Drümmer Schelln

Zeit der Ohrfeigen

„Drümmer Schelln“ in den Schlagzeilen

Dieses sonnige März-Wochenende erlebte im wahrsten Sinne des Wortes ein schlagkräftiges Finale. In der Dortmunder Westfalenhalle und auf der altehrwürdigen Bühne des Dolby Theatre in Hollywood  erlebten der deutsche Komiker und Schauspieler Oliver Pocher und der schwarze Komödiant und Moderator Chris Rock einen unerwarteten Schlag ins Gesicht. Zwei Watschn, die seither heiß diskutiert werden und irgendwie so gar nicht mehr in unsere Zeit passen. Spiegel online nennt es eine „Verschulhofisierung der Öffentlichkeit“, eine Formulierung, auf die nicht einmal es Schorschla gekommen wäre.

Aber der Reihe nach: Beim Boxkampf von Felix Sturm in Dortmund saß Pocher ganz entspannt in Reihe eins am Ring und schwätzte mit verschiedenen B- und C-Prominenten, als ein gebürtiger Bochumer mit dem Künstlernamen Fat Comedy Pocher unvermittelt eine schallende Ohrfeige verpasste. Er ließ sich dabei von einem Begleiter filmen und begründete den Angriff unter anderem mit Pochers Aussagen zu einer mutmaßlichen Vergewaltigung, offensichtlich der Fall des Rappers Samra, gegen den die Influencerin Nika Irani Vergewaltigungsvorwürfe zuletzt erhoben hatte, was von Pocher in einem Podcast thematisiert wurde. 

Es Schorschla als Ur-Franke kennt noch bestens den Ausspruch: „Dehm ghörd a drümmer Schelln. Un wennä frochd warum, glaich nuch ana auf di anderä Baggn“. Doch das ist schon eine gute Zeit her. Weniger als 48 Stunden später schlug die nächste „Backpfeife“ im Gesicht von Chris Rock ein. Dieser hatte sich zuvor bei der Anmoderation zur 94. Oscarverleihung über Will Smiths Ehefrau lustig gemacht, sie aufgrund ihres kurzgeschorenem Haares – Jada Pinkett Smith leidet an krankhaftem Haarausfall – veräppelt. Zuviel für Will Smith, der aufstand, zur Bühne lief und dem Moderator mit rechts eine scheuerte. Das Oscar-Publikum hielt den Auftritt anfangs noch für inszeniert, erst nachdem Smith, der kurz darauf einen Oscar als Bester Hauptdarsteller in „King Richard“ erhielt, „Nimm den Namen meiner Frau nicht mehr in Deinen verdammten Mund“ brüllte und dabei zweimal das im US-Fernsehen verpönte Wort „fucking“ verwendete, erkannte die prominenten Gäste die ganze Tragweite dieser Aktion. Rock wirkte nach dem Vorfall leicht konsterniert, fing sich aber schnell wieder und witzelte: „Das war die größte Nacht in der Geschichte des Fernsehens.“ 

In seiner Oscar-Rede nur wenige Minuten später entschuldigte sich Smith mit dem Oscar in der Hand und unter Tränen bei der Oscar-Akademie und den anderen Nominierten – nicht aber bei Chris Rock. Nach dem Ende der Show veröffentlichte der US-Sender ABC eine Mitteilung der Polizei von Los Angeles, wonach diese von einem Vorfall bei der Verleihung wisse, bei dem eine Person eine andere geohrfeigt habe. Der Angegriffene habe es abgelehnt, den Vorfall anzuzeigen. Die Reaktionen waren gespalten. Die US-Komikerin und Emmy-Gewinnerin Rosie O’Donnell bezeichnet Smiths Verhalten als „trauriges Zurschaustellen von toxischer Maskulinität von einem narzisstischen Verrückten“. Die Komikerin Kathy Griffin beklagte, Comedians müssten sich nun vor jenen fürchten, „die in Comedy-Klubs und Theatern der nächste Will Smith sein wollen“. Einige Prominente nahmen Smith aber auch in Schutz. One-Direction-Sänger Liam Payne sagte zu Journalisten, Smith habe „das Recht“ gehabt, so zu handeln. Die demokratische Abgeordnete Ayanna Pressley, die wie Pinkett Smith unter krankheitsbedingtem Haarausfall leidet, dankte Smith sogar in einem später gelöschten Tweet. Sie lobte „alle Ehemänner, die ihre Ehefrauen verteidigen, die mit Alopezie (Haarausfall) leben und täglicher Ignoranz und Beleidigung ausgesetzt sind“.

Auf seinem offiziellen Instagram-Account veröffentlichte Smith eine längere Erklärung zu dem Zwischenfall. Sie beginnt mit den Worten: „Gewalt in all ihren Formen ist giftig und zerstörerisch.“ Sein Verhalten während der Oscarverleihung sei „inakzeptabel und unentschuldbar“ gewesen, schreibt Smith. Es gehöre zu seinem Job, Witze auf seine Kosten zu ertragen. Aber ein Scherz über den Gesundheitszustand seiner Ehefrau „war zu viel für mich, und ich habe emotional reagiert“. Seine Nachricht beendet Smith mit den Worten „I am a work in progress“ – er habe noch viel an sich zu arbeiten.

PS: Die Meinung vom Schorschla muss nicht immer mit der der Redaktion übereinstimmen.

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