Das Comeback der Nächstenliebe

Unser Leben zum Positiven verändern

Mein Gott, ist das alles verrückt. Es Schorschla hat sich ja fest vorgenommen, sich nicht von der Corona-Hysterie anstecken zu lassen und sich jede Woche ein anderes, ein schönes, vielleicht auch witziges Thema für seine Kolumne herauszugreifen. Aber ganz ehrlich: Inzwischen ist selbst dem Schorschla das Lachen vergangen. Was passiert da gerade auf unserem Globus? Wo soll das alles noch hinführen? Was sind die langfristigen Folgen der Pandemie? Und: Wie können wir unsere Kinder, Eltern und Großeltern vor diesem heimtückischen Virus schützen?

Das Jahr 2020 werden wir nie vergessen. Ähnlich wie den 11. September 2001. Aber diesmal ist alles anders. Es ist kein Anschlag, kein singuläres Ereignis. Es gibt nichts zu sehen, keine spektakulären Bilder. Und trotzdem wird unser gewohntes und geliebtes Leben gerade um 180 Grad umgestülpt. Wir sollen die Hände waschen, soziale Kontakte meiden.

Die erste Frühlingssonne lässt das Thermometer wieder über 15 Grad Celsius steigen, wie haben wir diesen Moment herbeigesehnt. Aber wir sollen am besten nicht raus gehen, lieber alleine ein Buch auf der Wohnzimmercouch lesen. Doch dazu fehlt die innere Ruhe, also schalten wir den Fernseher ein, wo ein Virologe uns zum 100. Mal erklärt, weshalb Disziplin, Hygiene und Verzicht aktuell so wichtig sind. Dieses Schneeballsystem, diese Infektionskette, müsse einfach eingedämmt werden, sonst gerate unser gesamtes Gesundheitssystem an seine Grenzen. Die Ärzte müssten dann entscheiden, wen sie überhaupt behandeln und beatmen und wen sie sterben lassen müssen. Unfassbar. Surreal. Wie in einem Katstrophenfilm made in Hollywood!

Aber wir befinden uns in der Realität. Im  März 2020. Es geht „nauswärds“, wie der Franke sagt. Frankreichs Präsident Emanuel Macron spricht dagegen von „Krieg“, unsere Kanzlerin kündigt Maßnahmen an, „die es so in unserem Land noch nicht gegeben hat“. Ausgangssperren, Ladenschließungen, Krisenstäbe, Notfallpläne: Da fällt es schon schwer, den Spaß am Leben zu zelebrieren. Ist aktuell einfach nicht die richtige Zeit dafür. Und doch gibt es Momente, in denen wir merken, dass wir uns doch von so einem kleinen, fiesen Virus nicht unterkriegen lassen. Wenn in Spanien jeden Abend um 22 Uhr die Menschen mit landesweiten Ovationen das Gesundheitspersonal ehren und feiern, welches – wie auch bei uns und in vielen anderen Ländern – tagtäglich nahezu Unmenschliches leistet. Wenn in Italien die Menschen in Quarantäne auf die Balkone kommen und gemeinsam singen. Wenn sich in Bamberg Initiativen gründen, die älteren Menschen Hilfe anbieten, wichtige Einkäufe erledigen, sich nach Ihnen umsehen und sich um diejenigen kümmern, die alleine nur schwer zurechtkommen, dann zeigt sich ein Punkt, der in allen bedrohlichen Krisen spürbar wird. Wenn es hart auf hart kommt, dann rücken wir wieder enger zusammen. Nicht körperlich, sondern mental.

Dann geht es plötzlich nicht mehr ums Geldverdienen, um ein schönes Auto oder den nächsten Luxusurlaub. Dann geht es ums Allgemeinwohl, auch um so historische Begriffe wie Nächstenliebe. Ein Begriff, den es Schorschla an dieser Stelle noch nie verwendet hat. Aber irgendwie passt dieser plötzlich wieder ins Jahr 2020. Traurig, aber wahr. Und vielleicht auch ein Signal, das wir selbst durch die Corona-Krise wieder einiges lernen und in unserem Leben zum Positiven ändern können. 

PS: Die Meinung vom Schorschla muss nicht immer mit der der Redaktion übereinstimmen.

 

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