Kritik gerne, aber mit Hirn

Äußerungen immer überdenken!

 

Kritik gerne, aber mit Hirn

„Es gibt nur einen Weg, um Kritik zu vermeiden: Nichts tun, nichts sagen, nichts sein.“ Das wusste schon Aristoteles. Vor knapp 2500 Jahren. Beim Lesen dieses Zitats vergangene Woche schoss dem Schorschla plötzlich eine Frage in den Kopf. Gilt eigentlich auch der Umkehrschluss? Äußern diejenigen, die „nichts sind“, erstaunlicherweise nicht auch am meisten Kritik? Halt, bevor das jemand in den falschen Hals bekommt: „Nichts sein“ ist eine ganz schlechte Formulierung, die sofort korrigiert wird. Gemeint ist: Diejenigen, die selbst nichts auf die Beine stellen. 

Also noch einmal neu formuliert: Woher nehmen Menschen, die in ihrem Alltag nichts Neues auf die Beine stellen, das Recht, überheblich über andere zu urteilen, die Entscheidungen treffen, Risiken eingehen und auch mal neue Wege einschlagen. 

Der US-amerikanische Pfarrer und Autor Norman Vincent Peale bemerkte in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts: „Wir müssen immer zwei Arten von Kritik unterscheiden: die wohlwollende, aufbauende, taktvolle und die schroffe, ätzende, gehässige.“ Und genau hier beginnt fürs Schorschla das eigentliche Problem. Denn unsere Gesellschaft wird immer aggressiver. Immer unpersönlicher. Vielleicht auch blöder. Konstruktive Kritik, die jedem von uns gut tun würde, echte, ehrlich gemeinte Hilfen für wichtige Alltagssituationen oder auch das eigene Leben, stirbt langsam aber sicher aus. Nur noch ein paar ganz, ganz gute Freundinnen und Freunde im engsten Umfeld sind dazu in der Lage. Ansonsten wird beleidigt, geschimpft, gelästert, am liebsten anonym oder zumindest über Personen, die gerade nicht in Reichweite sind. Die man vielleicht nur flüchtig oder besser noch gar nicht kennt. Pauschale Schubladentiraden: Klar, so sind sie, die Politiker. Stopfen sich die Taschen voll. Alles auf unsere Kosten. War schon immer so. Ist aber noch schlimmer geworden. Ein Pack. Kannst alle in einen Sack werfen und draufhauen. Erwischt nie einen falschen. Klassische Stammtischparolen, wobei dies auch nicht stimmt. Denn an hölzernen Kneipentischen wird aktuell oft tiefgründiger, ehrlicher und ausgewogener diskutiert als in der einen oder anderen Redaktionsstube. Aber das ist ein ganz anderes Thema und gehört (heute) nicht hierher.

Zurück zu Aristoteles. Wie recht er nur hatte, der alte Grieche. Wer nix 

macht, macht nix falsch, haben uns schon die Großeltern geraten. In manchen Situationen völlig richtig. Wenn man sich unsicher ist und Menschen mit mehr Erfahrung und Fachwissen greifbar sind, sollte man sich schon den einen oder anderen Tipp einholen. Aber ohne Fehler kommt man eben nicht durchs Leben. Und das wichtigste: Man muss aus diesen Fehlern lernen. Um es beim nächsten Mal besser zu machen. Vielleicht kann man dann sogar andere Personen vor einem groben Fehler bewahren. So wünscht sich es Schorschla ein nachhaltiges Miteinander. 

Aktuell sind wir von derartigen positiven Gedankenspielen ganz weit entfernt. Soziale Netzwerke, die bei näherem Hinsehen oftmals ins Asoziale abrutschen. Persönliche Grabenkämpfe aus Neid und Missgunst schwappen durch die Medien, bestimmen unseren Alltag. Übrigens nicht nur auf der internationalen Bühne, sondern direkt vor unserer eigenen Haustüre, selbst im beschaulichen WOBLA-Land. Schon irgendwie erschreckend. Aber wir alle können etwas dagegen tun. Hören Sie auf zu lästern! Informieren Sie sich aus verschiedenen Quellen, bevor Sie Gerüchte weitererzählen, seien Sie auch noch so interessant. Und glauben Sie nicht alles, was Ihnen tagtäglich Schwarz-auf-Weiß präsentiert wird. Da ist es Schorschla komplett auf der Linie des deutschen Immunologen und Aphoristikers Gerhard Uhlenbruck, der zum Thema Kritik folgende unverbesserliche Weisheit von sich gab: „Bevor man seine Bedenken äußert, sollte man seine Äußerungen bedenken.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

PS: Die Meinung vom Schorschla muss nicht immer mit der der Redaktion übereinstimmen.

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