Unsägliches menschliches Leid

Warnung vor Klimanotstand

 

Wissenschaftler rund um den Globus warnen ja bereits seit vielen Jahren vor einem weltweitem Klimanotstand. Gerade in den hochentwickelten Industriestaaten gingen die Menschen unvernünftig, verschwenderisch und überheblich mit den Ressourcen der Erde um und setzen dadurch eine bald schon nicht mehr umkehrbare negative Umweltspirale in Gang. Es sei längst fünf vor zwölf, vielleicht auch schon etwas später. Doch passend zur Klimaerwärmung wurden die Warnungen und Drohungen bis vor Kurzem noch als „heiße Luft“ abgetan, als Panikmache und „Lobby-Geäffel“. Dann kam Greta, diese 16-Jährige skandinavische Umweltfanatikerin, und plötzlich nahm der Umweltschutz enorme Fahrt auf.

Während das Öko-Teenie-Girl medienwirksam nach Übersee segelte, haben Forscher analysiert, was die Staaten der Welt aktuell und in naher Zukunft wirklich für den Klimaschutz tun wollen. Ihr Fazit fällt ernüchternd aus: Wenn sich nichts grundlegend ändere, drohe „unsägliches menschliches Leid“.

Wow. Unsägliches menschliches Leid. Das ist mal eine Aussage. Was aber verstehen die Wissenschaftler unter dieser Warnung. Erst mal die Ausgangslage ganz nüchtern: Die Pläne der meisten Staaten für das Pariser Klimaschutzabkommen reichen nicht aus, um die schneller werdende Erderhitzung zu bremsen. Fast drei Viertel der 184 von den Ländern eingereichten Zusagen zum Einsparen von Treibhausgasen sind laut der Studie nicht ehrgeizig genug. Gemessen am Ziel, den Ausstoß von klimaschädlichen Substanzen bis 2030 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren, seien nur die 28 EU-Staaten und sieben weitere Länder auf Kurs. 

Zeitgleich warnen mehr als 11.000 Wissenschaftler, darunter rund 900 aus Deutschland, in einer gemeinsamen Erklärung vor einem weltweiten Klima-Notstand. „Wissenschaftler haben eine moralische Pflicht, die Menschheit vor jeglicher katastrophaler Bedrohung zu warnen“, erklärt Co-Autor Thomas Newsome von der University of Sydney.

Im Pariser Abkommen – aus welchem die Amerikaner ja eben ausgetreten sind – haben sich fast alle Staaten der Welt das Ziel gesetzt, die Erderhitzung auf deutlich unter zwei Grad und möglichst 1,5 Grad zu begrenzen, um katastrophale Folgen wie Hitzewellen und Dürren, extreme Regenfälle und den Anstieg der Meeresspiegel einzudämmen. Ginge es weiter wie bisher, läge der Anstieg Ende dieses Jahrhunderts wohl bei rund drei Grad.

Es ist aber schon lange klar, dass die nationalen Klimaschutz-Pläne in der Summe nicht ausreichen, um den globalen Klimawandel einzudämmen. Alle fünf Jahre sollen sie deshalb nachgeschärft werden. 2020 ist es soweit, dann sollen neue Maßnahmen beschlossen werden.

Auf dem Papier ist genau festgelegt, welcher Staat welchen Anteil erbringen muss. Allgemein gilt, dass reiche Industriestaaten und solche, die historisch betrachtet viel zum Klimawandel beigetragen haben, mehr Verantwortung übernehmen müssen. Die nächste Klimakonferenz findet in der ersten Dezemberhälfte in Madrid statt. Zuvor hatte der vorher geplante Ausrichter Chile wegen innenpolitischer Probleme abgesagt. Gretas Marketing-Team überlegt übrigens gerade, wie man die Umwelt-Ikone klimafreundlich wieder über den großen Teich zurückholen kann. Segeln haut zeitlich nicht mehr hin, Fliegen geht gar nicht und ein Landweg muss erst noch erfunden werden. Kreuzfahrtschiffe sind natürlich ein „No-Go“ und für einen Heißluftballon braucht man den richtigen Wind. 

Die Zeit drängt, und Gretas Reisepläne sind dabei wohl das kleinste Problem. „Die Zusagen sind schlicht viel zu wenig und zu spät“, kommentiert Co-Autor Robert Watson, bis 2002 im Vorstand des Weltklimarats, den von der US-Organisation Universal Ecological Fund veröffentlichten Bericht zu den Klimaschutzzielen. „Sogar wenn alle freiwilligen Klima-Zusagen voll umgesetzt werden, erreichen sie nur die Hälfte dessen, was notwendig ist, um die Beschleunigung des Klimawandels im nächsten Jahrzehnt zu begrenzen.“ 

Die ursprünglichen Zusagen der Vereinigten Staaten mit ihrem Anteil von gut 13 Prozent am globalen Treibhausgas-Ausstoß bewerten die Autoren des Berichtes noch als „in der Schwebe“ – aber die aktuelle Politik reiche nicht aus. Russland, dessen Anteil bei knapp fünf Prozent liege, habe noch gar keine Pläne eingereicht. Immerhin ist das Land im September dem Pariser Abkommen formell beigetreten. 

 

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