehr kann ich dazu momentan noch gar nicht sagen.

Wer sich genauer über das Zyklop-Projekt informieren oder die frischgepresste CD gleich bestellen möchte, findet auf www.zyklop-media.com alle wichtigen Infos.

Foto: Helmut Ölschlegel

 

 

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