Luisa ist hier

Codewort für Rückzugsmöglichkeit

Luisa ist hier!

Gleichstellungskommission der Stadt Bamberg unterstützt Kampagne zum Schutz vor sexueller Belästigung

„Ist Luisa hier?“ Frauen und Mädchen, die sich beim Ausgehen beobachtet, belästigt oder einfach unwohl fühlen, können sich in vielen Bamberger Kneipen ab sofort mit dieser Frage an das Personal wenden. Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) hat die Kampagne „LUISA IST HIER!“ nach Bamberg geholt. Ziel des niedrigschwelligen Hilfsangebots ist es, Frauen aus solchen Situationen herauszuholen und ihnen ein Gefühl von Sicherheit zu geben. „Wir unterstützen diese wichtige Kampagne, um damit auch ein Zeichen zu setzen, dass sexualisierte Gewalt und Belästigung weder verharmlost noch toleriert werden“, betont die Gleichstellungsbeauftragte Gabi Kepic.

Vorbild der Initiative ist das aus England stammende Projekt „Ask for Angela“. Im Dezember 2016 übernahm es der Frauen-Notruf Münster. „Weil man „Angela“ wegen der Aussprache hierzulande nicht nehmen konnte, wurde eben „Luisa“ daraus“, erklärt Simone Stroppel, Geschäftsführerin des SkF. Mittlerweile sei die Kampagne in mehr als 50 Städten in Deutschland verbreitet – jetzt zum Glück auch in Bamberg.

Grenzen des Flirtens

In Lokalen ist es oft sehr laut und unübersichtlich – die Gelegenheit für sexuelle Belästigung ist gut, Grenzen vom Flirt zu anzüglichen Bemerkungen und Berührungen verschwimmen. „Für viele Frauen ist es unangenehm, in so einer Situation laut um Hilfe zu rufen und damit die Aufmerksamkeit aller anderen Gäste auf sich zu ziehen“, erklärt Kepic. Das Codewort „Luisa“ beinhalte einen so genannten Kopfton und wäre dadurch auch in lauter Umgebung gut zu verstehen. Wird die Frage „Ist Luisa hier?“ gestellt, dann bieten die Angestellten den betroffenen Personen eine Rückzugsmöglichkeit an. 

Drei Kneipen und Lokale beteiligen sich bereits an der Aktion. Welche, das ist an dem Aufkleber an der Eingangstür sowie an den Plakaten auf den Toiletten erkennbar. Das sind bisher „Freiraum“, „Stilbruch“ und „Das schwarze Schaf“.

Foto: Amt für Bürgerbeteiligung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Michael Memmel.

 

 

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