Qualitätssteaks und Milliardenlöcher

Qualität statt Quantität

Sie kennen das sicherlich: Da ist man mit guten Freunden auf dem Bierkeller verabredet, eh schon etwas spät dran, und dann findet man den Autoschlüssel oder den Geldbeutel nicht. Man sucht und sucht und sucht, wird nervös und – meistens – wird man letztendlich doch fündig. Den Vorständen des Dax-Unternehmens Wirecard geht es aktuell ähnlich. Die haben 1,9 Milliarden Euro verlegt, irgendwo auf unserem Globus. Und können das Sümmchen trotz intensiver Suche partout nicht finden. Was natürlich nicht nur beim Schorschla einige Fragen natürlich aufwirft. Wer hat da geschlampt? Droht den Managern Haft? Wer hat die 1.900.000.000 Euro verprasst – sofern es sie je gegeben hat. Und hatten die Jungs – und Mädels – dabei richtig Spaß? 

In der Nacht zum Montag teilt der Wirecard-Vorstand mit, dass die Bankguthaben "mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht bestehen". Bereits am Freitag war der umstrittene Vorstandschef Markus Braun zurückgetreten, nachdem auch Wirtschaftsprüfer am Donnerstag vergeblich nach der Milliardensumme in der Bilanz des Unternehmens gesucht hatten. Es folgte ein historischer Absturz der Wirecard-Aktie um mehr als 80 Prozent.

Es Schorschla möchte sich aber an dieser Stelle gar nicht zu sehr auf dieses hochprofessionelle Geldschieber-Unternehmen konzentrieren. Auch „Mr. Schwein gehabt“ Clemens Tönnies kann sich aktuelle über mangelnde Schlagzeilen zu seiner Person nicht beschweren. Sein Konzern ist der Marktführer im Bereich Schweineschlachtungen in Deutschland, gut 20 Millionen „Mr. und Mrs. Piggies“ machen in „Einrichtungen“ von Herrn Tönnies ihren letzten Atemzug. Bei Tönnies hergestellte Fleischprodukte werden unter anderem unter den Markennamen Tillman’s sowie Eigenmarken wie Landjunker (Lidl), Meine Metzgerei (Aldi Nord / Aldi Süd) in Discountern, aber auch in Rewe, Edeka (Gut & Günstig) oder Kaufland (K-Classic) vertrieben. Laut der Lebensmittelzeitung gehört das Unternehmen zu den größten Lieferanten des deutschen Lebensmittelhandels.

Die rund 1000 Corona-Fälle der Tönnies-Gastarbeiter kommen nicht wirklich überraschend, wenn man sich die Arbeits- und Wohnbedingungen der Männer einmal genauer ansieht. Aber das möchte eigentlich niemand, das ist so wie bei den Spargelbauern. Das Ergebnis zählt. Und wenn das Kilo des königlichen Gemüses geschält für unter 5 Euro angeboten werden kann und die Schweinsteaks für die nächste Grillparty im Supermarkt zum Angebotspreis von 3,99 Euro fürs Kilo in den Wagen gewandert sind – natürlich fertig gewürzt – dann ist der Kunde mehr als zufrieden. „Nimm fei noch a Schdügg Flaisch. Miä homm genuch da. Währ schod, wenn’s ned wegkommd“.

Diese Sätze kennt jeder Grillfreund. Dabei wäre es ja einmal eine Überlegung wert, ob man nicht vielleicht einmal hochwertige Grillschmankerl vom Metzger um die Ecke kaufen könnte. Sie wissen schon, dieses feine Fleisch, dass man nicht zum Spottpreis bekommt, weil ehrliche Arbeit und eine tiergerechte Aufzucht garantiert ist. Diese Steaks, die man als Gastgeber nicht anpreisen muss, da sie die Gäste ohnehin gerne essen. Und genießen. Qualität statt Quantität. Ist nur so eine Idee. Aber vielleicht denkt ja der eine oder andere mal drüber nach. Denn die Tönnies dieser Welt könnten auch anders. Aber wir wollen das nicht. Wir wollen billig. Wir wollen Rabatte. Wir wollen sparen. Und zahlen dabei am Ende eine viel zu hohe Rechnung. Mit Geld, dass wir hart erarbeitet haben, aber das es irgendwie dann doch nicht gibt. Wie im Falle von Wirecard.

Aber jetzt wird es kompliziert und es Schorschla verliert den Faden. Und ist auch noch im Sternla verabredet. Verdammt, wo ist noch mal der Autoschlüssel …      

PS: Die Meinung vom Schorschla muss nicht immer mit der der Redaktion übereinstimmen.

 

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