Was kommt nach Corona?

Das Virus hat uns verändert

Wer ein Unternehmen führt, nachhaltig und verantwortungsvoll handeln möchte, der muss in die Zukunft blicken. Visionen haben. Feste Ziele. Vielleicht sogar verrückte Träume. Es braucht Mut, Kreativität, auch etwas Verrücktheit, ein gutes Maß an Durchhaltevermögen und Selbstbewusstsein. Und ein engagiertes, hochmotiviertes, erfahrenes Team. Denn Sie wissen es ja aus eigener Erfahrung: Veränderung ist nicht unbedingt jedermanns Sache! Businesspläne werden geschmiedet. Kurzfristig. Mittelfristig. Langfristig. Konzepte entwickelt, die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten durchgerechnet. Umfragen in Auftrag gegeben, die Märkte genau beobachtet und gecheckt, alle Eventualitäten berücksichtigt und viel diskutiert. 

Dann hört man zum ersten Mal in den Nachrichten von einem Corona-Virus. In China. Ganz weit weg. Sieht Menschen mit Mundschutz, Mediziner in weißen Overalls. Eine Meldung von vielen, irgendwo am Ende der Tagesthemen. Täglich gewinnt dieser „neuartige Grippe-Virus“ an Brisanz, klettert in der Aufmerksamkeitsskala immer höher und ist plötzlich – von heute auf morgen – das alles beherrschende Thema. Rund um den Globus. Unsere Gesundheitsexperten warnen vor Panikmache und raten gleichzeitig zu einer sinnvollen Bevorratung für mindestens 14 Tage, man solle Körperkontakt wie Umarmungen und Händeschütteln wo immer es möglich ist vermeiden, bitten die Gesundheitsminister der Länder in TV-Interviews und begrüßen sich gegenseitig bei verschiedenen Krisengipfeln als ob sie noch nie von Corona gehört hätten.

Irgendetwas passt da nicht mehr auf unserem Globus. Es Schorschla ist wirklich verunsichert. Ansonsten weit über die Grenzen des WOBLA-Landes als Berufsoptimist bekannt, bringt der Schreiber dieser Zeilen einfach die Fakten und Nachrichten nicht mehr zusammen. Während bei der normalen Influenza jährlich tausende Menschen sterben, wird wegen einem Corona-Verdachtsfall Südtirol zum Krisengebiet erklärt. Wer in der Region Bozen ein paar Schwünge in die verschneiten Hänge gezogen hat, kann oder muss sich jetzt in Bamberg vierzehn Tage davon ausruhen. Häusliche Quarantäne. Nur zur Sicherheit. Kleine Veranstaltungen werden abgesagt und von den Ordnungsämtern verboten, die Fußballstadien sind jedoch bis auf den letzten Platz gefüllt. Es sei erschreckend, dass für diesen Covid-19 (noch) kein Impfstoff entwickelt wurde, erklären gerade die Menschen im engeren Bekanntenkreis mit Angstschweiß auf der Stirn, die sich nie im Leben gegen Influenza impfen lassen würden. 

Ja, dieser Virus hat uns verändert. Selbstverständlich gibt es auch wieder diese wilden Verschwörungstheorien: Die Amerikaner hätten diesen Virus als Waffe entwickelt, die Chinesen reagieren damit auf Trumps Handelskrieg, mächtige Geheimzirkel wollen von ganz anderen Themen ablenken, das Klima, Flüchtlinge, Syrien, ein Jahrhundert-Manöver mitten in Deutschland und und und. Das Internet quillt förmlich über mit Schreckensszenarien – alles auf der Basis von „gut unterrichteten Kreisen“. 

Der bekannte Mediziner Dr. Michael Spitzbart, der auch schon bei den Bamberger Gesundheitstagen in der Konzerthalle als Redner auftrat, besuchte vor wenigen Tagen die WOBLA-Redaktion. Natürlich nutzte es Schorschla die Gelegenheit und lenkte das Gespräch in Richtung Corona. „Ich sehe das eher gelassen“, erklärte der Gesundheitsexperte. Ob ich mich noch an das Rinderwahn-Virus, die Vogelgrippe, SARS oder H1N1 erinnern könne, lautetet die Gegenfrage. „Als Arzt habe ich nie damit zu tun gehabt und kenne auch niemandem aus meinem Umfeld. Jährlich sterben deutlich mehr Menschen an der Influenza Grippe als an den ganzen anderen Medienkrankheiten zusammen“, so Dr. Spitzbart wörtlich. Natürlich nur eine Einzelmeinung, aber irgendwie doch leicht beruhigend in Zeiten von Hamsterkäufen und Mundschutzmangel. Wobei eine Frage bleibt: 

„Wenn das wirklich alles halb so wild ist: Was kommt nach Corona?“ 

PS: Die Meinung vom Schorschla muss nicht immer mit der der Redaktion übereinstimmen.

 

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